Spielberichte

„Das 2:1 war spielentscheidend“ – Kronberg gewinnt 4:1, obwohl es lange enger war

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USC Kronberg
SC Großengersdorf

In der 1. Klasse Nord setzte sich USC Kronberg am fünften Spieltag mit 4:1 gegen SC Großengersdorf durch, doch so klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war die Partie laut Trainer Felix Wallner nicht. Der Kronberger Coach machte vor allem das 2:1 kurz nach der Pause als Wendepunkt aus, weil seine Mannschaft danach wieder mehr Zugriff bekam und den Heimsieg erst in der Schlussphase deutlich aussehen ließ.

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Starker Beginn, dann rutscht Kronberg die Partie weg

Wallner hatte nach dem Schlusspfiff keinen Grund, das Spiel schönzureden. "Es war ein engeres Spiel, als ich mir erhofft habe", sagte der Trainer offen und beschrieb damit einen Abend, an dem seine Mannschaft zwar gut startete, sich aber nicht früh entscheidend absetzen konnte. Kronberg nahm in den ersten 15 Minuten nach seiner Einschätzung "das Heft in die Hand", spielte mutig nach vorne und ließ dabei auch zwei, drei gute Möglichkeiten liegen. In der 19. Minute wurde dieser Auftakt dennoch belohnt, als Kevin Steiner einen Elfmeter zum 1:0 verwertete. Wallner ordnete die Szene nüchtern ein: Der Strafstoß sei "hart zu pfeifen, aber regelkonform" gewesen, diesmal sei das Glück eben auf Kronberger Seite gewesen. Mit der Führung aber verlor sein Team den Faden. "Mit dem 1:0 haben wir das Spiel ein wenig aus der Hand gegeben", meinte Wallner, und genau das spiegelte sich auch im Verlauf der ersten Hälfte wider. Großengersdorf wurde stärker, kam zu guten Möglichkeiten und hätte die Partie laut Kronbergs Trainer schon früher ausgleichen können, wenn Leon Müller nicht mehrfach stark pariert hätte. Der Kronberger Schlussmann hielt seine Mannschaft mit "zwei, drei sensationellen Paraden" im Spiel, ehe Robert Tichy in der 40. Minute nach einem Stellungsfehler in der Heimabwehr doch das 1:1 erzielte. Selbst danach hätte Kronberg noch mit einer Führung in die Pause gehen können, doch die große Chance mit dem Halbzeitpfiff blieb ungenutzt.

Die Pause bringt den Umschwung

Dass die Partie nach dem Seitenwechsel in eine andere Richtung lief, führte Wallner vor allem auf die Reaktion seiner Mannschaft und die Anpassungen in der Halbzeit zurück. "Wir haben das Spiel gegen den Ball ein wenig verändert und mit dem Ball einige Anpassungen durchgeführt, die sofort Früchte getragen haben", erklärte der Trainer. Kronberg bekam damit rasch wieder mehr Zugriff, und schon in der 48. Minute fiel das 2:1 durch Ilyas Isildar. Dass dem Treffer ein Fehler des gegnerischen Tormanns vorausging, sprach Wallner klar an, ohne dabei nachzutreten. "Das 2:1 war spielentscheidend", sagte er und betonte, wie wichtig dieses Tor für die Richtung des Spiels und die Moral gewesen sei. Nach seiner Einschätzung fand Kronberg mit diesem Treffer "zur alten Stärke zurück", war danach wieder deutlich präsenter und kam zu weiteren Möglichkeiten. Gerade darin lag aus Sicht des Trainers aber auch der Grund, warum die Partie trotzdem lange offen blieb. "Wir hatten dann einige Chancen aufs 3:1, die wir normalerweise nutzen, haben sie leider nicht genutzt", sagte Wallner. Dadurch blieb Großengersdorf im Spiel, auch wenn Kronberg laut seinem Trainer defensiv gut stand. Besonders wichtig war für Wallner dabei, dass die Gäste in der zweiten Halbzeit keinen gefährlichen Torschuss mehr auf das Kronberger Tor brachten, während seine Mannschaft offensiv immer wieder gefährlich blieb. Für ihn war deshalb klar: Sobald das 3:1 fällt, würde die Partie endgültig kippen.

Viel Respekt für den Gegner und Lob für den Unparteiischen

Bemerkenswert war nach dem Spiel, wie deutlich Wallner trotz des klaren Endstands die Leistung des Gegners hervorhob. Großengersdorf habe seiner Mannschaft "einen wirklich guten Kampf" geboten, sei "extrem giftig in den Zweikämpfen" gewesen und habe dabei dennoch mutig nach vorne gespielt. Vor allem das Spiel der Gäste durch das Zentrum imponierte dem Kronberger Trainer. Er sprach von guten Kombinationen mit wenig Kontakten und sagte offen, dass ihn diese Art überrascht habe, weil er eher damit gerechnet hatte, dass Großengersdorf tiefer stehen und mehr gegen den Ball arbeiten würde. "Mir hat imponiert, dass sie wirklich Fußball gespielt haben", meinte Wallner, der nach dem Match auch dem gegnerischen Trainer gesagt habe, dass diese Mannschaft in der Liga noch vielen wehtun werde. Auch die Leistung des Schiedsrichters beurteilte der Kronberger Coach positiv. Wallner sprach von einer "Autoritätsperson", die eine klare Linie gehabt und viel kommuniziert habe. Die einzige wirklich strittige Szene blieb damit der Elfmeter zum 1:0, den er selbst nicht überhöhen wollte. Dass man diese Entscheidung geben könne, aber nicht müsse, hatte er schon unmittelbar nach dem Spiel klar so eingeordnet.

Zeilinger und Durcevic sorgen spät für klare Zahlen

Weil Kronberg das dritte Tor lange nicht nachlegte, blieb die Partie bis in die Schlussphase spannend. Erst in der 89. Minute sorgte Fabian Zeilinger mit dem 3:1 für die Vorentscheidung, ehe Drago Durcevic in der Nachspielzeit noch zum 4:1 traf. Gerade deshalb wollte Wallner den Endstand nicht als Maßstab für den tatsächlichen Verlauf verstanden wissen. "Der Sieg geht für mich in Ordnung, wenn er auch ein wenig zu hoch ausgefallen ist", sagte er, und ergänzte: "Das 4:1 wirkt relativ klar. So klar war das Spiel aber nicht." Für Kronberg steht damit nach fünf Runden der nächste Erfolg zu Buche, die Mannschaft hält bei zwölf Punkten und bleibt in der Spitzengruppe dabei. Wallner sprach insgesamt von einem guten Weg, verwies aber zugleich darauf, dass seine Mannschaft hungrig bleiben müsse. Verbesserungspotenzial gebe es immer, außerdem habe Kronberg aktuell eine große Verletzungsliste. Umso zufriedener sei man mit dem bisherigen Saisonverlauf. Die Richtung für die nächsten Wochen formulierte der Trainer ohnehin einfach und passend: "Wir müssen Woche für Woche kämpfen und uns alles hart erarbeiten, weil geschenkt bekommst du in der Liga nichts."

1. Klasse Nord: Kronberg : Großengersdorf - 4:1 (1:1)

  • 91
    Drago Durcevic 4:1
  • 89
    Fabian Zeilinger 3:1
  • 48
    Ilyas Isildar 2:1
  • 40
    Robert Tichy 1:1
  • 19
    Kevin Steiner 1:0