Spielberichte

"Verdient hätten wir ihn nicht" – Schrick nimmt in Spannberg einen glücklichen Punkt mit

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
SK Spannberg
USV Schrick

In der 1. Klasse Nord hat sich der SK Spannberg am Freitag trotz klarer Vorteile mit 1:1 von USV Schrick getrennt. Die Gäste gingen zwar durch Niklas Maier in Führung, mussten aber fast im Gegenzug den Ausgleich hinnehmen. Schricks Trainer Alexander Bitter sprach danach offen von einem "sehr, sehr glücklichen Punkt" und machte keinen Hehl daraus, dass sein Team spielerisch einen schwachen Abend erwischt hatte.

Fußballspieler holt zum Schuss aus

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Spannberg hat das Spiel über weite Strecken kontrolliert

Aus Sicht von Alexander Bitter war das Bild dieser Partie ziemlich klar. "Spannberg hat über die vollen 90 Minuten das Heft in der Hand gehabt und Chancen kreiert", sagte der Schrick-Trainer nach dem 1:1. Er sprach sogar von einem Chancenverhältnis von "circa 20:5 für Spannberg" und legte sich damit deutlich fest, welche Mannschaft an diesem Abend mehr vom Spiel hatte. Dass Schrick trotzdem in Minute 32 in Führung ging, passte deshalb nur auf den ersten Blick nicht zum Verlauf. Nach einer Standardsituation war Niklas Maier zur Stelle und köpfte zum 0:1 ein. Viel Zeit, um daraus Sicherheit zu ziehen, blieb den Gästen aber nicht. Nur zwei Minuten später stellte Marcel Jass ebenfalls nach einem ruhenden Ball auf 1:1. Mit diesem schnellen Ausgleich war die Partie wieder dort, wo Bitter sie grundsätzlich gesehen hatte: Spannberg blieb am Drücker, Schrick musste reagieren und kam nur selten zu echter Entlastung.

Mit Ball zu wenig, gegen den Ball zumindest leidenschaftlich

Besonders deutlich wurde Bitter bei der Analyse der eigenen Leistung. "Mit der Leistung bin ich absolut nicht zufrieden", sagte er und schob sofort nach, woran es aus seiner Sicht gefehlt hat. Vor allem die Handlungsschnelligkeit, das Umschaltspiel und die zweiten Bälle seien ein Problem gewesen. "Wir haben, jeden zweiten Ball verloren und haben für wenig Entlastung sorgen können", so der Trainer. Genau daraus sei dann auch der Dauerdruck entstanden, unter dem Schrick über weite Strecken stand. Positiv hervorheben wollte Bitter trotzdem die Leidenschaft seiner Mannschaft. "Die Leidenschaft, die Räume zuzustellen, läuferisch – das war da", meinte er. Gleichzeitig fiel sein Urteil mit Ball umso kritischer aus: "Mit Ball war das sehr, sehr mau." Zu viele falsche Entscheidungen, zu viele leichte Ballverluste und zu wenige saubere Anspiele hätten Spannberg zusätzlich in die Karten gespielt. "Wir haben uns nicht getraut, Fußball zu spielen, weil Spannberg sehr aggressiv war", sagte Bitter. Gerade über die Außen habe der Gegner laut seiner Einschätzung viel Tempo entwickelt, sei griffig gewesen und dadurch immer wieder in gefährliche Situationen gekommen.

Kein Streit mit dem Ergebnis, aber klarer Handlungsbedarf

Einen einzelnen Knackpunkt wollte Bitter in dieser Begegnung gar nicht ausmachen. "Schlüsselsituationen gab es nicht wirklich", sagte er, weil für ihn das Gesamtbild schwerer wog als eine einzelne Szene. Noch deutlicher wurde er mit Blick auf das Resultat: "Wenn Spannberg da gewinnt, können wir nichts sagen." Auch deshalb ordnete er den Zähler sehr nüchtern ein. "Wir können froh sein über den Punkt, aber verdient haben wir ihn nicht." Dass Schrick eine Woche zuvor gegen Hauskirchen laut Bitter noch eine ansehnliche Leistung gezeigt und trotzdem 0:2 verloren hatte, machte den Auftritt in Spannberg für ihn umso auffälliger. Diesmal fehlte ihm vor allem die Bewegung ohne Ball. "Wir brauchen vier, fünf Anspielstationen, die variabel sind und sich bewegen", forderte er. Wenn sich nur einer anbiete, sei das zu wenig. Auch mit der Spielleitung hatte der Schrick-Trainer am Ende kein Problem. Über je eine mögliche Handszene auf beiden Seiten könne man reden, sagte Bitter, insgesamt habe der Schiedsrichter seine Linie aber durchgezogen und das Spiel gut geleitet. "Es war ein rassiges, schnelles Spiel, aber nicht unfair", lautete sein Fazit zu den Rahmenbedingungen. Der Punkt bleibt für Schrick damit zwar stehen, in der internen Aufarbeitung wird Bitter aber vor allem an der Aktivität und an der Qualität mit Ball ansetzen.

1. Klasse Nord: Spannberg : Schrick - 1:1 (1:1)

  • 34
    Marcel Jass 1:1
  • 32
    Niklas Maier 0:1