Spielberichte

„Mit zehn Mann können wir das sogar gewinnen“ – Kirchberg nimmt Rohrendorf nach früher Roter einen Punkt ab

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FC Rohrendorf
USC Kirchberg/Altenwörth

In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat sich FC Moser Medical Rohrendorf gegen USC Kirchberg/Altenwörth mit einem 0:0 begnügen müssen. Aus Sicht von Kirchberg-Trainer Oliver Oberhammer war die Partie vor allem wegen der Roten Karte gegen Christoph Weber nach 26 Minuten speziell. Trotzdem hielt sein personell stark geschwächtes Team dem Favoriten stand und nahm verdient einen Punkt mit.

Schiedsrichter hält einen Fußball in der Hand

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Rohrendorf startet besser, dann kippt das Spiel durch die Rote Karte

Oberhammer hatte schon vor dem Anpfiff Respekt vor dem Gegner, machte aber auch klar, dass die Voraussetzungen auf beiden Seiten nicht ideal waren. "Rohrendorf war als Titelkandidat natürlich in der Favoritenrolle, aber beide Mannschaften konnten nicht in Bestbesetzung antreten, weil es einige Verletzte und Kranke gab", sagte der Kirchberg-Coach. Auf dem Platz war die Favoritenrolle anfangs auch zu sehen. Rohrendorf begann stärker, kam laut Oberhammer zu Ballgewinnen und war dem Führungstor in dieser Phase nahe. "Sie haben stärker begonnen und zweimal die Latte getroffen", so der Trainer. Genau darin lag für Kirchberg die heikelste Phase der Partie, weil die Gäste da durchaus früh in Rückstand geraten hätten können. Nach rund 20 Minuten bekam Kirchberg das Spiel aber besser in den Griff, ehe in der 26. Minute die nächste zentrale Szene folgte: Christoph Weber sah Rot. Oberhammer bezeichnete die Entscheidung als korrekt. Von diesem Moment an war klar, dass sein Team die Aufgabe in Unterzahl annehmen und den Schwerpunkt noch stärker auf das Verteidigen legen musste.

Viel Ballbesitz für Rohrendorf, aber Kirchberg verteidigt diszipliniert

Mit einem Mann mehr hatte Rohrendorf in den restlichen gut 60 Minuten zwar klar mehr vom Spiel, entscheidend war für Oberhammer aber etwas anderes: Aus der Überlegenheit entstand zu wenig Zwingendes. "Aufgrund der personellen Überzahl hatte Rohrendorf natürlich mehr Spielanteile, konnte daraus aus meiner Sicht eigentlich nur recht wenig Torchancen kreieren", meinte er. Nach den beiden Lattenschüssen vor der Pause erinnerte sich der Trainer in der zweiten Hälfte nur noch an zwei wirklich gefährliche Abschlüsse der Gastgeber, einen Kopfball und einen Schuss aus kurzer Distanz, wo der Klärungsversuch unglücklich vor den Beinen des Rohrendorfer Angreifers landete. Beide Male war Kirchbergs Tormann Alex Nimmervoll zur Stelle. "Wir haben in der zweiten Halbzeit sehr gut verteidigt, sind kompakt geblieben und haben wenig zugelassen", sagte Oberhammer. Dazu kam, dass die Gäste auch bei Standards aufmerksam blieben. Rohrendorf hatte mehrere Eckbälle, "die wir alle gut wegverteidigt haben", wie der Trainer betonte. So entstand das Bild eines Spiels, in dem Rohrendorf das Feld kontrollierte, Kirchberg aber mit viel Disziplin, enger Staffelung und großem Aufwand kaum klare Räume anbot.

Ein aberkanntes Tor, offene Fragen – und großes Lob für die junge Mannschaft

Ganz ohne eigene Momente blieb Kirchberg trotz Unterzahl nicht. Oberhammer sprach davon, dass seine Mannschaft noch "die eine oder andere Kontersituation" hatte und sogar einmal traf. Der Treffer zählte allerdings nicht, weil auf Abseits entschieden wurde. Ob die Entscheidung richtig war, konnte der Trainer von seiner Position aus nicht beurteilen. Ähnlich zurückhaltend äußerte er sich zu einer weiteren Szene im Rohrendorfer Strafraum, bei der aus Kirchberger Sicht Elfmeteralarm aufkam. Klar war für ihn nur, dass beides Schlüsselmomente hätte werden können. "Wenn wir da in Führung gehen, glaube ich, können wir mit zehn Mann sogar gewinnen", sagte Oberhammer. Trotzdem ordnete er das Ergebnis nüchtern ein: "Deswegen geht das 0:0 dann in Ordnung." Zum Schluss stellte er nicht einzelne Situationen, sondern die Leistung seiner Mannschaft in den Vordergrund. "Ein großes Kompliment an meine junge Mannschaft. Wir waren personell wirklich am Limit durch Krankheiten und Verletzungen, und sie haben das sehr gut gelöst", sagte der Trainer. Nach sieben Runden steht Kirchberg damit bei elf Punkten – und nimmt aus Rohrendorf vor allem mit, dass man selbst unter schwierigen Voraussetzungen gegen eine Top-Mannschaft der Liga bestehen kann.