In der 1. Klasse Ost musste sich der ATSV Fischamend daheim dem SV Zwölfaxing mit 1:2 geschlagen geben. Für Trainer Günther Kastner war es eine Niederlage, die sich vor allem mit der fehlenden Durchschlagskraft seiner Mannschaft erklären ließ. Fischamend hatte laut seinem Coach über weite Strecken die Kontrolle, machte aus dem Ballbesitz aber zu wenig und kassierte die Entscheidung nach einer Standardsituation.

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Günther Kastner sah seine Mannschaft von Beginn an in einer guten Rolle. „Wir sind gut in die Partie reingestartet, haben die Kontrolle über das Spiel übernommen“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Aus seiner Sicht war Fischamend zunächst das aktivere Team, kam zu Standardsituationen und fand auch Möglichkeiten vor, unter anderem über Stefan Sandriesser, Florin-Vladut Pop und Florian Chilla. Wirklich Zählbares sprang daraus aber nicht heraus. Kastner formulierte es klar: „Wir haben die Chancen leider nicht genutzt beziehungsweise der Torwart von Zwölfaxing hat sehr gut gehalten.“ Dazu passte auch sein Eindruck vom Gegner in der ersten Hälfte. „Zwölfaxing ist in der ersten Halbzeit offensiv wenig bis gar nicht auffällig geworden“, meinte der Fischamend-Coach. Zur Pause stand es trotzdem 0:0, weil die Gastgeber aus ihrer Überlegenheit keinen Ertrag holen konnten. Genau dieser fehlende Ertrag zog sich aus seiner Sicht durch den ganzen Abend.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Kastner seine Mannschaft zunächst am Drücker. „Wir haben die zweite Halbzeit eigentlich auch wieder in die Hand genommen, haben das Spiel wieder kontrolliert“, sagte er. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht der Moment in der 68. Minute, als Daniel Brunnhofer Zwölfaxing mit 1:0 in Führung brachte. Kastner sprach dabei von einem klaren Auslöser: „Nach einem schweren Patzer im Mittelfeld nach einem Ballverlust haben wir uns das 0:1 eingefangen, aus der ersten Torchance des Gegners.“ Fischamend antwortete aber noch einmal. In der 81. Minute glich Florin-Vladut Pop per Elfmeter zum 1:1 aus, nachdem es zuvor ein Foul an Lukas Kastner gegeben hatte. Der Trainer verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine weitere Szene, in der er noch einmal einen Strafstoß für möglich hielt. Er machte zugleich deutlich, dass er diese Einschätzung nicht als Generalangriff auf die Spielleitung verstanden wissen wollte. „Sonst war es eigentlich eine sehr gute Schiedsrichterleistung, auch vom Assistenten. Die haben alles korrekt bewertet, meines Erachtens nach“, sagte Kastner.
Die Entscheidung fiel dann in der 86. Minute, als Oguzhan Aklanoglu nach einer Standardsituation zum 2:1 für die Gäste traf. Genau dieses Gegentor störte Kastner besonders, weil es für ihn nicht aus einer langen Druckphase des Gegners entstand, sondern aus einer Situation, die seine Mannschaft eigentlich besser verteidigen wollte. „Das 2:1 haben wir aus einer Standardsituation bekommen“, sagte er und verwies darauf, dass ein Ball in den Fünfer kam und am langen Pfosten verwertet wurde. Danach wurde es für Fischamend laut seinem Trainer noch schwieriger, weil sich Zwölfaxing weit zurückzog. „Das wird wahrscheinlich die Entscheidung gewesen sein, weil sich der Gegner danach noch mehr hinten reingestellt hat und wir keine Torchance mehr gehabt haben.“ Die Hauptkritik des Trainers zielte aber nicht nur auf diese eine Szene, sondern auf das gesamte Offensivspiel im letzten Drittel. „Aus unserem Ballbesitz haben wir viel zu wenig gemacht. Der letzte Pass hat oft nicht gepasst“, sagte Kastner. Besonders deutlich wurde er bei der Frage, was seiner Mannschaft gefehlt habe: „Die Effizienz und vor allem die Durchschlagskraft im letzten Drittel. Wir haben drei gegen zwei Situationen nicht ordentlich fertig gespielt und vor dem Tor oft die falschen Entscheidungen getroffen. Da ist bei uns momentan ein bisschen der Knopf drin.“ Trotz ordentlicher Kontrolle im Mittelfeld fiel sein Fazit deshalb ernüchternd aus. „Wenn vorne nicht passt und hinten aus zwei Torchancen zwei Tore fallen, kann man nicht viel Positives finden.“ Für Fischamend bleibt nach dieser Niederlage damit vor allem eine Aufgabe: die Spielkontrolle, die laut Trainer da war, in den kommenden Runden auch wieder in Tore und Punkte umzuwandeln.