Spielberichte

"Wir haben unseren Matchplan zu 100 Prozent erledigt" – Oberwaltersdorf gibt spät den Sieg aus der Hand

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SC Pottenstein
Oberwaltersdorf

In der 1. Klasse Süd hat ASK Oberwaltersdorf beim Sportclub Pottenstein im 2:2 einen Sieg aus der Hand gegeben, aber dennoch einen Punkt mitgenommen, der aus Sicht von Trainer Christopher Maucha Substanz hatte. Die Gäste gingen zweimal in Führung, verteidigten über weite Strecken tief und diszipliniert und hielten den spielstarken Gastgeber lange in Schach. Erst zehn Minuten vor Schluss stellte Pottenstein auf 2:2.

Ein Hund steht hinter der Eckfahne

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Frühe Führung nach schwierigem Start

Die Partie begann für Oberwaltersdorf mit besonderen Voraussetzungen, weil Maucha personell umstellen musste. "Wegen des Ausfalls unseres Stürmers und der Sperre unseres Kapitäns waren wir vom Start weg dezimiert", sagte der Trainer nach dem Spiel. Daraus ergab sich auch ein anderer Zugang. "Wir haben unsere Spielweise geändert, eher kompakt verteidigt und schnell umgeschaltet." Dass dieser Plan nicht automatisch für Ruhe sorgte, zeigte die Anfangsphase. Maucha sprach offen an, dass Pottenstein sofort Möglichkeiten hatte: "Nach zehn Minuten hätten wir 0:2 hinten sein müssen, weil ihr Stürmer Emre Akpinar zwei super Chancen gehabt hat und unser Tormann wieder überragend gehalten hat." Gemeint war damit auch, wie wichtig Manuel Kassal in dieser Phase war, ehe Oliver Schneeweiss in der 11. Minute das 0:1 für die Gäste erzielte. Genau diese frühe Führung, so Maucha, spielte Oberwaltersdorf anschließend "in die Karten".

Pottenstein drückt, Oberwaltersdorf hält lange dagegen

Dass sich das Spiel danach nicht in Richtung eines ruhigen Auswärtsabends entwickelte, war für den Oberwaltersdorf-Coach keine Überraschung. Maucha hatte den Gegner schon vor dem Anpfiff sehr hoch eingeschätzt. "Wir wussten, dass der Gegner die spielstärkste Mannschaft in der Liga ist, und genauso haben sie erste Halbzeit gespielt", sagte er. Noch deutlicher wurde er bei der Beschreibung der gesamten 90 Minuten: "Das war das erste Mal in der Liga, dass uns ein Gegner wirklich über 90 Minuten bespielt hat und wir nur verteidigt haben." Genau darum wertete er die eigene Defensivarbeit auch hoch. "Wir haben richtig gut verteidigt." Trotzdem fiel noch vor der Pause der Ausgleich, als Arlind Krasniqi in der 40. Minute zum 1:1 traf. Aus Sicht des Trainers war das besonders ärgerlich, weil dem Treffer ein unnötiges Foul vorausging. "Das Blöde an der Sache war, dass wir durch ein blödes Foul einen Standard kriegen", hielt Maucha fest.

Laha bringt die Gäste noch einmal nach vorne

Zur Halbzeit stand es 1:1, doch Oberwaltersdorf blieb bei seinem Plan und kam nach dem Seitenwechsel noch einmal in Front. Lukas Laha erzielte in der 58. Minute das 1:2, und für einige Zeit hatte Maucha das Gefühl, dass sein Team trotz der vielen Abwehrarbeit wieder mehr Zugriff bekam. "Wir haben aber trotzdem das 2:1 gemacht, und der Gegner war dann eigentlich nicht mehr so präsent und hat seine Spielanlage geändert", sagte er. Gerade deshalb saß der späte Ausgleich durch Benjamin Nebel in der 80. Minute noch tiefer. Maucha nannte das Ergebnis am Ende "bitter", weil sein Team so lange dichtgehalten hatte. Ganz ohne Selbstkritik blieb seine Analyse aber nicht. "Vielleicht hat uns die letzte Effizienz im Angriffsdrittel gefehlt. Die Situationen, die wir uns trotzdem erspielt haben, hätten wir besser zu Ende spielen müssen. Der letzte Punch, der letzte Pass hat nicht funktioniert." Damit sprach er genau jenen Punkt an, der Oberwaltersdorf möglicherweise das dritte Tor und damit den Sieg gebracht hätte.

Ein Punkt mit zwei Seiten

So blieb am Ende ein Remis, das sich für Oberwaltersdorf in beide Richtungen lesen lässt. Einerseits war da der Ärger über eine Führung, die bis in die Schlussphase hielt und doch nicht über die Linie gebracht wurde. Andererseits stellte Maucha klar heraus, wie konsequent seine Mannschaft den eigenen Ansatz umgesetzt hatte. "Wir haben unseren Matchplan zu 100 Prozent erledigt", sagte der Trainer, und genau dieser Satz beschreibt den Auftritt der Gäste wohl am besten. Eine Diskussion rund um den Schiedsrichter wollte er gar nicht groß aufmachen. Insgesamt seien die Leistungen des Unparteiischen aber "in Ordnung" gewesen. In der Tabelle bleibt Oberwaltersdorf nach elf Spielen mit 19 Punkten auf Rang sechs knapp vor Pottenstein, das als Siebenter bei 18 Zählern hält. Für die Gäste ist es damit ein Abend, der wegen des späten 2:2 wehtut, der mit Blick auf die Ausgangslage und die Qualität des Gegners aber trotzdem Gewicht hat.

1. Klasse Süd: Pottenstein : Oberwaltersdorf - 2:2 (1:1)

  • 80
    Benjamin Nebel 2:2
  • 58
    Lukas Laha 1:2
  • 40
    Arlind Krasniqi 1:1
  • 11
    Oliver Schneeweiss 0:1