In der 1. Klasse Süd hat sich ASC Leobersdorf im Derby gegen SC Berndorf nach einer 2:0-Führung mit einem 2:2 begnügen müssen. Lange sprach vieles für einen Heimsieg, ehe die Partie in der Schlussphase noch kippte. Für den Sportlichen Leiter Milos Zivojinovic lag der Grund vor allem im Kräfteverlust seiner Mannschaft: Nach gutem Beginn gingen Kontrolle, Aufmerksamkeit und am Ende auch zwei sicher geglaubte Punkte verloren.

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Dass Leobersdorf das Derby zunächst im Griff hatte, kam für Zivojinovic nicht überraschend. „Wir waren sehr gut auf das Match eingestellt“, sagte der Sportliche Leiter und verwies auf einen Auftritt, in dem seine Mannschaft von Beginn an präsent war. Vor allem in den Zweikämpfen habe sein Team überzeugt, dazu sei der Start kämpferisch genau so gewesen, wie man sich ein Derby vorstellt. Diese gute Anfangsphase mündete auch in Zählbares: In der 37. Minute brachte Grigorios Pegios die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Zur Pause stand damit ein verdientes 1:0, das laut Zivojinovic zu einer „sehr reifen Vorstellung“ passte, weil Leobersdorf in dieser Phase abgeklärt wirkte und seine Chancen gut nutzte.
Auch nach dem Seitenwechsel schien das Derby zunächst weiter in die richtige Richtung zu laufen, denn in der 65. Minute erhöhte Dominik Pehab auf 2:0. Gerade dieser zweite Treffer hätte eigentlich Ruhe bringen sollen, doch genau das Gegenteil trat ein. Zivojinovic verwies auf eine weitere große Möglichkeit beim Stand von 2:0, „ein Eins-gegen-Eins, das leider nicht zum Erfolg geführt hat“. Statt der möglichen Vorentscheidung begann Leobersdorf nachzulassen. „Fünfzehn bis zwanzig unaufmerksame Minuten haben gereicht, dass wir das Spiel aus der Hand geben“, sagte er. Berndorf nutzte diese Phase sofort aus, Abdullah Dzafo verkürzte in der 83. Minute auf 2:1, nur zwei Minuten später stellte David Kysela auf 2:2. Entsprechend deutlich fiel die Einordnung aus: „Im Endeffekt müssen wir glücklich sein, dass abgepfiffen wurde und wir nach dem 2:0 nicht auch noch den einen Punkt aus der Hand gegeben haben.“
Die Erklärung für den Bruch im Spiel lieferte Zivojinovic recht offen nach. „Leider zieht sich das bei uns ein bisschen durch die Saison, dass wir in der zweiten Halbzeit stark nachlassen“, sagte er. Hinten raus hätten seiner Mannschaft „die Qualität und die Luft“ gefehlt, was er auch mit der angespannten Personalsituation begründete. Leobersdorf müsse seit Wochen mit vielen Ausfällen umgehen, dadurch sei der Spielraum in so einem intensiven Derby begrenzt gewesen. Gleichzeitig wollte er den Gegner nicht kleinreden. Mit Berndorf müsse man „immer rechnen“, meinte Zivojinovic, sprach von einer aggressiven Mannschaft mit starken Offensivspielern und erklärte damit auch, warum die Gäste nach der Pause immer besser ins Spiel fanden. Was vor dem Seitenwechsel noch kontrolliert wirkte, wurde später zunehmend offen und aus Sicht der Heimelf immer schwieriger zu verteidigen.
So blieb am Ende ein Derby-Remis, das sich in Leobersdorf zwiespältig anfühlen dürfte. Nach einer 2:0-Führung schmerzt ein 2:2 naturgemäß, trotzdem sagte Zivojinovic auch klar: „Alles in allem geht das Unentschieden in Ordnung.“ Diese Einschätzung stützte er damit, dass Berndorf in der zweiten Halbzeit sogar näher an den drei Punkten gewesen sei, nachdem Leobersdorf seine Linie verloren hatte. Zum Derbycharakter passte aus seiner Sicht außerdem, dass es immer wieder Diskussionen und strittige Szenen gab. Den Schiedsrichter sah er dennoch insgesamt solide. Für die Gastgeber bleibt nach diesem Abend vor allem eine Aufgabe: die gute erste Hälfte und die starke Präsenz aus den Anfangsphasen länger über 90 Minuten zu bringen, damit ein Spiel wie dieses künftig nicht mehr aus der Hand gleitet.