In der 1. Klasse Nordwest-Mitte hat der USC Ruppersthal den SC Lengenfeld mit 1:0 niedergerungen und damit den nächsten knappen Sieg angeschrieben. Lange war es eine zähe, enge Partie ohne viel Spielfluss, ehe Nicolas Pirker in der 85. Minute zuschlug. Trainer Ewald Jenisch brachte den Charakter des Nachmittags auf den Punkt: "Es hat so ausgeschaut: Wer das erste Tor macht, gewinnt das Spiel."

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Von Beginn an war für Ruppersthal klar, dass das kein Spiel werden würde, in dem man dem Spiel mit Leichtigkeit den Stempel aufdrückt. Jenisch sah einen gut vorbereiteten Gegner, der seine Mannschaft bewusst aus der Ordnung locken wollte. "Das war schwierig für uns, weil der Gegner gut vorbereitet war", sagte der Trainer. Ruppersthal stand zwar stabil, aber ins Rollen kam die Partie kaum. "Wir sind gut gestanden, aber es war eher ein Abtasten", erklärte Jenisch. Lengenfeld machte die Räume eng, suchte immer wieder den direkten Weg nach vorne und arbeitete viel mit langen Bällen. Dazu kamen schnelle Spieler, die den Gastgebern nach Aussage des Trainers "schon ein paar Probleme bereitet" haben. So blieb es bis zur Pause beim 0:0, was zum Spielverlauf gut passte, weil beide Mannschaften wenig hergaben und sich in den Zweikämpfen nichts schenkten.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Ruppersthal mehr Druck zu entwickeln, auch wenn Jenisch keine große Offensivshow gesehen hat. "Wir haben in der zweiten Hälfte schon versucht, mehr zu machen. Wir haben zwei Halbchancen gehabt und ein paar gute Möglichkeiten", sagte er. Die Entscheidung fiel dann erst spät, in einer Phase, in der tatsächlich jeder Treffer schon wie ein Wirkungstreffer wirken musste. In der 85. Minute war Nicolas Pirker zur Stelle und traf zum 1:0. Jenisch nannte diesen Moment "die Erlösung" und beschrieb die Szene so, dass nach einem Torschuss, den der Lengenfelder Schlussmann abwehren konnte, Pirker nachsetzte und aus kurzer Distanz verwertete. Das letzte Wort war damit aber noch nicht gesprochen, denn Lengenfeld bekam danach noch einen Elfmeter zugesprochen. Ruppersthals Torwart parierte jedoch und hielt damit die knappe Führung fest. "Deswegen haben wir gewonnen", sagte Jenisch, der in genau dieser Schlussphase die beiden spielentscheidenden Szenen des Nachmittags sah.
So groß die Freude über die drei Punkte war, so offen sprach der Ruppersthal-Coach auch über die Leistung seiner Mannschaft. "Wir waren mit Herz und mit allem drum und dran am Platz. Wir haben alles versucht", sagte Jenisch, schob aber gleich nach, dass der Auftritt am Ball nicht wirklich geglückt sei. "Spielerisch war es nicht sehr berauschend." Sein Team habe sich dem Gegner ein Stück weit angepasst, verhalten reagiert und nicht den gewohnten Spielfluss gefunden. Auch deshalb wollte der Trainer den Sieg nicht größer machen, als er war. "Glanzleistung war es keine", stellte er klar. Gerade im Kombinationsspiel habe man nicht die Linie gezeigt, die er sehen wollte. Trotzdem nahm Jenisch auch etwas Positives mit: Seine Mannschaft sei mit dem Vertrauen aus den bisherigen Ergebnissen "kompakter aufgetreten" und mit "etwas breiterer Brust" auf den Platz gegangen. Für ihn war es insgesamt "ein Spiel auf Augenhöhe mit dem glücklicheren Ende für unsere Mannschaft".
Unter dem Strich bleibt für Ruppersthal ein Sieg, der vielleicht nicht glänzte, aber im Rennen vorne in der Tabelle wichtig ist. Mit nun 18 Punkten nach acht Runden bleibt der USC auf Tuchfühlung zur Spitze, während Lengenfeld bei sieben Zählern hält. Jenisch machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft in den kommenden Wochen deutlich mehr gefordert sein wird. "Jetzt haben wir ganz schwierige Aufgaben vor uns", sagte er mit Blick auf die nächsten Spitzenspiele. Eines davon führt seine Mannschaft auswärts zu einem Team, das er als Titelfavoriten einstuft. Dort sieht er Ruppersthal klar in der Außenseiterrolle. Gerade das könnte ihm aber sogar entgegenkommen. "Vielleicht liegt uns die Rolle", meinte Jenisch. Nach diesem 1:0 ist jedenfalls klar: Wenn es eng wird, traut sich Ruppersthal inzwischen zu, solche Spiele auf seine Seite zu ziehen.