Am 18. Spieltag der 1. Klasse Süd trennten sich der SV Grünbach und der SV Bad Erlach mit 1:1. Nach torloser Pause stellte Markus Wurglitsch für die Gäste auf 0:1 (57.), ehe Matthias Winkler spät ausglich (91.). Erlach hatte viel vom Ball, doch die ganz große Ernte blieb aus. „Wir können nicht nur vom Ballbesitz leben“, fasste Trainer Mario Pürrer zusammen – zu viele Umschaltprobleme hinten und verpasste Abschlüsse vorn.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Vom Anpfiff weg hatte Bad Erlach mehr vom Spiel. Die Gäste schoben das Leder sicher durch die eigenen Reihen, fanden aber gegen die tief stehenden Grünbacher lange keine klaren Lücken. „Wir hatten sehr viel Ballbesitz gegen einen sehr tief stehenden Gegner, was im Vorhinein klar war", erklärte Mario Pürrer. Grünbach blieb diszipliniert und lauerte auf Umschaltsituationen. Zur Pause stand es folgerichtig 0:0. Nach dem Seitenwechsel legte Erlach zu – und belohnte sich: Markus Wurglitsch stellte in Minute 57 auf 0:1. Pürrer beschrieb den Treffer als Folge eines zu kurzen Rückpasses der Hausherren, den seine Mannschaft eiskalt bestrafte. Doch die Geschichte war noch nicht geschrieben. Grünbach blieb im Rahmen seiner Mittel dran und kam in der Nachspielzeit tatsächlich noch zum Ausgleich: Matthias Winkler traf in der 91. Minute zum 1:1, das aus Sicht der Hausherren wie ein kleiner Sieg wirkte und Erlach zwei Punkte kostete.
Dass es am Ende nur ein Punkt wurde, hatte mehrere Gründe. Vorn fehlte die letzte Konsequenz. „Wir stehen in der zweiten Halbzeit alleine vor dem Tor, der Goalie pariert, dann haben wir vom Fünfer die Chance und schießen daneben. Dazu noch zwei Möglichkeiten, die der Tormann mit dem Fuß abwehrt – da hätten wir uns schon etwas verdient“, ärgerte sich Pürrer. Auch Standards wie Ecken brachten nicht den gewünschten Ertrag. Im Gegenzug machte Erlach sich das Leben manchmal selbst schwer. „Defensiv waren wir in den Umschaltsituationen dieses Mal nicht stabil. Durch Stellungsfehler und mangelndes Zweikampfverhalten ist Grünbach zu Möglichkeiten gekommen“, so der Trainer. Positiv nahm er mit, dass seine Elf nach der Pause zulegte: „Wir haben besser umgeschaltet und mehr Druck gemacht als in der ersten Halbzeit.“ Nur das zweite Tor wollte trotz Überlegenheit nicht fallen.
In seiner Analyse wurde Pürrer deutlich und blieb dabei fair gegenüber dem Gegner. „Grünbach war defensiv sehr stabil und im Umschalten gut“, lobte er. Bei der eigenen Mannschaft sah er zentrale Stellschrauben: „Uns hat das Zweikampfverhalten gefehlt, vor allem in der ersten Halbzeit, die Idee in der Offensive gegen einen tiefen Block, der letzte Pass – und der unbedingte Wille, ein Tor zu machen.“ Auch zum Schiedsrichter bezog er Stellung: „Er hatte alles im Griff, war durchschnittlich. Aber reden darf man kaum – für nichts gibt’s Gelb, und dann wird gleich mit Rot gedroht. Das ist fraglich.“
Sportlich bleibt Erlach mit 33 Punkten Dritter, Grünbach hält als 13. bei 14 Zählern. Pürrer blickt dennoch nach vorn: „Wir sind in einer guten Situation. Jetzt weiterarbeiten, offensiv zulegen, defensiv stabiler werden – dann werden wir wieder viel Spaß haben.“