Nach dem kampfbetonten Duell zwischen Zwölfaxing und Höflein in der 1. Klasse Ost zeigte sich Trainer Kurt Baumann nachdenklich, aber angriffslustig. Er sprach von vielen intensiven Zweikämpfen, mehr Ballkontrolle der Gäste nach der Pause, brenzligen Strafraumszenen in der Schlussphase und klaren Lehren für das Training. Gleichzeitig hob er Leistungsträger hervor und benannte die zentrale Baustelle: die Standards. Baumann haderte zudem mit zwei aus seiner Sicht nicht gegebenen Elfmetern für Zwölfaxing und bewertete den späten Strafstoß zum 3:3 als „kein Elfer“ – die Grundstimmung bleibt kritisch, aber lösungsorientiert.

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„Das war ein kampfbetontes Spiel“, brachte Baumann die Tonlage auf den Punkt. Sein Team setzte den ersten Akzent: Patrik Puskas brachte Zwölfaxing in der 18. Minute mit 1:0 in Front – dem Treffer ging eine sehenswerte Kombination voraus, an deren Ende ein Weitschuss von Sebastian Bauer vom Gästetorhüter nur nach vorne abgewehrt wurde, ehe Puskas den Nachschuss über die Linie drückte. Kaum war der Jubel verklungen, musste sich Zwölfaxing defensiv strecken: Torhüter Hubert Kern verhinderte kurz darauf eine klare Einschussmöglichkeit der Höfleiner und hielt sein Team zunächst vorne. Doch der Druck der Gäste zahlte sich noch vor der Pause aus: Daniel Fischer stellte in der 24. Minute auf 1:1 – mit diesem offenen Spielstand und vielen Zweikämpfen ging es in die Halbzeit.
Nach Wiederbeginn kippte die Partie optisch in Richtung Höflein. Baumann sah den Ball „in der zweiten Halbzeit auf jeden Fall“ häufiger bei den Gästen – und die nutzten ihre Momente: Daniel Fischer traf in der 48. Minute zum 1:2, Arif Kilicaslan legte in der 68. Minute das 1:3 nach. Zwölfaxing wankte, aber kippte nicht: Angeführt von viel Mentalität kam die Mannschaft eindrucksvoll zurück. Besonders prägend: Mustafa Shamandi, der mit einem späten Doppelpack in der 83. Minute zum 2:3 verkürzte und in der 92. Minute per Strafstoß zum 3:3 ausglich – eine Entscheidung, mit der Baumann haderte und die er nicht als elfmeterwürdig empfand. Die Aufholjagd fußte auf ungebrochenem Willen und dem Mut, nach Rückschlägen weiter nach vorne zu spielen.
Im Rückblick ordnete Baumann das Kräfteverhältnis so ein: vor der Pause ausgeglichen, danach mehr Kontrolle bei Höflein. Vor allem aber legte er den Finger in die Wunde der Standards: „Standardsituationen dürfen wir keine Tore mehr bekommen. Das müssen wir viel intensiver trainieren – unsere defensive Ordnung bei Standards passt aktuell nicht. Wir haben heute drei Standardtore bekommen. Das darf nicht passieren.“ Diese Selbstdiagnose setzt die Agenda für die kommenden Einheiten: Kompaktheit, klare Zuordnung, resolutes Zweikampfverhalten im Strafraum. Positiv hob Baumann die individuellen Akzente hervor, die Zwölfaxing den Punkt retteten: Besonders beeindruckten ihn „die zwei Shamandi-Brüder“. Während Mustafa Shamandi das späte Comeback mit seinem Doppelpack vollendete, stand sein Bruder Ahmed sinnbildlich für Präsenz und Biss in einem Spiel, das Zwölfaxing annahm. Ergänzt um die frühe Abschlussqualität von Puskas und die wichtige Parade von Hubert Kern entstand ein Abend, der weniger von Schönheit als von Haltung geprägt war.