In der Unterliga West hat Sportverein FC Dölsach gegen SV Raika Greifenburg ein 3:4 hinnehmen müssen. Für Greifenburg war es ein Sieg, der genau zu dem passte, was Trainer Raphael Neuhauser nach dem Schlusspfiff betonte: viel Kampf, ein ständiges Hin und Her und ein spätes Happy End. Die Gäste lagen mehrmals vorne, ließen Chancen auf die frühere Entscheidung liegen und hatten am Ende doch noch die Antwort auf den Dölsacher Ausgleich.

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Neuhauser erlebte von Beginn an jene Partie, die er im Gespräch später treffend zusammenfasste: "Es war ein sehr kampfbetontes Spiel mit vielen Zweikämpfen. Durch die Tore auf der einen und auf der anderen Seite wurde den Zuschauern sicher ein sehr cooles Spiel geboten." Greifenburg erwischte dabei den besseren Start und ging in der 16. Minute durch Johannes Ernst Schönegger mit 1:0 in Führung. Dölsach antwortete aber, wie es zu diesem offenen Nachmittag passte, nach 27 Minuten durch Elias Sint-Unterholzer mit dem Ausgleich. Noch vor der Pause schlugen die Gäste erneut zu. Kevin Tomsic stellte in der 39. Minute auf 2:1 für Greifenburg, das damit mit einer knappen Führung in die Kabine ging.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eng, aber Greifenburg legte zunächst wieder vor. Erneut war es Kevin Tomsic, der mit seinem zweiten Treffer in der 51. Minute auf 3:1 erhöhte. Eine Vorentscheidung war das trotzdem noch nicht, weil Christian Brandstätter nur drei Minuten später für Dölsach auf 2:3 verkürzte und damit sofort wieder neue Spannung in die Partie brachte. Gerade diese Phase passte zu Neuhausers Eindruck, dass es laufend hin und her ging. Gleichzeitig sah der Greifenburg-Coach genau dort auch den Punkt, an dem seine Mannschaft das Spiel schon früher hätte zumachen können: "Wir hätten das Spiel eigentlich schon viel früher entscheiden können, haben leider die ein oder andere hundertprozentige Chance liegen lassen." Umso wichtiger sei gewesen, dass seine Elf trotz der vergebenen Möglichkeiten stabil blieb und am Ende doch noch die Antwort fand.
Als Philipp Straganz in der 90. Minute doch noch das 3:3 für die Gastgeber erzielte, schien Greifenburg um den Ertrag eines großen Aufwands gebracht zu werden. Genau in diesem Moment sah Neuhauser aber jene Qualität seiner Mannschaft, die für ihn den Ausschlag gab. "Wir sind immer wieder zurückgekommen, haben eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt, jeden Zweikampf angenommen und von der ersten bis zur letzten Minute hundert Prozent Einsatz und Wille gezeigt", erklärte der Trainer als entscheidenden Unterschied. Und die Antwort kam tatsächlich sofort: In der 92. Minute traf Jakob Fürst zum 4:3 für Greifenburg und drehte die Schlussphase noch einmal auf die Seite der Gäste. Danach wurde es noch einmal hektisch, Luca Rainer sah in der 96. Minute nach einem Gerangel die Rote Karte. Neuhauser meinte dazu, diese Karte hätte man "vielleicht nicht geben" müssen, betonte aber auch, dass die Schiedsrichterleistung in einem schwer zu leitenden Spiel "trotzdem sehr gut" gewesen sei.
Der Greifenburg-Coach verteilte nach dem Abpfiff viel Anerkennung an seine Mannschaft und hob dabei nicht nur die Moral hervor. Auch den eigenen Tormann stellte er heraus: "Unser Tormann war in einer sehr tollen Verfassung und hat uns sicher auch die drei Punkte gerettet." Gleichzeitig ordnete Neuhauser den Sieg nicht als Zufallsprodukt ein, sondern als Folge von Einsatz und Geschlossenheit. "Wir wollten den Sieg einfach mehr", sagte er knapp, und an anderer Stelle wurde er noch deutlicher: "Da sieht man wieder, was man mit Einsatz, Herz und Wille alles erreichen kann." Luft nach oben sieht er trotzdem, vor allem im Abschluss. "Bei der Chancenauswertung sehe ich noch Luft nach oben, aber das war trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung. Daran müssen wir in den nächsten Spielen anknüpfen. Dann sind wir sehr schwer zu schlagen." Dass er den 4:3-Erfolg hoch einordnet, zeigte auch sein Blick auf den Gegner. Dölsach sei "eine super kompakte, bissige Mannschaft mit Qualität in der Offensive", sagte Neuhauser – umso mehr nahm Greifenburg diesen Auswärtssieg mit breiter Brust mit.