In der 1. Klasse Nord hielt SC Großengersdorf gegen USV 1950 Hauskirchen lange ordentlich dagegen, stand am Ende aber mit einer klaren 0:4-Niederlage da. Trainer Patrick Groher sah vor allem zwei verschiedene Halbzeiten: Vor der Pause habe seine Mannschaft viel richtig gemacht und einige Situationen nicht sauber zu Ende gespielt, nach dem 0:2 sei sie dann aus dem Spiel geraten.
Der Start verlief für die Gastgeber allerdings bitter. Bereits in der 9. Minute brachte Filip Kukucka die Gäste mit 1:0 in Führung. Groher wollte dieses Tor nach dem Spiel nicht einfach als normalen Rückschlag stehen lassen, denn aus seiner Sicht war die Szene regelwidrig: "Das Tor in der ersten Halbzeit war ein klares Abseits, das leider nicht gegeben wurde." Entscheidend war für ihn aber auch, wie seine Mannschaft danach reagierte. "In der ersten Halbzeit waren wir sehr gut im Spiel", sagte der Trainer. Nach dem 0:1 seien die Großengersdorfer sogar "klar besser als der Gegner" gewesen, hätten es aber verabsäumt, ihre Chancen fertig zu spielen und sich zumindest mit einem Treffer zu belohnen. So ging es trotz einer aus seiner Sicht ordentlichen Phase mit dem 0:1 in die Pause.
Genau dort setzte für den Großengersdorfer Trainer nach dem Seitenwechsel die negative Wende ein. In der ersten Halbzeit habe "prinzipiell einiges funktioniert", nach der Pause sei seine Mannschaft aber nicht mehr an das Niveau davor herangekommen. Florian Schön erhöhte in der 60. Minute auf 2:0, und dieses Gegentor war für Groher der eigentliche Wendepunkt der Partie. "Das zweite Tor nach einem Stellungsfehler war definitiv der Knackpunkt. Danach ist es bergab gegangen", sagte er. Was danach folgte, passte aus seiner Sicht zum gesamten zweiten Durchgang. Großengersdorf war nicht mehr so präsent, kam in die Zweikämpfe schlechter hinein und ließ Hauskirchen in die Umschaltmomente kommen. Die Gäste nutzten das eiskalt aus: Filip Kukucka traf in der 70. Minute zum 3:0, Stefan Zeiner stellte in Minute 76 den 4:0-Endstand her.
Groher machte nach dem Spiel keinen großen Umweg um seine Analyse. "In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr in den Zweikämpfen aktiv. Wir haben einfach nicht gekämpft und haben uns leider zu früh aufgegeben", sagte er offen. Gleichzeitig sprach er Hauskirchen die entscheidende Stärke nicht ab. Vor allem nach der Pause seien die Gäste "kaltschnäuzig vor dem Tor" gewesen, hätten die Umschaltmomente gut genutzt und ihre Chancen konsequent verwertet. Dass Hauskirchen nach der sechsten Runde an der Spitze der Tabelle steht, passte zu diesem Auftritt nach der Pause. Für Großengersdorf bleibt nach dem 0:4 dagegen die Erkenntnis, dass eine gute erste Halbzeit allein nicht reicht, wenn man sich für die bessere Phase nicht belohnt und danach den Faden verliert. "Das war insgesamt zu wenig für einen Sieg", fasste Groher die Niederlage nüchtern zusammen.