In der 1. Klasse Nordwest-Mitte hat sich SC Sitzenberg-Reidling am Sonntag dem SV Heldenberg mit 1:2 geschlagen geben müssen. Für Trainer Manuel Weber war der Auswärtssieg verdient, weil seine Mannschaft über weite Strecken das aktivere Team war, mehr klare Chancen vorfand und auch nach dem späten Anschlusstreffer nicht mehr entscheidend ins Wanken geriet.

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Für Heldenberg begann die Partie fast nach Wunsch. Schon in der 3. Minute sprang die Führung heraus, als ein Freistoß von Philipp Heider in den Strafraum segelte und Benjamin Steinwendtner den Ball unhaltbar ins eigene Tor abfälschte. Weber sah darin den frühen Lohn für einen wachen Beginn. "Wir waren von Anfang an griffig und sehr aktiv, auch gegen den Ball", sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Für ihn war die erste Halbzeit überhaupt die Phase, in der seine Mannschaft das Spiel am klarsten auf ihre Seite zog. Im Mittelfeld habe Heldenberg gute Aktionen gezeigt, dazu seien immer wieder Bälle in die Tiefe und auf die Flügel gekommen. Gleichzeitig hob Weber hervor, dass hinten wenig zugelassen wurde. Besonders die Defensivarbeit um Sasa Jovanovic stellte er heraus. Noch vor der Pause hätte der Vorsprung aus seiner Sicht sogar deutlicher ausfallen können, weil Matthias Arnold einmal die Stange und einmal die Latte traf. Gerade deshalb blieb beim Trainer trotz der Führung ein kleiner Punkt offen: "Wir schaffen es wieder nicht, unsere klaren Torchancen in Tore umzumünzen."
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Plan der Gäste erkennbar. Sitzenberg musste nach dem 0:1 mehr riskieren, Heldenberg stellte sich stärker auf Umschaltmomente ein und kam damit erneut zu Möglichkeiten. In der 51. Minute fiel dann das zweite Tor, das Weber als sauber ausgespielte Szene schilderte. Matthias Knell setzte sich auf der linken Seite durch, brachte den Ball flach in den Strafraum und Philipp Heider schob zum 0:2 ein. Für Heldenberg war das in dieser Phase ein wichtiger Treffer, weil die Gäste zwar schon zuvor vieles richtig machten, sich aber noch nicht entscheidend abgesetzt hatten. Weber meinte, dass danach weitere Konterchancen da gewesen seien, weil Sitzenberg hinten noch mehr aufmachen musste. Genau dort sah er aber auch die einzige echte Kritik an seinem Team. "Wenn wir die Chancen besser nutzen, hätten wir viel früher mehr Ruhe gehabt", sagte er. So blieb das Spiel trotz klarer Vorteile der Gäste länger offen, als es aus Heldenberger Sicht nötig gewesen wäre.
Ganz ohne Anpassung lief es für Heldenberg allerdings nicht. Weber erklärte, dass ihn Sitzenberg zu Beginn mit drei sehr offensiven Stürmern und ihrem Wechselspiel vor kleinere Probleme gestellt habe. "Das haben wir zur Pause positionstechnisch ein wenig korrigiert", sagte der Trainer, und genau diese Korrektur sei ein wichtiger Grund gewesen, warum seine Mannschaft danach weiter stabil blieb. Auch als die Gastgeber nach dem 0:2 verständlicherweise mehr nach vorne machen wollten, sah Weber seine Elf defensiv gut organisiert. Erst in der 80. Minute gelang Sitzenberg durch Adrian Strapek der Anschlusstreffer zum 1:2. Für den Trainer war das die eine Szene, in der der Gegner wirklich gefährlich in den Strafraum kam und daraus Kapital schlug. Ansonsten seien viele Angriffe des Heimteams "irgendwo im Sand verlaufen", weil Heldenberg als Mannschaft geschlossen verteidigt habe. Genau dieses Gesamtbild gefiel Weber besonders: "Wir haben als Mannschaft sehr gut verteidigt." Dazu kam aus seiner Sicht ein kreatives und variables Spiel nach vorne, mit dem Heldenberg im Mittelfeld über lange Strecken die etwas bessere Mannschaft gewesen sei.
Am Ende blieb beim Heldenberger Trainer deshalb vor allem Zufriedenheit. "Unzufrieden kann ich eigentlich mit fast nichts sein", sagte Weber, und dieser Satz passte gut zu seinem gesamten Rückblick auf die 90 Minuten. Er sprach von einer "kompakten Arbeitsleistung der ganzen Mannschaft" und betonte, dass seine Elf nicht unverdient als Sieger vom Platz gegangen sei. Besonders bemerkenswert war der Erfolg für ihn auch deshalb, weil es laut seiner Einschätzung der erste Heldenberger Sieg in Sitzenberg war. Neben dem Lob für seine Spieler fand Weber auch noch ein positives Wort für den Unparteiischen, dessen Leistung er als sehr gut einstufte. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt aber nicht. Heldenberg hält nach sechs Runden bei zehn Punkten und richtet den Blick schon auf die nächste Aufgabe. Weber formulierte es schlicht und passend zum Sonntagabend: Die Mannschaft solle den Sieg genießen, denn "nächste Woche haben wir mit Krems die nächste schwere Aufgabe".