In der 1. Klasse Ost hat sich SC Leopoldsdorf gegen ASC Götzendorf Oranjezz mit 4:2 durchgesetzt und dabei einen frühen Rückstand gedreht. Für Trainer Kurt Jusits lag der Knackpunkt im 2:1 durch Tobias Boigner: "Das war der Glaube an den Sieg." Weil Leopoldsdorf nach dem 0:1 ruhig blieb, weiter kompakt spielte und über die Außen immer wieder gefährlich wurde, stand am Ende ein Heimsieg, den der Coach als klar verdient einstufte.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Aus Sicht von Jusits sprach zunächst wenig dafür, dass seine Mannschaft in Rückstand geraten würde. "Wir haben ab der ersten Minute dominiert", sagte der Trainer und verwies auf ein kompaktes Mittelfeld, gutes Pressing und schnelles Umschalten. Nach seiner Einschätzung hätte Leopoldsdorf vor dem ersten Gegentreffer sogar schon klar führen können. Stattdessen traf Soma Lörinczy in der 14. Minute zum 0:1 für die Gäste. Die Antwort fiel aber genauso aus, wie es sich der Coach gewünscht hatte. Oliver Winkler glich in der 22. Minute aus, Tobias Boigner drehte die Partie vier Minuten später, und noch vor der Pause stellte Winkler mit seinem zweiten Treffer auf 3:1. Damit war aus einem Rückstand eine starke erste Halbzeit geworden.
Jusits hob nach dem Spiel vor allem einen Punkt hervor: Leopoldsdorf setzte den Matchplan diesmal konsequent um. "Wir wollten über die Flügel agieren, um beide Stürmer in Position zu bringen. Das haben wir diesmal wirklich sehr gut gemacht", sagte er. Nach seiner Analyse entstanden drei der vier Treffer über die Außen, genau dort also, wo seine Elf den Gegner knacken wollte. Dazu kam, dass Leopoldsdorf gegen den Ball engmaschig stand und Götzendorf kaum ins Kombinationsspiel kommen ließ. Der Trainer sah die Gäste vor allem mit weiten und hohen Bällen arbeiten, während seine Mannschaft "sehr präzise in die Tiefe gespielt" habe. Für Jusits war genau das der Unterschied zwischen beiden Teams.
Den entscheidenden Moment der Partie verortete der Leopoldsdorf-Coach ganz klar beim 2:1. "Da hat die Mannschaft neue Energie bekommen", sagte Jusits. Gerade weil die Regenerationszeit nach dem letzten Spiel kurz gewesen sei, habe ihn die Reaktion seiner Mannschaft besonders beeindruckt. "Das 2:1 war der Glaube an den Sieg und hat uns neue Energie gegeben." Leopoldsdorf blieb auch nach der Pause am Drücker und bekam in der 64. Minute die nächste Bestätigung: Wieder war es Winkler, der zum 4:1 traf und damit seinen Dreierpack schnürte. Das späte 4:2 durch Marcel Lücke in der Nachspielzeit änderte an der Einordnung des Trainers nichts mehr. Für ihn hatte seine Mannschaft das Spiel nach dem Rückstand verdient gedreht.
So deutlich die Freude über den Heimsieg auch war, ganz ohne Kritik ließ Jusits den Abend nicht stehen. Ein Punkt störte ihn trotz vier erzielter Tore erneut: die Chancenauswertung. "Wir kreieren und erspielen uns sieben, acht Hochkaräter, und aus diesen Torchancen machen wir viel zu wenig", sagte er. Gleichzeitig verteilte er ein großes Kompliment an seine Mannschaft, die "endlich umgesetzt hat, was wir uns ausgemacht haben" und für ihn die stärkste Herbstleistung gezeigt habe. Auch für den Schiedsrichter fand Jusits klare Worte: "Hervorragende Leistung." Unter dem Strich blieb für ihn deshalb ein Auftritt, der Mut macht, weil Leopoldsdorf kompakt, fokussiert und nach dem 0:1 sehr überzeugend reagierte.