In der 1. Klasse Süd hat SV Weikersdorf am Freitagabend beim ASK Trumau mit 2:0 gewonnen. Trainer Wolfgang Hatzl sprach danach von einem "Dosenöffner" in Minute 18 und sah einen Auswärtssieg, den sich seine Mannschaft mit viel Ballbesitz, Geduld und sauberem Gegenpressing erarbeitet hat. Christopher Hatzl traf beide Male, gegen tief stehende Gastgeber musste sich der Tabellenführer die Räume allerdings erst Schritt für Schritt erarbeiten.

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Weikersdorf musste sich von Beginn an auf einen Gegner einstellen, der tief stand und wenig hergab. "Trumau hat im 5-4-1 sehr tief verteidigt. Wir haben viel Ballbesitz gehabt und es war natürlich schwierig, offene Räume zu finden, um vorne hineinzuspielen", schilderte Wolfgang Hatzl den Start in die Partie. Entscheidend war aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft dabei nicht hektisch wurde. "Gott sei Dank sind wir geduldig geblieben und haben sehr kontrolliert immer wieder von hinten aufgebaut", sagte der Trainer. Dazu kam laut Hatzl, dass die Gäste nach Ballverlusten sofort wieder Zugriff hatten und Konter "gleich im Ansatz" unterbinden konnten. Der Lohn dafür folgte in der 18. Minute: Nach einem schnell abgespielten Freistoß spielte Mario Cerny den Ball auf Christopher Hatzl, der aus kurzer Distanz ins kurze Eck zum 1:0 abschloss. Bis zur Pause hatte Weikersdorf das Spiel laut seinem Trainer "ganz gut im Griff", während Trumau vor allem nach Freistößen und Standards im Ansatz gefährlich wurde. Kurz vor dem Seitenwechsel fehlte dann nicht viel auf das zweite Tor, als Christopher Hatzl nach einem Stanglpass von Michael Kneissl in letzter Sekunde noch abgeblockt wurde.
Dass Trumau nach der Pause höher attackierte, änderte am Spielverlauf aus Weikersdorfer Sicht wenig. Vielmehr nutzten die Gäste die erste größere Gelegenheit nach Wiederbeginn konsequent aus. "Trumau hat dann etwas höher attackiert. Wir haben dann in der 53. Minute gleich das 2:0 erzielen können", sagte Hatzl. Die Szene beschrieb er klar: Marco Dominkus eroberte den Ball, legte im richtigen Moment quer, Christopher Hatzl musste nur noch ins leere Tor einschieben und schnürte damit seinen Doppelpack. Für den Trainer war schon der erste Treffer von besonderer Bedeutung. "Wichtig war natürlich das relativ frühe 1:0 nach 18 Minuten, das gewissermaßen ein Dosenöffner war und uns die entsprechende Sicherheit gegeben hat. Das war sicher ein Knackpunkt im Spiel." Danach blieb Weikersdorf am Drücker, ohne vorne alles perfekt auszuspielen. Ein weiterer Treffer von Marco Dominkus zählte wegen Abseits nicht, nachdem Michael Kneissl zuvor mit seinem Abschluss noch am Tormann gescheitert war. Dazu kam ein Kopfball von Manfred Rottensteiner, der daneben ging. Hatzl sprach außerdem von einigen Kontersituationen, die seine Mannschaft "nicht zielstrebig genug" fertig spielte.
Dass am Ende trotzdem ein klar kontrollierter Auswärtssieg stand, führte der Weikersdorf-Coach vor allem auf das Spiel seiner Mannschaft gegen und mit dem Ball zurück. "Vieles hat gut funktioniert", sagte Hatzl und wurde dann konkret: "Von der Passsicherheit und der Passqualität war das sehr gut. Wir haben sehr viel Ballbesitz gehabt und unnötige Ballverluste weitgehend vermeiden können." Genau das sei ein Schlüssel gewesen, weil es Trumau schwer machte, selbst längere Phasen im Spiel zu bekommen. Ebenso wichtig war für ihn die Ordnung hinter dem Ball. "Wir waren gut positioniert, das Positionsspiel war gut und die Restverteidigung war gut", erklärte Hatzl. So kam Weikersdorf nach Ballverlusten im Angriffsdrittel immer wieder schnell ins Gegenpressing und hielt den Gegner weit weg vom eigenen Tor. Gleichzeitig verteilte der Trainer auch Respekt an die Gastgeber. "Trumau war defensiv sehr gut organisiert. Sie haben es uns nicht einfach gemacht, und es war schwer, Räume im letzten Drittel zu finden." Gerade deshalb habe seine Mannschaft einen konzentrierten Auftritt gebraucht, um dieses Spiel sauber auf ihre Seite zu ziehen.
Am Ende blieb ein Ergebnis, das für Wolfgang Hatzl den Verlauf der 90 Minuten treffend widerspiegelt. "In Summe ist es ein gerechtes Ergebnis und geht so in Ordnung. Trumau hat es uns nicht einfach gemacht, aber allein von den Spielanteilen und vom Ballbesitz her war der Sieg auf alle Fälle verdient", sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Genau so las sich auch dieser Abend: kein wildes Spiel, sondern eines, das Weikersdorf mit Geduld, Struktur und wenig zugelassenen Chancen auf seine Seite zog. Christopher Hatzl machte mit seinen Treffern in Minute 18 und 53 den Unterschied, die Grundlage dafür lieferte aber die geschlossene Mannschaftsleistung. Mit dem 2:0-Auswärtssieg hält Weikersdorf nach elf Runden bei 21 Punkten und bleibt damit an der Spitze. Der Auftritt in Trumau hat jedenfalls gezeigt, warum die Mannschaft derzeit ganz oben steht: Sie bleibt ruhig, lässt hinten wenig zu und nutzt ihre Chancen, wenn sich das Spiel öffnet.