Packender Auswärtsdreher in der Unterliga West: Der SV Union Lind siegte bei ASKÖ Irschen mit 4:3 – und das nach einem 1:3-Rückstand kurz nach der Pause. Zur Halbzeit führte Lind noch 1:0, ehe Irschen die Partie drehte. In der Schlussphase schlugen die Gäste über Standards zurück und rissen das Spiel doch noch an sich. Trainer Ibel Alempic meinte danach zufrieden: "Wir haben das Spiel gedreht und am Ende verdient gewonnen."

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Die Partie begann ganz nach dem Geschmack der Gäste: Bereits in Minute 5 stellte Markus Alexander Zöhrer auf 0:1. Lind hatte in der Folge mehr vom Spiel, bestätigte auch Coach Ibel Alempic: "Wir hatten von Anfang an ein bisschen mehr Spielanteile." Seine Mannschaft ließ aber einige Großchancen aus. Alempic zählte auf: "Wir haben schöne Angriffe gespielt, aber Chancen liegen lassen: David Feichter war einmal allein vor dem Tor, der Tormann hat stark gehalten. Florian Suntinger war durch, im letzten Moment hat der Gegner geblockt. Nach einer Eckball-Kombination hatten wir einen Kopfball aus zwei Metern, komplett frei. Nach einer Kombination mit Rene Löschnig war David Feichter noch einmal fast allein vor dem Tormann, zum Abschluss kam er nicht." Auch Irschen blieb präsent. "Die Irschner waren nicht schlecht, sie hatten einen Lattenschuss und ein paar gefährliche Aktionen", so Alempic. Weil Lind seine Möglichkeiten nicht nutzte, ging es "nur" mit 0:1 in die Pause.
Nach Wiederbeginn kippte die Begegnung zunächst komplett in Richtung Gastgeber. Irschen drehte binnen 13 Minuten das Spiel: Zuerst traf Jonas Heregger in der 50. zum 1:1, dann legte Enis Musanovic in der 57. das 2:1 nach, und in der 63. stellte Alexander Sommer auf 3:1. Alempic nahm es selbstkritisch: "Wir sind nicht gut in die zweite Halbzeit gekommen. Nach schwachem Stellungsspiel kam der Ausgleich, dann haben sie schnell drei Tore gemacht und verdient 3:1 geführt." Lind reagierte – auch personell. "Nach einem dreifachen Wechsel haben wir offensiv wieder mehr getan, Druck erzeugt und viele Ecken gehabt", erklärte der Trainer. Und genau dort lag an diesem Nachmittag die große Stärke der Gäste: "Wir sind bei Standards gefährlicher, das haben wir sehr gut ausgenutzt." Gabriel Brandner besorgte in der 75. den Anschluss zum 3:2. In der 86. glich Alexander Preissl aus – Alempic: "Nach einem Torwartfehler hat er mit einem Heber aus großer Distanz das 3:3 erzielt." Den Schlusspunkt setzte in der 90.+1 Simon Steiner zum 3:4 – die späte, viel umjubelte Entscheidung.
Der Lind-Coach sah viele gute Ansätze, aber auch Arbeitspunkte: "Spielerisch hat einiges funktioniert, das kann aber noch viel besser werden. Offensiv waren wir gefährlich. Defensiv müssen wir in manchen Situationen besser reagieren, sicherer und selbstbewusster agieren." Für den Gegner fand Alempic faire Worte: "Irschen war bissig und hat nie aufgegeben, sie waren lästig." Mit der Leistung des Unparteiischen zeigte er sich einverstanden: "Der Schiedsrichter hat seinen Job gut gemacht und das Spiel unter Kontrolle gehabt." Warum Lind am Ende die Punkte mitnahm, fasste er so zusammen: "Der Unterschied war, dass wir ein bisschen mehr Klasse und mehr erfahrene Spieler in der Mannschaft hatten." In der Tabelle hält Lind bei 26 Punkten und rangiert auf Platz elf, Irschen bleibt mit sechs Zählern Schlusslicht. Und der Blick geht bereits nach vorne: "Wir sind bereit für das nächste Derby."