In der 1. Klasse Süd musste sich SV Weikersdorf im Heimspiel gegen den Sportclub Pottenstein mit einem 1:1 begnügen. Nach einer starken Anfangsphase und der Führung durch Marco Dominkus schien vieles für die Gastgeber zu laufen, doch danach drehte sich das Spiel mehr und mehr. Trainer Wolfgang Hatzl brachte den Knackpunkt nach dem Schlusspfiff klar auf den Punkt: „Wir sind nach dem 1:0 zu hektisch geworden.“

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Die Gastgeber waren von Beginn an gut im Spiel und hätten die Partie schon in der Anfangsphase stärker auf ihre Seite ziehen können. Hatzl sprach von einem gelungenen Start und sagte: „Wir haben gut begonnen und in den ersten 25 bis 30 Minuten eine gute Leistung geboten.“ Schon in der ersten Minute hatte Maximilian Rottensteiner nach schöner Vorarbeit von Marco Dominkus einen Stangenschuss. Dazu kamen ein abgeblockter Versuch von Michael Kneissl in guter Position, eine weitere geblockte Szene vor Andreas Gruber und noch ein guter Abschluss von Maximilian Rottensteiner in der 16. Minute. In der 19. Minute fiel dann das 1:0, als Marco Feyertag den Ball eroberte, auf Dominkus weiterleitete und dieser laut Hatzl „aus halb linker Position ins lange Kreuzeck“ traf. Zu diesem Zeitpunkt deutete vieles darauf hin, dass Weikersdorf die Begegnung in die gewünschte Richtung lenken würde.
Genau das gelang aber nicht. Hatzl beschrieb sehr offen, dass seine Mannschaft kurz nach dem Treffer den Rhythmus verlor und der Gegner immer besser ins Spiel kam. Ein Freistoß der Gäste in der 21. Minute, der noch abgefälscht wurde und an die Latte sprang, war dabei ein erstes Zeichen dafür, dass Pottenstein mehr Druck entwickelte. „Leider haben wir bald darauf den Faden verloren“, sagte der Weikersdorf-Trainer, der vor allem die Arbeit gegen den Ball und das Verhalten in Ballbesitz kritisch einordnete. Pottenstein war nach seiner Einschätzung ab etwa der halben Stunde optisch überlegen, beschäftigte die Defensive stark und ließ Weikersdorf kaum mehr zu längeren Entlastungsphasen kommen. Nach der Pause setzte sich dieses Bild fort. Die Gäste hatten mehr vom Spiel, während Weikersdorf viel verteidigen musste und die eroberten Bälle zu schnell wieder hergab. Eine gute Kopfballchance von Manfred Rottensteiner nach einem Eckball blieb ungenützt, ehe in der 68. Minute der Ausgleich fiel: Sani Vuckic traf nach einem Elfmeter im Nachschuss zum 1:1. Hatzl nannte die Entstehung „einen fragwürdigen Elfmeter“, betonte aber zugleich, dass er die Ursache für das Remis nicht beim Schiedsrichter suche.
Nach dem 1:1 wurde es noch einmal ein offenes Spiel, ohne dass sich eine Mannschaft den Sieg zwingend verdiente. Weikersdorf suchte das 2:1 ebenso wie Pottenstein, und Hatzl berichtete von eigenen Möglichkeiten, bei denen die Abschlüsse zu schwach ausfielen. Auf der anderen Seite mussten die Hausherren kurz vor Schluss bei einer großen Doppelchance der Gäste zweimal in letzter Not klären. Dass Weikersdorf in dieser Phase auch noch eine aussichtsreiche Kontersituation mit drei gegen einen Gegenspieler nicht fertig ausspielen konnte, passte ins Bild eines Abends, an dem aus Sicht des Trainers zu viel Hektik und zu wenig Ruhe im eigenen Spiel war. „Wir haben zu wenig Bälle behauptet, zu wenig Ballbesitz gehabt und vorne zu wenig Entlastung geschafft“, sagte Hatzl. Gleichzeitig zollte er dem Gegner Respekt: „Pottenstein ist sicher eine der spielstärksten Mannschaften der Liga und das haben wir heute zu spüren bekommen.“ Unterm Strich sprach er von einem gerechten Unentschieden, auch wenn ihn die vergebene starke Anfangsphase ärgerte: „In den ersten 20, 25 Minuten haben wir gute Möglichkeiten gehabt, das Spiel zu entscheiden. Die haben wir leider nicht genützt.“ Für Weikersdorf bedeutet das Remis immerhin einen Zähler, mit dem der SV in der Spitzengruppe bleibt und nach zehn Runden mit 18 Punkten weiter vor Pottenstein liegt.