Spielberichte

Tomislav Stanimirovic: "Wir haben das System geändert" – ASK Klein-Neusiedl dreht 1:3 zu 4:3

Siebenhirten/Wien
ASK Klein-Neusiedl

Ein Nachmittag mit zwei Gesichtern: Im Aufeinandertreffen von SC Siebenhirten/Wien und ASK Klein-Neusiedl in der 1. Klasse Ost kippte die Partie nach der Pause komplett. Co-Trainer Tomislav Stanimirovic übte zunächst deutliche Selbstkritik, dann prägten Umstellung und Glaube an die Wende das Geschehen. Während Siebenhirten in den ersten 40 Minuten klar die Oberhand hatte und Klein-Neusiedl zur Halbzeit mit 1:3 zurücklag, rückten nach einer intensiven Kabinenansprache und einem frühen Anschlusstreffer die Gäste in den Fokus. Aus dem „anders auftreten“ wurde auf dem Feld mehr Zugriff, mehr Ballbesitz – und am Ende ein emotionaler Schlusspunkt, der die Dynamik des Spiels vollends drehte.

Weiß-Goldene Fußballschuhe auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Vom Fehlstart zur Reaktion

Stanimirovic zeichnete ein deutliches Bild der ersten 45 Minuten: „Wenn wir die 1. Halbzeit hernehmen, war Siebenhirten ganz klar die bessere Mannschaft. Über rund 40 Minuten haben wir fast jeden Zweikampf verloren, waren zu spät am Ball und nicht kompakt genug – als Mannschaft haben wir einfach nicht funktioniert.“ Der Wendepunkt lag in der Pause: „Entscheidend war, dass wir in der Halbzeit miteinander geredet und das System geändert haben. In der 2. Halbzeit haben wir versucht, besser ins Spiel zu finden.“ Der frühe Treffer nach Wiederbeginn nährte den Glauben: „Der Anschlusstreffer kam früh, und wir wussten, dass genug Zeit bleibt, um zumindest einen Punkt zu holen – oder sogar drei.“

Ballbesitz kippt – Joker entscheidet

In seiner Einordnung der Spielanteile wurde der Kontrast zwischen den Halbzeiten deutlich: „In der 1. Halbzeit ganz klar Siebenhirten mit mehr Ballbesitz. In der 2. Halbzeit waren dann wir die Mannschaft mit mehr Kontrolle; von Siebenhirten kam nicht mehr viel.“ Dem 1:3-Pausenstand stellte Klein-Neusiedl eine beherzte Aufholjagd gegenüber: Philipp Riedl verkürzte kurz vor der Pause auf 1:3, David Melis machte nach Wiederbeginn das 2:3, ehe Peter Kratz in der 76. Minute zum 3:3 und in der 88. zum 4:3 traf. Die Gastgeber beendeten die Partie nach Gelb-Rot für Fabien Damböck in der 84. Minute in Unterzahl. Aus Sicht der Gäste trug auch ein mutiger Personalgriff zum Umschwung bei, wie Stanimirovic schilderte: „Ganz klar Mann des Spiels war Peter Kratz, den ich in der 75. Minute als Stürmer gebracht habe – eigentlich ist er Innenverteidiger. Bei Rückstand hat er mit seinem Doppelpack das Spiel gedreht und für uns gewonnen.“

Respekt für den Gegner und der Blick nach vorn

Trotz des 4:3-Auswärtssiegs blieb die Anerkennung für den Gastgeber klar formuliert. „Siebenhirten lässt den Ball sehr gut laufen, hat ein paar trickreiche Spieler, die das Spiel in die Hand nehmen – insgesamt eine starke Mannschaft, die gut aufgetreten ist.“ Gleichzeitig lieferte Stanimirovic ein Personal-Update: „Wir haben Spieler, die noch immer gesperrt sind, und verletzte Akteure, die uns wohl über die Saison fehlen. Der Einzige, der fürs nächste Spiel zurückkommt, ist Tobias Sostek. Florian Kremser ist noch ein Spiel gesperrt, und die anderen fallen voraussichtlich bis zum Sommer aus.“ Mit der Mischung aus Selbstkritik, klarer Kante in der Halbzeit und entschlossener Reaktion auf dem Platz beschreibt der Co-Trainer eine Mannschaft, die aus einer schwierigen ersten Hälfte gelernt und die Partie mit Haltung und Effizienz in der zweiten gedreht hat.

1. Klasse Ost: Siebenhirten/Wien : Klein-Neusiedl - 3:4 (3:1)

  • 88
    Peter Kratz 3:4
  • 76
    Peter Kratz 3:3
  • 72
    David Melis 3:2
  • 43
    Philipp Riedl 3:1
  • 34
    Karim Ahmed 3:0
  • 22
    Clemens Sujer 2:0
  • 21
    Clemens Sujer 1:0