In der Unterliga West hat der URC Thal/Assling ein Derby mit viel Zündstoff gegen den Sportverein FC Dölsach nach 0:2-Rückstand noch mit 5:3 gewonnen. Trainer Markus Hanser sah vor allem das 2:1 kurz vor der Pause als Knackpunkt. „Das war wichtig für die Moral“, sagte er nach einem Spiel, in dem seine Mannschaft laut eigener Einschätzung spielerisch und körperlich über weite Strecken die besseren Antworten hatte.

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Hanser schilderte die Partie als Derby, das von Beginn an aufgeladen war. Dazu kam aus seiner Sicht die Ausgangslage des Gegners, denn der Sportverein FC Dölsach sei heuer als einer der Favoriten in diese Liga gegangen. Umso bemerkenswerter war für ihn, wie seine Mannschaft in die Partie kam. „Wir haben am Anfang ganz klar zwei Riesenchancen gehabt durch Dominik Kofler. Da müssen wir ein Tor machen“, sagte der Trainer. Statt einer Führung für den URC Thal/Assling stand es nach Treffern von Elias Sint-Unterholzer in der 22. und 26. Minute plötzlich 0:2, beide Male nach Elfmetern, wie Hanser betonte. Gerade das wurmte ihn, weil er bis dahin sein Team vorne gesehen hatte: „Bis dahin waren wir mit zwei oder drei Tausenderchancen die bessere Mannschaft.“ Trotzdem blieb Thal/Assling im Spiel, drückte weiter und brachte laut Hanser auch spielerisch mehr auf den Platz. Er reagierte noch vor der Pause mit einem Wechsel, nahm Oliver Gomig vom Feld und brachte Luis Felder. Genau dieser Luis Felder verkürzte in der 42. Minute nach einer Hereingabe von Pascal Kofler per Kopf auf 1:2. Für Hanser war das die Szene der ersten Hälfte: „Das 2:1 vor der Halbzeit war der wichtigste Moment. Das war wichtig für die Moral.“
Was sich vor dem Seitenwechsel schon angedeutet hatte, setzte sich nach Wiederbeginn fort. Der URC Thal/Assling kam mit Schwung aus der Kabine und stellte rasch auf Gleichstand. In der 48. Minute traf Pascal Oliver Kofler zum 2:2, nur vier Minuten später legte Luis Felder das 3:2 nach. Für Hanser war genau das die logische Folge der ersten Halbzeit. „Es war nur eine Frage der Zeit, dass wir das Spiel drehen“, sagte er. Entscheidend war für ihn, dass seine Mannschaft auch nach dem 0:2 nicht von ihrer Linie abgewichen ist. „Wir haben auch nach dem 2:0 weiter versucht, Fußball zu spielen, wirklich über die Seiten. Das war ausschlaggebend, weil wir eine Ruhe drin gehabt haben.“ Ganz erledigt war die Sache damit aber noch nicht, denn der Sportverein FC Dölsach kam in der 57. Minute durch Sandro Unterreiner wieder auf 3:3 heran. Hanser sprach dabei von einem abgefälschten Freistoß, der seinem Team neuerlich einen Rückschlag bescherte. Diesmal ließ sich der URC Thal/Assling davon aber nicht mehr aus der Bahn bringen. In der Schlussphase stellte David Bürgler in der 75. Minute auf 4:3, ehe Uros Palibrk drei Minuten später den Deckel draufmachte. Den letzten Treffer beschrieb Hanser als unübersichtliche Szene im Strafraum, in der Palibrk „ganz überlegt mit der Breitseite ins linke Eck geschoben“ habe. Entsprechend klar fiel sein Urteil aus: „Im Endeffekt war es absolut verdient. Vom Körperlichen her und vom Spielerischen her waren wir ganz klar die bessere Mannschaft.“
Über den reinen Spielverlauf hinaus hob Hanser vor allem drei Punkte hervor: die Ruhe seiner Mannschaft, das Spiel über die Außenbahnen und die körperliche Bereitschaft in einem Derby vor vielen Zuschauern. „Die physische Moral bei einem Derby war natürlich ausschlaggebend, und das hat mir unheimlich gut gefallen“, sagte der Trainer. Auch den Gegner ordnete er trotz der Niederlage klar ein. Der Sportverein FC Dölsach habe „eine starke Mannschaft“ und sei mit mehreren Spielern mit Landesliga-Erfahrung bestückt, dennoch habe seine Elf „wirklich nichts anbrennen lassen“. Ein eigener Punkt war für Hanser auch die Leistung des Schiedsrichters. Weil der Assistent laut Hanser ausfiel, musste der Unparteiische die hektische Derby-Partie alleine zu Ende bringen. Hanser fand dafür klare Worte: „Das hat der Schiedsrichter hervorragend gemacht. Das war Topleistung.“ Für den URC Thal/Assling bleibt damit nicht nur ein spektakuläres 5:3, sondern auch ein starker Start in die Saison. Nach zwei Runden hält die Mannschaft bei sechs Punkten und hat in diesem Derby vor allem gezeigt, dass sie auch nach einem 0:2 ruhig bleiben und ein Spiel noch komplett drehen kann.