In der 1. Klasse Süd hat SC Aspang gegen SC Pfaffstätten nach einer starken ersten Hälfte nur ein 1:1 mitgenommen. Die Gastgeber führten zur Pause verdient, ließen nach dem Seitenwechsel aber die Entscheidung liegen und mussten sich am Ende mit einem Punkt begnügen. Trainer Dieter Reiberger sprach von gutem Aufwand, klaren Möglichkeiten auf das 2:0 und genau jenem Manko, das seine Mannschaft derzeit begleitet: „Wir müssen den Deckel einfach zumachen.“

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Die Gastgeber legten die Grundlage für einen vollen Erfolg in einer ersten Halbzeit, mit der Reiberger über weite Strecken zufrieden war. „Wir sind gut in das Spiel hineingekommen, haben das Spiel kontrolliert und hatten in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile“, sagte der Trainer. Aspang war dabei vor allem über die rechte Seite immer wieder gefährlich und kam laut Reiberger regelmäßig in gute Räume. Ganz zufrieden war er mit dieser Phase trotzdem nicht, weil bei einigen Angriffen die letzte Entscheidung fehlte. Eine gut herausgespielte Szene über Lukas Aigner und Manuel Ringhofer wurde stark entschärft, kurz darauf fiel dann aber doch die Führung. In der 13. Minute war es Samuel Reiberger, der nach einem Eckball am ersten Pfosten zur Stelle war und zum 1:0 einköpfte. Für Aspang war das in dieser Phase die verdiente Belohnung für einen Auftritt, in dem die Mannschaft kompakt stand und ihr Umschaltspiel von der Defensive in die Offensive gut auf den Platz brachte.
Der Knackpunkt lag für Reiberger klar in der zweiten Halbzeit, und er formulierte ihn ohne Umschweife. Auf die Frage, was gefehlt habe, um mehr mitzunehmen, sagte er nur: „Definitiv die Tore.“ Dahinter steckt aus seiner Sicht das eigentliche Problem dieses Abends. Aspang hatte nach dem Seitenwechsel zwei, drei sehr gute Möglichkeiten, um das Spiel zu entscheiden, nutzte sie aber nicht. „Wir haben zwei, drei richtig gute Chancen aufs 2:0, die wir leider nicht nutzen“, erklärte der Trainer. Genau das passte für ihn auch ins größere Bild der letzten Wochen. „Wir betreiben richtig viel Aufwand, wir laufen viel, wir rackern und erspielen uns in jedem Spiel sicher drei, vier, fünf hochkarätige Torchancen und nutzen sie nicht“, sagte Reiberger. Dass er dabei sogar den Vergleich zur Vorwoche gegen Oberwaltersdorf zog, zeigte, wie sehr ihn dieser wiederkehrende Verlauf beschäftigt. Aspang war lange das aktivere Team, schaffte es aber nicht, aus dieser Überlegenheit mehr zu machen.
Weil Aspang den zweiten Treffer nicht nachlegte, kippte das Spiel Schritt für Schritt in eine offenere Richtung. Reiberger hatte den Gegner im Grunde genauso erlebt, wie er ihn erwartet hatte: „Pfaffstätten ist ähnlich wie wir eine sehr junge Mannschaft mit guten Einzelspielern, die am Ball technisch sehr gut sind.“ Gerade mit Tempodribblings stellte der Gast Aspang immer wieder vor Aufgaben, auch wenn die Heimischen das zunächst weitgehend entschärfen konnten. Nach Einschätzung des Trainers tat Pfaffstätten dann auch personell etwas für mehr Offensive, wurde laufstärker und setzte die Gastgeber stärker unter Druck. In der 80. Minute fiel schließlich der Ausgleich durch Marvin Gager, der nach einem abgewehrten Eckball aus der Distanz traf. Reiberger sprach davon, dass die Zuteilung in dieser Situation nicht gepasst habe, obwohl das im Vorfeld besprochen worden sei. So deutlich er die eigene Nachlässigkeit ansprach, so ehrlich ordnete er den Gegentreffer auch ein: „Aufgrund des Aufwands, den Pfaffstätten in der zweiten Halbzeit betrieben hat, war der Ausgleich sicher nicht unverdient.“
Unter dem Strich blieb für Aspang damit ein Auftritt, in dem vieles ordentlich aussah und am Ende doch zu wenig herauskam. Reiberger hob hervor, dass seine Mannschaft defensiv lange sehr kompakt gewesen sei und das Umschalten besonders in der ersten Halbzeit „richtig gut funktioniert“ habe. Selbst in der zweiten Hälfte habe das gegen den Ball „weitestgehend“ gepasst, nur die letzten fünf, sechs Minuten seien etwas konfus gewesen. Dass er nach Spielende trotzdem nicht über den Schiedsrichter, sondern über die eigene Chancenverwertung sprach, sagte viel über seine Sicht auf diese 90 Minuten aus. Den Unparteiischen lobte er sogar ausdrücklich als „sehr, sehr gut“ und als einen der besten, den man bisher gehabt habe. Die eigentliche Baustelle liegt für den Aspang-Trainer ohnehin woanders. Solange seine Mannschaft den Aufwand nicht in Tore ummünzt, wird sie sich für gute Phasen weiter zu selten belohnen. Genau deshalb fühlte sich dieses 1:1 aus Sicht der Gastgeber eher wie zwei liegengelassene Punkte an als wie ein gewonnener Zähler.