In der 1. Klasse Ost hat sich SC Leopoldsdorf am Freitagabend in Runde 13 mit 3:2 gegen ASK Klein-Neusiedl durchgesetzt. Die Gastgeber lagen dabei zweimal zurück, blieben aber über weite Strecken das aktivere Team und drehten die Partie noch. Trainer Kurt Jusits sah vor allem die Reaktion seiner Mannschaft, das Pressing im Mittelfeld und den spürbaren Willen zum Sieg als Grundlage für den verdienten Heimerfolg.

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Für Jusits war der Spielverlauf eigentlich von Beginn an klar erkennbar. „Wir haben von Start weg das Kommando übernommen“, sagte der Leopoldsdorf-Trainer nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft hatte viel Ballbesitz und laut Jusits auch Feldüberlegenheit, musste aber zunächst gegen einen Gegner anlaufen, der sehr tief stand und fast nur auf Umschaltmomente wartete. Genau so fiel dann auch das 0:1 in der 7. Minute, als Lukas Krisztin einen Konter zur Führung für die Gäste abschloss. Leopoldsdorf ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen. Jusits sprach von einer „tollen Reaktion“, seine Mannschaft blieb am Drücker und kam noch vor der Pause zum Ausgleich. Zuvor gab es bereits einen Stangenschuss von Philip Sikora und einen Kopfball von Oliver Winkler, die beide noch nicht den Weg ins Tor fanden. Beim 1:1 in der 41. Minute lief es dann besser: Jusits beschrieb einen schönen Angriff über die linke Seite, Daniel Iliev brachte die Flanke, Christoph Cuder verwertete zum verdienten Ausgleich.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Jusits zunächst „das gleiche Bild“. Leopoldsdorf war spielbestimmend, Klein-Neusiedl blieb auf Konter ausgerichtet und kam in der 55. Minute erneut durch Lukas Krisztin zur Führung. Dass seine Mannschaft auch diesen Rückschlag wegsteckte, gefiel dem Trainer besonders. „Meine Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt“, sagte Jusits, und tatsächlich blieb sein Team weiter mutig. Das 2:2 in der 74. Minute entstand nach einem weiteren Angriff über den Flügel. Cuder lief dabei allein auf das Tor zu, der Ball sprang nach der Abwehr des Tormanns in den Rückraum, wo Philip Sikora aus rund 20 Metern die Übersicht behielt und den Ball ins Tor chippte. In der Schlussphase kam dann der Moment, der die Partie endgültig drehte. Noah Karl traf in der 85. Minute per Freistoß zum 3:2, Jusits sprach von einem „wunderschönen Freistoß“ an der Mauer vorbei über die Innenstange. Für den Leopoldsdorf-Coach war damit klar, dass seine Mannschaft „verdient als Sieger vom Platz gegangen“ ist.
Als wichtigsten Grund für den Heimsieg nannte Jusits weniger einzelne Aktionen als die Art, wie seine Mannschaft das Spiel angenommen hat. „Unsere Aggressivität, unsere relativ hohe Ballsicherheit und dass wir im Mittelfeld wirklich sehr gut gepresst haben, das war heute das Hauptziel“, erklärte er. Dazu kam für ihn ein Punkt, der in engen Spielen oft den Unterschied macht: „Wir wollten den Sieg mehr.“ Ganz ohne Kritik kam seine Analyse aber nicht aus. Vor allem gegen die Konter des Gegners sah er Luft nach oben. „Weniger gut war unsere Rückwärtsbewegung. Da hat der eine oder andere nicht mitgemacht, und so sind Räume entstanden“, sagte Jusits. Den Gegner schätzte er trotzdem hoch ein und bezeichnete Klein-Neusiedl als „stark wie immer“, diesmal aber etwas defensiver als in den Spielen, die er zuvor beobachtet hatte. Zufrieden war er auch damit, dass es trotz aller Intensität ein faires Spiel blieb. „Es war ein schönes Fußballspiel“, meinte der Trainer, auch die Leistung des Schiedsrichters nannte er „sehr gut“. Für Leopoldsdorf bedeutet der Sieg den nächsten Schritt in einer auffälligen Serie. Aus den letzten sechs Spielen stehen nun fünf Siege und ein Unentschieden zu Buche. Entsprechend deutlich fiel das Schlusswort des Trainers aus: „Nicht glücklich, sondern durch unsere Dominanz und durch unseren Einsatz. Hut ab, wir sind auf einem sehr guten Weg.“