Im Heimspiel des SV Weikersdorf gegen USV Scheiblingkirchen II in der 1. Klasse Süd setzte es ein 0:2. Weikersdorf verteidigte über weite Strecken stabil, kassierte aber kurz vor der Pause nach einem Standard den Rückstand und lief dann lange einem 0:1 hinterher. Nach dem Seitenwechsel blieben die eigenen Chancen ungenutzt, ehe in der Nachspielzeit alles entschieden war. Trainer Wolfgang Hatzl sprach von fehlender Effizienz, vielen Kleinigkeiten und musste anerkennen, dass der Gegner als Spitzenteam seine Möglichkeiten kalt verwertete.

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Die Anfangsphase gehörte den Gästen, die mehr Ballbesitz hatten. Weikersdorf stand bewusst tief und machte die Räume eng. „Scheiblingkirchen hatte in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel. Wir haben uns auf die Defensive konzentriert und eigentlich nur eine Chance zugelassen“, erklärte Wolfgang Hatzl. Genau als es nach einem 0:0 zur Pause aussah, passierte ein Freistoß. „Das war ein vermeidbares Foulspiel am Flügel. Der Freistoß wurde gut auf die erste Stange geschossen und abgefälscht“, sagte Hatzl. Kurz vor dem Halbzeitpfiff drückte Jonas Walli den Ball zum 0:1 über die Linie (45.). Weikersdorf ging mit einem dicken Ärgernis in die Kabine. „Natürlich war das ein Nackenschlag, weil sich das Tor nicht abgezeichnet hat“, so der Coach.
Nach dem Wechsel trat Weikersdorf mutiger auf, suchte früher den Weg nach vorne und bekam genau die Umschaltsituationen, auf die man vor der Pause vergeblich gewartet hatte. „Wir haben offensiv mehr zustande gebracht“, betonte Hatzl. Die besten Möglichkeiten ließen aber die Hausherren liegen: Marco Meitz traf nur die Stange, Michael Kneissl vergab und Andreas Gruber setzte einen Kopfball drüber. „Da hätten wir den Ausgleich eigentlich verdient gehabt“, ärgerte sich der Trainer. Als in der Schlussphase alles nach vorne geworfen wurde, fehlte hinten naturgemäß die Absicherung. Ein schneller Gegenstoß der Gäste brachte die Entscheidung: Thomas Strobl stellte in der Nachspielzeit auf 0:2 (92.). „Das war ein Kontertor, das muss man dann in Kauf nehmen, wenn man alles riskiert“, blieb Hatzl nüchtern.
In seiner Analyse blieb Wolfgang Hatzl klar bei den Themen, die den Abend prägten. „Es gibt nie nur einen entscheidenden Moment. Vor der Pause war das Gegentor ein Nackenschlag, aber nach der Pause hatten wir Gelegenheiten zum Ausgleich“, sagte er. Besonders schmerzte, dass der Matchplan nur zur Hälfte aufging: „Wir wollten nach acht Gegentoren in zwei Spielen die Defensive stabilisieren – das hat über weite Strecken funktioniert. Im Spiel nach vorne haben wir aber oft falsche Entscheidungen getroffen oder waren zu halbherzig.“ Den Unterschied machte für ihn die Kaltschnäuzigkeit des Gegners: „Die Effizienz war auf alle Fälle beim Gegner. Sie haben ihre Chance vor der Pause genutzt, wir unsere drei, vier nach der Pause nicht.“ Dass Scheiblingkirchen II als Tabellenzweiter vorne um den Titel mitmischt, war zu spüren. Positiv hielt Hatzl fest: „Der Schiedsrichter war in Ordnung, da war nichts Entscheidendes dabei.“ Für Weikersdorf bleibt die Erkenntnis, dass die Grundordnung passt. Nun gilt es, im letzten Drittel klarer zu werden und die Umschaltmomente konsequenter zu Ende zu spielen.