In der 1. Klasse Süd hat sich ASK Oberwaltersdorf am Freitagabend mit einem 0:0 von SC Aspang getrennt. Das Ergebnis klingt ausgeglichen, die Einschätzung von Trainer Christopher Maucha fiel danach aber deutlich aus. Der Coach sprach von einem „glücklichen X“ und sah den Hauptgrund dafür nicht im eigenen Spiel, sondern vor allem in einem starken Auftritt seines Tormanns.

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Christopher Maucha machte nach dem Schlusspfiff keinen Versuch, die Partie schönzureden. „Leider haben wir heute nicht die PS, die wir in der Mannschaft haben, auf den Platz bringen können und im Endeffekt war es ein glückliches X für uns“, sagte der Trainer der Gastgeber. Damit war die Richtung seiner Analyse sofort klar. Oberwaltersdorf hatte aus seiner Sicht zwar über längere Strecken mehr vom Spiel, doch entscheidend war für ihn etwas anderes. „Von den Spielanteilen waren wir besser, aber Aspang hatte bei Weitem viel mehr hochkarätige Chancen“, so Maucha. Genau darin lag für ihn der Widerspruch dieses torlosen Abends. Auf dem Papier blieb es beim 0:0, zur Pause stand es ebenfalls 0:0, im Spiel selbst aber war Aspang laut dem Oberwaltersdorf-Coach näher an der Führung.
Den größten Anteil am Punktgewinn schrieb Maucha deshalb ganz klar seinem Schlussmann zu. „In der ersten Halbzeit hat unser Tormann drei hundertprozentige Chancen verhindert, in der zweiten Halbzeit auch noch einmal zwei. Er hat uns einfach im Spiel gehalten“, sagte der Trainer. Viel deutlicher konnte man die Kräfteverhältnisse in den wirklich gefährlichen Situationen kaum beschreiben. Dass Oberwaltersdorf ohne Gegentor blieb, war für Maucha also nicht das Ergebnis einer rundum stabilen Vorstellung. Gerade bei Kontern sah er seine Mannschaft immer wieder anfällig. Nach dem Seitenwechsel wurde sein Team zwar aktiver und hatte mehr Ballbesitz. „Erst in der zweiten Halbzeit haben wir den Gegner laufen lassen, haben mehr Spielanteile gehabt, aber es hat nichts dabei rausgeschaut“, fasste er diese Phase zusammen. Der Ball war öfter bei den Gastgebern, echte Erträge blieben aus.
Besonders scharf fiel die Selbstkritik des Trainers bei der Frage aus, was letztlich zum möglichen Sieg gefehlt hat. „Gefehlt hat einfach der Wille und die Konzentration, die Sachen normal zu Ende zu spielen“, sagte Maucha. Dazu komme, dass seiner Mannschaft „in gewissen Situationen gegen solche Gegner die Qualität“ fehle. Das war keine pauschale Ausrede, sondern eine ziemlich offene Einordnung dessen, was er am Platz gesehen hatte. Gleichzeitig stellte er den Gästen ein gutes Zeugnis aus. Aspang habe genau das auf den Platz gebracht, was man von so einem Gegner erwartet. „Sie haben ihre Tugenden sehr gut umgesetzt. Sie waren groß, zweikampfstark, sind viel gelaufen, haben die ganze Zeit verteidigt und gut auf Konter gespielt“, erklärte Maucha. Damit beschrieb er auch, warum seine Mannschaft trotz größerer Spielanteile nie richtig Kontrolle über das gesamte Spiel bekam.
Auch die Schlussphase lieferte dem Trainer noch einmal Gesprächsstoff, ohne dass er daraus ein großes Thema machen wollte. Bei zwei möglichen Strafraumszenen hielt er sich bewusst zurück, weil er nach eigenen Angaben zu weit weg war. In Erinnerung blieb ihm vor allem die letzte Aktion, in der es aus seiner Sicht ein Handspiel gegeben habe. Dort sei die Entscheidung des Schiedsrichters „vielleicht positiv für uns“ ausgefallen, schilderte Maucha, verbunden mit dem Hinweis, dass man aus einer Standardsituation womöglich noch etwas hätte machen können. Viel wichtiger als diese eine Szene war für ihn aber das Gesamtbild. „Heute war es einfach ein Griff ins Klo“, sagte der Oberwaltersdorf-Coach ungewöhnlich deutlich. Und mit einem Lachen, das den Ärger über die Vorstellung kaum verdeckte, schob er noch nach: „Ich bin froh, wenn das Match abgeschlossen ist.“ Damit war alles gesagt über einen Punkt, mit dem Oberwaltersdorf leben muss, der aber weit weg von einem zufriedenstellenden Auftritt war.