Ein zähes Stück Arbeit in der 1. Klasse Nordwest-Mitte endete mit einem späten Jubel für den USC Ruppersthal: Gegen den SV Droß drehte die Jenisch-Elf nach der Pause ein 0:1 noch in ein 2:1. Trainer Ewald Jenisch sprach von einem schwierigen Nachmittag, an dem seine Mannschaft lange hinterherlief, sich dann herankämpfte und in der Nachspielzeit den Deckel draufsetzte. „Wir haben wirklich, eigentlich sehr glücklich gewonnen“, meinte der Coach, der trotzdem stolz auf den Auftritt seiner dünn besetzten Truppe war.

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Der Start lief nicht nach Plan: Droß nutzte eine seiner Möglichkeiten und ging in Minute 31 durch Niklas Vorlaufer 0:1 in Führung. Mit diesem Rückstand ging es auch in die Pause, Ruppersthal suchte lange den Faden. „Wir sind in Rückstand geraten, haben Zeit gebraucht, bis wir halbwegs ins Spiel gefunden haben“, beschrieb Ewald Jenisch den Verlauf. Nach dem Seitenwechsel legten die Hausherren einen Gang zu, kamen besser in die Zweikämpfe und wurden belohnt: Maurice Matzku traf in der 71. Minute zum 1:1. Ruppersthal blieb am Drücker, ließ hinten wenig zu – und bekam in der Nachspielzeit den entscheidenden Moment: In der fünften Minute der Zugabe drückte Artan Selimi den Ball zum 2:1 über die Linie. „Das zweite Tor war so eine Stocherei im Strafraum, ein kurioses Tor“, so Jenisch, der von einem harten Stück Arbeit sprach, das erst ganz spät kippte.
Warum der USC das Spiel doch noch zog, beantwortet der Trainer ohne Umschweife: „Ja, auf den Kampfgeist. Man muss wirklich bis zum Ende spielen – darauf kann man sehr stolz sein.“ Ruppersthal trat an diesem Tag mit kleinem Kader an, dennoch hielt die Mannschaft das Tempo hoch und blieb geduldig. „Wir hatten sehr, sehr wenige Spieler zur Verfügung. Die Mannschaft hat das weggesteckt, sich gezeigt und noch einmal alles gegeben“, erklärte Jenisch. Dass der Sieg spät fiel und in seiner Entstehung nicht unbedingt aus dem Lehrbuch war, störte ihn wenig: „Wir haben ausgeglichen und dann durch ein kurioses Tor 2:1 gewonnen – es war sehr, sehr schwierig.“ Für den Coach war es entscheidend, dass seine Elf nach dem 0:1 nicht die Köpfe hängen ließ, sondern zulegte und sich schließlich belohnte.
Bei allem Jubel fand Ewald Jenisch klare Worte des Respekts für den Gegner. „Droß hat von Anfang an sehr dagegengehalten, ist gut ins Spiel gekommen, hatte ein, zwei Chancen und hat uns das Leben bis zum Ende schwer gemacht“, sagte er. Sein Fazit fällt fair aus: „Sie hätten sich, glaube ich, einen Punkt verdient.“ Auch über den Schiedsrichter gab es keine Diskussionen. „Gar nicht, nein. Der Schiedsrichter war total in Ordnung. Es war ein ganz normales Meisterschaftsspiel, mit sehr wenigen aufregenden Szenen, souverän gepfiffen“, so der Trainer. Für die Zuschauer war es damit kein Spektakel mit Großchancen im Minutentakt, sondern ein intensives Unterhaus-Duell, das über Einsatz, Geduld und späte Konsequenz entschieden wurde – und in dem Ruppersthal das nötige Quäntchen auf seiner Seite hatte.
Der späte Dreier zahlt direkt auf die Tabelle ein: Nach 20 Runden hält der USC Ruppersthal bei 31 Punkten und rangiert damit im stabilen Mittelfeld auf Platz acht. Für die Mannschaft von Ewald Jenisch ist es ein Sieg, der Selbstvertrauen gibt – auch, weil er unter schwierigen Voraussetzungen erkämpft wurde.
Der SV Droß bleibt trotz starker Gegenwehr und einer langen Führung bei fünf Zählern Schlusslicht und muss weiter auf den nächsten Punkt hoffen. Jenisch schaut derweil nach vorn und setzt auf die Tugenden, die den Umschwung gebracht haben: „Wir waren stabil und haben bis zum Ende alles gegeben.“ Genau diese Haltung wird Ruppersthal auch in den kommenden Wochen brauchen, wenn die nächste enge Partie auf dem Programm steht.