Spielberichte

Michael Zulus (Trainer Sportfreunde Berg): 'Kaltenleutgeben war einfach kaltschnäuziger'

Kaltenleutgeben
Sportfreunde Berg

In der 1. Klasse Ost setzte sich der ASK Kaltenleutgeben mit 4:2 gegen die Sportfreunde Berg durch. Für Berg-Trainer Michael Zulus stand die Partie unter schwierigen Vorzeichen: „Wir mussten ohne Stammtorwart und mit sieben Ausfällen antreten.“ Kaltenleutgeben nutzte die Fehler eiskalt, Berg kam spät noch einmal heran – doch die Hausherren blieben am Drücker. „Sie waren einfach kaltschnäuziger“, so Zulus, der trotzdem anmerkte: „In Vollbesetzung holen wir hier vielleicht etwas.“

Nahaufnahme iener weißen Markierungslinie auf Fußballrasen

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Frühe Antwort, dann der Nackenschlag vor der Pause

Der Auftakt gehörte den Hausherren: In der 10. Minute stellte Timur Music auf 1:0. Aus Berg-Sicht war der Start bitter. „Beim 1:0 war unser junger Ersatztormann etwas zaghaft. Ich mache ihm aber keinen Vorwurf“, erklärte Zulus. Seine Mannschaft fand jedoch prompt zurück. Nach einem „wunderschönen Eckball“ traf Philipp Galee in der 14. Minute per Kopf zum 1:1. Die Partie blieb kampfbetont, aber fair, ehe kurz vor der Pause der nächste Rückschlag kam: Sasa Petrovic brachte Kaltenleutgeben in der 39. Minute mit 2:1 in Front. „Da war ein individueller Fehler dabei, sie haben uns mit einem Doppelpass überrumpelt“, sagte Zulus. Mit diesem Rückstand ging es in die Kabinen – und Berg schleppte die Hypothek der vielen Ausfälle weiter mit. „Die Vorzeichen waren keine guten“, betonte der Coach, der bei den Gastgebern „frischen Mut nach dem Trainerwechsel“ ausmachte.

Kurioses 3:2 weckt Hoffnung – doch ein Patzer besiegelt das 4:2

Nach der Pause blieb es eng, doch Kaltenleutgeben legte in Minute 67 nach: Stjepan Gabelic traf zum 3:1. Berg gab sich nicht geschlagen und bekam noch einmal richtig Leben in die Partie – aus einer Szene, die man selten sieht. „Der Torwart nimmt den Ball auf, legt ihn ab und nimmt ihn wieder auf – indirekter Freistoß“, schilderte Zulus. Peter Durica drückte in der 86. Minute den Anschlusstreffer zum 3:2 über die Linie, plötzlich roch es nach einem Punkt. „Wir hätten vielleicht noch ein 3:3 erreichen können“, meinte Zulus. Doch in der Schlussphase passierte der nächste Schnitzer. „Unser Innenverteidiger steht frei bei rund 35 Metern und nimmt den Ball an, statt ihn wegzuhauen. Das misslingt ihm, der Stürmer hat freie Bahn“, ärgerte sich der Trainer – Kevin Rupprechter stellte in der 90. Minute auf 4:2. In der Nachspielzeit sah Kaltenleutgebens Kevin Voznyak noch Rot (90+3), am Heimsieg änderte das nichts mehr.

Zulus lobt den Gegner, hadert mit dem Linienrichter – und richtet den Blick aufs Derby

Nach dem Schlusspfiff blieb Michael Zulus fair in der Analyse. „Kaltenleutgeben hat es an dem Tag sehr gut gemacht und verdient gewonnen“, sagte er und wiederholte seine Hauptthese: „Sie waren routinierter, kaltschnäuziger.“ Gleichzeitig nahm er sein Team in Schutz: „Solche Tage gibt es. Spieler, die sonst wenig Minuten haben, hätten sich zeigen können – es hat nicht funktioniert.“ Ungewöhnlich war auch das 3:2: „So eine Szene mit indirektem Freistoß habe ich fast noch nie gesehen.“ Zur Leitung meinte Zulus: „Die Schiedsrichterin bewerte ich gut, der Linienrichter war aus meiner Sicht nicht gut.“ Er schilderte zudem Ärger über eine Gelbe wegen eines Out-Entscheids und sagte, er habe spät Gelb-Rot gesehen, weil er das Feld betreten habe: „Das nervt, weil ich nächste Woche im Derby nicht an der Linie stehen darf.“ In der Tabelle hält Berg bei 21 Punkten auf Rang neun, Kaltenleutgeben bei zwölf Zählern auf Platz 13. Der Blick geht dennoch nach vorne: „Aus diesen Fehlern müssen wir lernen und es nächste Woche gegen Wolfsthal besser machen.“

1. Klasse Ost: Kaltenleutgeben : Berg - 4:2 (2:1)

  • 90
    Kevin Rupprechter 4:2
  • 86
    Peter Durica 3:2
  • 67
    Stjepan Gabelic 3:1
  • 39
    Sasa Petrovic 2:1
  • 14
    Philipp Galee 1:1
  • 10
    Timur Music 1:0