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„Verloren haben wir sie selber“ – Zellerndorf kassiert in Spitz nach 0:0 zur Pause noch ein 0:3

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SV Spitz
SV Zellerndorf

In der 1. Klasse Nordwest-Mitte hat SV Spitz/Donau den SV Zellerndorf am Sonntag mit 3:0 besiegt. Zur Pause stand es noch 0:0, danach entschieden Peter Sekora, Daniel Nothnagl und Ovidiu Costel Bordas die Partie. Zellerndorfs Obmann Ferdinand Riedl sprach danach dennoch von einer Begegnung, die „eigentlich auf ein 0:0 rausgelaufen“ wäre – ehe ausgerechnet eigene Fehler den Ausschlag gaben.

Rote Schalensitze einer Fußballtribüne

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Lange wenig los, dann wurde Zellerndorf kurz besser

Wer nur das Endergebnis liest, könnte auf eine einseitige Sache schließen. So hat Ferdinand Riedl das Spiel aber nicht gesehen. „Im Großen und Ganzen war das eigentlich eine Partie, die auf ein 0:0 rausgelaufen wäre, weil Chancen nicht wirklich wer gehabt hat“, sagte der Obmann nach dem Schlusspfiff. Vor allem die erste Halbzeit beschrieb er als zähe Angelegenheit, in der auf beiden Seiten wenig zusammenlief. Auch den Gegner nahm er anfangs nicht als klar überlegen wahr: „Am Anfang war das von beiden Mannschaften keine gute Partie. Sie waren ein bissl aktiver, aber auch nicht gefährlich.“ Nach dem Seitenwechsel sah Riedl seine Mannschaft dann sogar verbessert aus der Kabine kommen. „In der zweiten Hälfte sind wir ein bissl gestärkt rausgekommen, haben etliche Chancen gehabt“, meinte er. Genau in dieser Phase schien für die Gäste also eher etwas drin zu sein, ehe die Partie doch in eine andere Richtung kippte.

Das 1:0 war für Riedl der Knackpunkt

Entscheidend wurde aus Zellerndorfer Sicht dann die 62. Minute, als Peter Sekora Spitz mit 1:0 in Führung brachte. Riedl machte aus seiner Sicht keinen Hehl daraus, dass genau dieses Tor das Spiel aufgebrochen hat: „Das 1:0 war entscheidend.“ Danach kamen die Gäste offensiv nicht mehr mit derselben Wucht nach vorne. „Nachher sind wir nicht mehr zwingend vor das Tor gekommen“, sagte der Trainer. Dass daraus am Ende noch eine klare Niederlage wurde, lag auch daran, dass Spitz nachlegte. Daniel Nothnagl erhöhte in der 80. Minute auf 2:0, in der Nachspielzeit setzte Ovidiu Costel Bordas mit dem 3:0 den Schlusspunkt. Riedl blieb in seiner Analyse aber bei der eigenen Verantwortung. „Sie haben es in der zweiten Halbzeit klassisch ausgenutzt durch unsere Fehler“, sagte er. Beim ersten Treffer könne man zwar diskutieren, „ob das nicht ein Foul war“, weil sein Tormann dabei getroffen worden sei. Eine Ausrede wollte er daraus aber ausdrücklich nicht machen: „Wir brauchen uns nicht am Schiedsrichter festhalten. Verloren haben wir sie selber.“

Viele Ausfälle und ein improvisierter Tormann

Dass Zellerndorf unter schwierigen Voraussetzungen nach Spitz gefahren war, sprach Riedl der auch selbst in der Reserve ausgeholfen hat, offen an. Insgesamt habe es in Kampfmannschaft und Reserve 13 Ausfälle gegeben. Dazu kam noch die besondere Situation im Tor. Der etatmäßige Einser sei krank aus dem Urlaub zurückgekommen, auch der zweite Tormann habe gefehlt. Deshalb musste ein Spieler einspringen, der laut Riedl „mehr oder weniger nur mehr gesagt hat, er hilft in der U23 oder in der Reserve aus“. Gerade deshalb wollte der Obmann Ersatzmann überhaupt keinen Vorwurf machen – im Gegenteil. „Er hat die Sache toll gemacht und uns ein paar Mal gerettet“, betonte Riedl. Auch insgesamt wollte er seine Mannschaft nicht schlechter machen, als sie aus seiner Sicht wirklich war. „Der letzte Zacken nach vorne, der letzte Biss hat gefehlt, dass wir das wirklich über die Runden bringen. Aber im Großen und Ganzen war es nicht so schlecht“, lautete sein Fazit. In einem Spiel, das lange offen blieb, wogen die personellen Probleme aus seiner Sicht zwar mit, sie sollten aber nicht alles erklären.

Keine Ausreden, der Blick geht zu Sitzenberg

Trotz des klaren 0:3 suchte Riedl nach dem Spiel nicht die große Entschuldigung, sondern eher die nüchterne Einordnung. Positiv war für ihn schon, dass der Verein trotz der vielen Ausfälle überhaupt noch zwei komplette Mannschaften stellen konnte. „Wir haben immerhin noch zwei komplette Mannschaften stellen können“, sagte er und sah darin unter dem Strich zumindest einen Beleg dafür, dass man sich durchgebissen habe. Sportlich bleibt dennoch die Erkenntnis, dass Zellerndorf an diesem Nachmittag offensiv nicht den letzten Druck entwickeln konnte und die eigenen Fehler teuer bezahlte. Viel länger wollte Riedl bei der Niederlage aber nicht hängen bleiben. „Jetzt müssen wir den Kopf richten, die Krone richten. Nächste Woche kommt Sitzenberg, da werden wir wieder Vollgas geben“, sagte der Obmann. Nach einem Spiel, das für ihn lange nach 0:0 aussah, soll die Reaktion also möglichst schnell folgen.

1. Klasse Nordwest-Mitte: Spitz : Zellerndorf - 3:0 (0:0)

  • 93
    Ovidiu Costel Bordas 3:0
  • 80
    Daniel Nothnagl 2:0
  • 62
    Peter Sekora 1:0