In der 1. Klasse Ost hat SC Achau gegen SC Reisenberg nach einer 1:0-Führung noch 1:3 verloren. Alexander Blaha, Co-Trainer der Gäste, sprach nach dem Spiel von einer ersten Halbzeit, in der bei seinem Team „gar nichts“ funktioniert habe. Kurz vor der Pause kippte die Partie dann aber, und mit einem Mann mehr zog Reisenberg das Spiel in der zweiten Hälfte klar auf seine Seite.

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Der Beginn sprach aus Sicht der Gäste ziemlich deutlich für die Hausherren. Blaha machte nach dem Schlusspfiff keinen Versuch, daran etwas schönzureden. „Die erste Halbzeit war schlechter als schlecht“, sagte der Co-Trainer von Reisenberg sehr offen. Achau sei „auf alle Fälle die bessere Mannschaft“ gewesen, so seine Einschätzung. Das spiegelte sich auch im Spielstand wider: In der 28. Minute brachte Niklas Hudec die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Blaha sprach außerdem davon, dass Achau noch ein, zwei weitere Möglichkeiten und Halbmöglichkeiten hatte, während seine eigene Mannschaft in dieser Phase kaum Zugriff bekam. Besonders kritisch sah er dabei nicht nur das Fußballerische, sondern auch das Auftreten seiner Mannschaft. „Da waren wir mehr beschäftigt, untereinander zu streiten oder zu diskutieren“, sagte er. Für Reisenberg war das also eine erste Hälfte, in der wenig zusammenlief und in der Achau über weite Strecken das aktivere Team war.
Die entscheidende Phase der Partie lag dann rund um den Pausenpfiff. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kam Reisenberg durch Alfred Werner zum 1:1. Blaha bezeichnete genau diese Phase als Schlüsselmoment des Nachmittags und brachte sie direkt mit dem späteren Platzverweis in Verbindung. Kurz vor dem Seitenwechsel sah Fabian Schweda die Rote Karte, und für den Co-Trainer der Gäste war damit klar, warum das Spiel danach eine andere Richtung nahm. „Ausschlaggebend beim Spiel war einfach die Rote Karte kurz vor der Pause“, sagte Blaha. Ganz ohne Diskussionen ging diese Entscheidung aus seiner Sicht nicht durch. „Den Elfer und die Rote Karte gibt wahrscheinlich nicht jeder Schiedsrichter. Den Elfer vielleicht, aber die Rote Karte meiner Meinung nach nicht jeder“, meinte er. Gleichzeitig wollte er daraus aber kein großes Nachspiel machen. Entscheidend sei am Ende, dass Reisenberg die Situation für sich genutzt habe.
Nach dem Seitenwechsel sah Blaha seine Mannschaft dann in einer deutlich besseren Position. „Mit einem Mann mehr tust du dir dann leichter, hast die Räume, die du vielleicht brauchst“, sagte er. Genau das zeigte sich auch im Ergebnis. In der 59. Minute drehte Joshua Ndukwu die Partie mit dem 2:1, und nur zwei Minuten später legte Alfred Werner mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 nach. Für Achau war das ein doppelter Rückschlag in kurzer Zeit. Blaha meinte, dass seine Mannschaft in dieser Phase „auf alle Fälle spielbestimmend“ gewesen sei. Gleichzeitig blieb seine Analyse nüchtern. Er sprach nicht von einer großen Vorstellung, sondern davon, dass Reisenberg die Überzahl phasenweise ordentlich ausgespielt habe. Achau habe zwar versucht, wieder zurückzukommen und „gute Aktionen gesetzt“, gefährlich vor das Tor sei der Gastgeber in der zweiten Halbzeit nach seiner Meinung aber nicht mehr wirklich gekommen. Auf der anderen Seite hätten die Gäste sogar noch „ein, zwei gute Möglichkeiten“ gehabt, um das Ergebnis noch klarer zu machen.
Bemerkenswert war nach dem Spiel vor allem, dass Blaha den Auswärtssieg nicht einfach nur abhakte, sondern die Leistung seiner Mannschaft trotz des 3:1 sehr ehrlich einordnete. „Es war keine gute Leistung von meiner Mannschaft“, sagte er deutlich. Gerade deshalb bekommt der Erfolg für Reisenberg einen etwas eigenen Charakter: Das Ergebnis passt, die erste Halbzeit blieb aus Sicht des Co-Trainers aber klar unter den Erwartungen. Am Ende überwog dennoch die Bedeutung der Punkte. Blaha brachte das mit einem einfachen, im Unterhaus oft entscheidenden Satz auf den Punkt: „Alles in allem ist es uns egal. Wir haben die drei Punkte und das ist das Wichtigste.“ Genau so wird man diesen Nachmittag in Reisenberg wohl auch einordnen. Spielerisch war nicht alles gut, doch nach einer schwachen ersten Hälfte nutzten die Gäste die Wende rund um die Pause konsequent aus und nahmen am Ende einen wichtigen Auswärtssieg mit.