In der Kärntner Liga hat der SC Landskron gegen den TSV Grafenstein mit 1:4 verloren. Trainer Alexander Stroj sprach nach dem Auswärtssieg von einer überragenden ersten Halbzeit seiner Mannschaft, machte aber auch klar, dass der Erfolg durch die schwere Verletzungsszene rund um Marco Raunegger überschattet wurde. Gerade deshalb blieb bei aller Zufriedenheit mit dem Ergebnis ein gedrückter Beigeschmack.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Dass Grafenstein in Landskron mit einem klaren 4:1 vom Platz ging, hatte für Stroj vor allem mit den ersten 45 Minuten zu tun. "Wir waren in der ersten Halbzeit extrem dominant und aggressiv gegen einen guten bis sehr guten Gegner. In diesen 45 Minuten haben wir unseren besten Fußball gezeigt", sagte der Trainer. Schon früh brachte Nico Sorger die Gäste in der 12. Minute in Führung. Danach blieb Grafenstein das aktivere Team und legte vor der Pause noch zweimal nach: Lukas Rabitsch traf in Minute 33 zum 0:2, Manuel Rabitsch erhöhte in der 40. Minute auf 0:3. Für Stroj war diese Führung folgerichtig. Er wollte kein einzelnes Tor besonders herausheben, weil für ihn der gesamte Auftritt in dieser Phase stimmig war. "Wir waren in allen Spielphasen gut bis sehr gut und haben im Vergleich zu den Wochen davor unsere Chancen besser genutzt", fasste er die starke erste Hälfte zusammen.
Kurz vor der Pause rückte das Sportliche dann aber in den Hintergrund. Stroj berichtete von einem schweren Zusammenstoß zwischen Marco Raunegger und Landskrons Tormann Aric Haimburger. Nach seinen Angaben zogen sich beide Spieler Platzwunden zu, Raunegger musste rund eine halbe Stunde behandelt werden. "Es war wirklich schrecklich", sagte der Grafenstein-Coach, der sichtbar betroffen wirkte und offen aussprach, dass diese Szene die Freude über den Sieg deutlich gemindert habe. Laut Spielbericht sah außerdem Gustav Schaller in der 44. Minute die Rote Karte. Nach Wiederbeginn erhöhte Bernhard Walzl zwar schon in der 49. Minute auf 0:4, Sebastian Bauer verkürzte in der 57. Minute auf 1:4, doch Stroj machte deutlich, dass die Partie danach nicht mehr richtig in Schwung kam. "Nach dieser langen Unterbrechung war es für alle Spieler, Funktionäre und Zuschauer sehr schwierig, wieder in die Partie zu finden. Die zweite Hälfte ist nur so dahingeplätschert. Eigentlich waren alle etwas schockiert und der Fußball wurde zur Nebensache."
Gerade deshalb fiel Strojs Einordnung am Ende zweigeteilt aus. Mit der Leistung vor der Pause und mit dem Ergebnis zeigte er sich sehr zufrieden, gleichzeitig wollte er den Nachmittag nicht auf das nackte 4:1 reduzieren. Landskron hatte er in den vergangenen Wochen als starke und ungeschlagene Mannschaft erlebt, umso höher ordnete er den Auftritt seiner Elf ein. "Wir waren heute trotzdem so dominant und so stark, dass die Stärke des Gegners nicht die große Rolle gespielt hat", sagte er. Auch nach einem klaren Auswärtssieg sieht der Trainer aber keinen Grund, sich zurückzulehnen. "Heute war die erste Halbzeit auf einem sehr, sehr guten Niveau. Daran müssen wir anknüpfen, aber im Detail gibt es immer viele Sachen, die noch besser sein können." So bleibt aus Grafensteiner Sicht ein deutlicher Erfolg stehen, dessen sportlicher Wert vor allem in einer starken ersten Halbzeit lag, der aber von der Verletzungsszene kurz vor der Pause überschattet wurde.