Ein intensives Duell in der 1. Klasse Waldviertel gegen den SV Albrechtsberg lieferte reichlich Gesprächsstoff – vor allem, weil es eine Partie mit klaren Phasenverschiebungen war. Hermann Kreindl, Trainer des USV Gastern, beschreibt einen Start unter heftigem Druck, den Ausgleich noch vor der Pause und eine zweite Halbzeit, in der sein Team das Spiel an sich riss. Statt Einzelne zu feiern, rückt er das Kollektiv, die entscheidenden Anpassungen und die Reife seiner Mannschaft in den Vordergrund. Spürbar ist die Erleichterung nach dem 4:2: vom frühen Rückstand zum überzeugenden Finish – und das gegen einen sehr starken Gegner, der mit viel Tempo und Aggressivität auftrat.

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Kreindl ordnet den Beginn eindeutig ein: „Albrechtsberg hat mit extremem Angriffspressing begonnen und uns stark unter Druck gesetzt. Daraus resultierten das 0:1 und 0:2, was zu diesem Zeitpunkt auch verdient war.“ Die Gäste trafen früh zum 0:1 und 0:2 (21., 28., jeweils Lukas Kania) und nutzten die Ballgewinne aus dem hohen Anlaufen konsequent. Gegen Ende der 1. Halbzeit fanden wir jedoch immer besser ins Spiel. Am rechten Flügel wurde Stefan Deimel freigespielt, zog Richtung Tor, umkurvte den Torhüter und schob zum 1:2 ein. Kurz vor der Pause folgte der wichtige Ausgleich: Martin Jasansky startete in die Schnittstelle und traf zum 2:2 (44.). „Das Momentum ist dann auf unsere Seite gewandert“, sagt Kreindl über die psychologisch wichtige Wende noch vor dem Halbzeitpfiff.
Der Coach hebt die Wirkung der Umstellungen hervor: „Die taktischen Vorgaben wurden sehr gut von der Mannschaft umgesetzt.“ Nach dem 0:2 rückte Gastern in der Höhe nach und attackierte früher: „Dadurch hatte Albrechtsberg Probleme und wir standen nicht mehr so unter Druck.“ Albrechtsberg blieb aber im Umschaltspiel mit Lukas Kania und Martin Janak nach wie vor gefährlich.“ –, doch die Kontrolle lag nun bei Gastern. In Minute 75 belohnte sich die Heimelf: Ein Diagonalball erreichte links Jasansky, der den Ball perfekt mitnahm und mit sattem Schuss aus rund 16 Metern ins kurze Eck zum 3:2 vollendete.
Statt Einzelne zu loben, betont Kreindl den Zusammenhalt: „Ich würde keinen einzelnen Spieler hervorheben. Die gesamte Mannschaftsleistung war top – ein sehr kampfbetontes, aggressives Spiel und am Ende ein verdienter Sieg.“ Besonders wertvoll: Trotz der Sperre eines Innenverteidigers (fünfte Gelbe) blieb die Stabilität erhalten. „Die Position hat Patrik Stark sehr gut ausgefüllt.“ In der Schlussphase fiel die Entscheidung: Wieder über links kombinierten die Gastgeber erneut sehr schnell, Jasansky legte quer zum einlaufenden Lukas Adam und schob ins lange Eck zum 4:2 ein. Das Fazit des Trainers bringt Stimmung und Bedeutung auf den Punkt: „Wir sind sehr glücklich über den 4:2-Sieg – damit haben wir uns ein gutes Stück von den Abstiegsrängen entfernt.“