In der 1. Klasse Nordwest-Mitte feierte der USC Kirchberg/Altenwörth beim SV Heldenberg einen hart erkämpften und erspielten 3:2-Auswärtssieg, der viel Gesprächsstoff bot. Heldenberg ging in beiden Halbzeiten früh in Führung, doch die Gäste antworteten jeweils rasch – erst per erzwungenem Eigentor, dann durch Doppelpacker Alexander Kurzbauer. Trotz einer Roten Karte gegen Simon Schörg drehte Kirchberg die Partie. Trainer Oliver Oberhammer sprach von „Geschenken zu Beginn jeder Halbzeit“, betonte aber: „Danach hatten wir Spielkontrolle und mehr Chancen – am Ende haben wir verdient gewonnen.“ Sein Team blieb nach dem Rückstand ruhig und setzte den Matchplan um.

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Heldenberg erwischte einen Traumstart: Bereits in der dritten Minute netzte Matthias Arnold zum 1:0 ein. „Die ersten fünf Minuten jeder Halbzeit waren eine Katastrophe, da waren wir jeweils noch mit den Gedanken nicht im Spiel“, räumte Oliver Oberhammer ein. Kirchberg schüttelte sich jedoch nur kurz, übernahm immer mehr das Kommando und glich nach einer Viertelstunde aus – offiziell als Eigentor von Lukas Ehemoser gewertet, aber klar erzwungen. Oberhammer schilderte die Szene so: „Tomislav Kovacevic gewinnt im Pressing den Ball, dribbelt an, spielt auf Tobias Fiedler, dieser bringt einen scharfen Stanglpass zur Mitte. Der Verteidiger will klären rutscht in den Stanglpasse hinein und befördert den Ball ins eigene Tor.“ In der Folge hatten die Gäste mehr vom Spiel, hatten auch einige Szenen im gegnerischen Strafraum, waren dort aber nicht zwingend genug. Aber sie ließen hinten nichts mehr zu und brachten das 1:1 sicher in die Pause. „Danach hatten wir Spielkontrolle und waren die bessere Mannschaft mit mehr Torchancen“, sagte der Coach.
Nach dem Seitenwechsel traf wieder Arnold früh zum 2:1 (50.). Doch die Antwort kam prompt: Nur zwei Minuten später stellte Alexander Kurzbauer auf 2:2 und brachte Kirchberg zurück in die Spur. Ein Traumtor, „der schnelle Ausgleich zum 2:2 war extrem wichtig. Wäre es länger 1:2 gestanden, wäre es für uns schwerer geworden das Spiel zu drehen“, erklärte Oberhammer. In Minute 66 wurde es heikel: Simon Schörg sah Rot, die Gäste mussten in Unterzahl weiterspielen. Anstatt zu wackeln, setzten sie den nächsten Stich. In der 77. Minute schlug Kurzbauer erneut zu und drehte das Spiel komplett. „Wir haben auch mit einem Mann weniger das 3:2 erzielt – aus einer sehr schönen Aktion, – und waren der verdiente Sieger“, so der Trainer. Zusätzlich hatten die Krichberger auch noch zwei 100%ige aufs 4:2, einmal scheiterte Fiedler aus abseitsverdächtiger Position im 1:1 gegen den Tormann, bei der zweiten Chance bringt Kovacevic den Ball nicht am Verteidiger zum völlig frei stehenden Klimpfinger vorbei.
Im Fazit nahm Oliver Oberhammer seine Mannschaft in die Pflicht – und lobte sie gleichzeitig. „Die ersten fünf Minuten jeder Halbzeit waren eine Katastrophe“, wiederholte er, „aber über 80 Minuten Strecken waren wir die aktivere und bessere Mannschaft und haben kaum Chancen zugelassen.“ Auf Nachfrage nach besonderen Stärken des Gegners wollte er nichts hervorheben: „Nein, es gab nichts was wir nicht schon wußten, aber Heldenberg ist eines der wenigen Teams, die versuchen mit einem kontrollierten Spielaufbau von hinten heraus zum Erfolg zu kommen. Dafür gebührt ihnen Respekt!“ In der Tabelle der Liga behauptet der USC Kirchberg/Altenwörth mit 39 Punkten nach 20 Spielen Rang zwei, während der SV Heldenberg mit 23 Zählern auf Platz zehn liegt. Für Kirchberg bleibt die Lehre klar: die Startphasen abstellen, die starke Kontrolle und Effizienz – angeführt von Doppelpacker Kurzbauer – mitnehmen und weiter punkten.