Spielberichte

Rapid Lienz hadert mit Elfmeter und Platzverweis – 1:4 im Derby

Rapid Lienz
FC Sillian

In der Unterliga West musste Rapid Lienz im Derby gegen FC Union Raiffeisen Sillian Heinfels eine 1:4-Niederlage hinnehmen. Nach ausgeglichener erster Hälfte kippte die Partie kurz nach der Pause: Aus Lienzer Sicht war die Elfmeter-Entscheidung samt Platzverweis der Knackpunkt, Sillian nutzte die Überzahl eiskalt. Trainer Georg Peter Rohracher haderte mit den Entscheidungen, lobte aber Moral und Auftritt seiner jungen Mannschaft. „Der Unterschied war nicht so groß wie das Ergebnis“, hielt der Coach fest.

Fußball in Weiß-Rot auf Rasen

Foto von Torsten Dettlaff auf Pexels

Früher Rückstand, starke Antwort – zur Pause alles offen

Die Partie begann denkbar ungünstig für Lienz. Bereits in der 3. Minute stellte Luca Ruggenthaler auf 0:1. Trainer Georg Peter Rohracher schilderte das 0:1 so: „Das erste Tor, Freistoß von Sillian, ein hoher Ball – ich glaube, alle haben in die Sonne geschaut. Da war die glücklichere Seite bei Sillian.“ Seine Elf fing sich danach und arbeitete sich zurück ins Spiel. „Die erste Halbzeit war auf Augenhöhe, das kann in beide Richtungen kippen“, sagte Rohracher. In Minute 37 folgte die verdiente Antwort: Antonel Cabraja zirkelte einen Freistoß herrlich zum 1:1 ins Tor. „Ein wunderschöner Freistoß von uns zum 1:1 von Cabraja“, freute sich der Coach. Kurz vor dem Pausenpfiff roch es sogar nach der Führung, doch „der Tormann von Sillian hat überragend gehalten“. Mit dem 1:1 zur Halbzeit war aus Lienzer Sicht „ein gerechtes Unentschieden“ hergestellt – die Basis für eine spannende zweite Hälfte schien gelegt.

Elfmeter-Entscheidung, Platzverweis, 1:2 – das Spiel kippt in Minute 53

Nach Wiederbeginn lag die Schlüsselszene früh in der Luft – und sie kam aus Lienzer Sicht denkbar bitter. In der 53. Minute sah Florian Unterweger die Rote Karte, praktisch im selben Atemzug traf Gabriel Mayr zum 1:2 für Sillian. Rohracher sprach von einer heiklen Entstehung: „Zuerst Ballbesitz, dann ein missglückter Querpass. Im Sechzehner war bei einem Laufduell leichter Kontakt. Kann man geben, kann man nicht geben – je nach Blickwinkel hat er auf Elfmeter entschieden.“ Unmittelbar danach sei die Kritik an der Entscheidung eskaliert: „Die Elfmeterkritik hat dann zur Roten Karte geführt.“ Der Lienzer Trainer sah sein Team in dieser Phase klar benachteiligt. Fakt ist: Sillian nutzte die Phase eiskalt. In der 69. Minute legte Benjamin Fürhapter zum 1:3 nach, in der Nachspielzeit stellte Marco Helmut Ortner mit dem 1:4 den Endstand her. „Da war das Spiel natürlich gekippt“, sagte Rohracher, der die Entscheidungen als „ein bisschen fragwürdig“ empfand und ergänzte: „Schade für die Zuschauer, das gute Derby hat darunter gelitten.“

„Hut ab vor den Jungen“ – Einordnung, Tabellenbild und Ausblick

Bei aller Enttäuschung suchte der Lienzer Coach die sachliche Einordnung. „Sie waren ein bisschen abgebrühter. Speziell nach dem Platzverweis hatten sie mehr Ballbesitz“, sagte Rohracher über den Gegner. Gleichzeitig benannte er die eigenen Probleme nach der Pause klar: „Die notgedrungene Umstellung, defensiver und kompakter – da hat uns die Entlastung nach vorne gefehlt.“ Trotzdem strich er Positives hervor: „Das Team hat auch in Unterzahl probiert, dagegenzuhalten. Hut ab, auch vor den Jungen, die reingekommen sind. Es gibt nichts Blöderes, in Unterzahl als junger Spieler reinzukommen – sie haben sich gut präsentiert.“ In der Tabelle hält Rapid Lienz nach 25 Runden bei 19 Punkten und rangiert auf Platz 12, während Sillian mit 42 Zählern auf Rang 4 steht. Für Lienz bleibt der Auftrag klar: die gute erste Halbzeit konservieren, die Ruhe in heiklen Phasen bewahren und die letzten Spiele mit derselben Energie angehen. „Oft ist es besser, nicht so viel über die Schiedsrichter zu reden“, sagte Rohracher zum Schluss, „aber ich finde es schade, wenn bei so einem Derby die Stimmung kippt. Das Spiel hätte sich mehr Spannung bis zum Ende verdient.“

Unterliga West: Lienz : FC Sillian - 1:4 (1:1)

  • 91
    Marco Helmut Ortner 1:4
  • 69
    Benjamin Fürhapter 1:3
  • 53
    Gabriel Mayr 1:2
  • 37
    Antonel Cabraja 1:1
  • 3
    Luca Ruggenthaler 0:1