In der Kärntner Liga hat der SC Launsdorf am Mittwochabend bei SV Dellach/Gail einen 3:2-Auswärtssieg geholt, obwohl die Gäste schon nach elf Minuten 0:2 hinten lagen. Trainer Harald Proprentner sprach nach dem Spiel von „total verschlafenen“ ersten zwanzig Minuten, lobte danach aber die Reaktion seiner Mannschaft, die sich noch vor der Pause zurückmeldete und die Partie kurz nach dem Seitenwechsel endgültig drehte.

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Der Abend begann für den SC Launsdorf denkbar schlecht. Schon in der 6. Minute brachte Saso Kovacevic den SV Dellach/Gail mit 1:0 in Führung, in der 11. Minute legte Maximilian Wastian das 2:0 nach. Für Harald Proprentner war genau diese Phase der Knackpunkt im negativen Sinn. „Wir haben die ersten zwanzig Minuten total verschlafen. Wir waren nicht am Platz, haben keinen Zugriff gehabt und waren glücklich, dass wir nur 0:2 hinten waren“, sagte der Trainer ganz offen. Er schilderte den Gegner in dieser Anfangsphase als „sehr, sehr griffig“ und meinte auch, dass der Auftritt von SV Dellach/Gail in diesen ersten Minuten „Wahnsinn“ gewesen sei. Dass sich seine Mannschaft trotzdem so schnell wieder ins Spiel brachte, machte aus Launsdorfer Sicht dann aber den Unterschied. Praktisch im direkten Gegenzug auf das 0:2 verkürzte Fabian Christian Gangl in der 12. Minute auf 1:2. Proprentner hob genau diesen Treffer besonders hervor: „Der Anschlusstreffer zum 2:1 war für uns ganz wichtig. Unser Stürmer Gangl hat einen Rückpass vom Gegner abgefangen und zum Glück gleich nach dem 2:0 das 2:1 gemacht.“ Danach nahm der Trainer eine kleine Umstellung vor, die seiner Mannschaft sichtbar half. Noch vor der Pause fiel der Ausgleich zum 2:2, offiziell als Eigentor von Jaka Grilj Miletic in der 20. Minute gewertet. Proprentner sprach dabei von einem „schweren Tormannfehler“ auf Dellacher Seite und meinte, man sei „mehr als verdient“ mit dem 2:2 in die Kabine gegangen.
Mit dem 2:2 zur Halbzeit hatte sich die Partie aus Sicht von SC Launsdorf komplett verändert. Proprentner ließ keinen Zweifel daran, dass er in der Pause deutliche Worte fand. „Ich habe dann auch gesagt: Freunde, so kann es nicht funktionieren“, erzählte er. Seine Mannschaft reagierte darauf prompt. Schon in der 50. Minute erzielte Michael Wolfgang Höfferer das 3:2 für den SC Launsdorf und stellte damit den Spielverlauf endgültig auf den Kopf. Genau in dieser Phase hatte Proprentner das Gefühl, dass die Begegnung kippen könnte. „Nach dem 3:2 habe ich gedacht, wir werden im Konter sicher noch das vierte Tor machen“, sagte er. Ganz so weit kam es zwar nicht, ruhig wurde der Abend für die Gäste aber auch danach nicht. Proprentner schilderte ein offenes Spiel, in dem SV Dellach/Gail weiter viel Druck ausübte, seine Chancen aber nicht nützte. Gleichzeitig betonte er, dass auch SC Launsdorf in der zweiten Hälfte zu seinen Möglichkeiten kam. „Natürlich haben sie Chancen gehabt, wir haben aber auch mehr als genug Chancen gehabt. Es gab Chancen auf beide Seiten“, sagte der Trainer. Dass es am Ende dennoch beim knappen 3:2 blieb, ordnete er nüchtern ein: „Heute haben wir das glückliche Ende gehabt. Aber wenn du auswärts drei Tore schießt, hast du schlussendlich auch verdient gewonnen.“
Für Harald Proprentner war der Sieg nicht nur eine Frage einzelner Tore, sondern vor allem eine Frage des Zusammenhalts. Gerade nach dem frühen 0:2 brach seine Mannschaft nicht auseinander, sondern reagierte als geschlossene Einheit. „Das Team ist einfach unsere größte Stärke zurzeit“, sagte der Trainer. „Auch als wir 0:2 hinten waren, haben wir nicht aufgegeben und noch immer als Team fungiert.“ Die kleine Umstellung, die er in der ersten Hälfte vorgenommen hatte, habe der Mannschaft zusätzlich gutgetan. Damit erklärt sich auch, warum der SC Launsdorf derzeit so stabil punktet. Nach drei Spielen hält der Klub bei neun Punkten und liegt damit in der Spitzengruppe der Liga. Trotzdem wollte Proprentner nach dem Schlusspfiff nicht nur loben. Er sprach auch klar an, wo seine Mannschaft noch zulegen muss. „Wir müssen noch kompakter werden in gewissen Situationen. Wir müssen die Räume für den Gegner enger machen und dürfen nicht so viel Platz lassen“, sagte er. Gerade die ersten zwanzig Minuten in Dellach lieferten ihm dafür genug Anschauungsmaterial. Der Trainer sieht also trotz des perfekten Starts noch „mehr als genug“ Arbeit auf seine Mannschaft zukommen.
Interessant war auch Proprentners Blick auf den Gegner. Er erinnerte daran, dass SV Dellach/Gail bei einem früheren Aufeinandertreffen noch deutlich abwartender aufgetreten sei. „Heute haben sie von der ersten Minute an wirklich Vollgas gegeben“, sagte der Trainer und lobte noch einmal die starke Anfangsphase der Hausherren. Umso wichtiger war für ihn, dass seine Mannschaft nach dem schnellen Anschlusstreffer Ruhe fand und sich in die Partie zurückarbeitete. Auch mit der Spielleitung zeigte sich Proprentner sehr zufrieden. Er betonte, dass er selten über Schiedsrichter spreche, diesmal aber ausdrücklich festhalten wolle: „Der Schiedsrichter hat wirklich ausgezeichnet gepfiffen. Er hat nicht wirklich einen Fehler gemacht und die Partie laufen lassen.“ Viel Zeit, den dritten Sieg im dritten Spiel zu genießen, bleibt Launsdorf allerdings nicht. Proprentner verwies auf das dichte Programm mit dem laufenden KFV-Cup und den nächsten Auftritt schon am Freitag in Ferlach. „Wir kommen heute um eins heim, machen morgen ein Training und können am Freitag schon wieder nach Ferlach fahren“, sagte er. Nach dem 3:2 in Dellach reist der SC Launsdorf jedenfalls mit viel Rückenwind dorthin.