Spielberichte

Schwarzenau hält dem Druck stand: „Wir haben defensiv sehr gut gestanden“

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1. SV Vitis
ESV Schwarzenau

In der 1. Klasse Waldviertel hat sich 1. SV Appel Vitis am Freitagabend daheim mit ESV Schwarzenau 1:1 getrennt. Die Gäste nahmen durch Jozef Rejdovian eine Führung mit in die Pause, ehe Dominik Sibal nach dem Seitenwechsel ausglich. Aus Schwarzenauer Sicht war es vor allem eine Partie, in der die eigene Defensive lange standhielt und in der man mit dem Punkt am Ende gut leben konnte.

Weitwinkelaufnahme eines Fußballspiels mit Flutlicht

Foto von Abigail Keenan auf Unsplash

Schwarzenau fängt sich nach gutem Start der Gastgeber

Andreas Dorr beschrieb die Partie so, dass Vitis zunächst ordentlich hineinkam, Schwarzenau die Anfangsphase aber nicht lange offen ließ. „Vitis ist ganz gut gestartet, aber wir haben das relativ rasch in den Griff bekommen“, sagte der Obmann. Danach entwickelte sich für ihn eine erste Hälfte, die über weite Strecken ausgeglichen verlief. Gerade das ist aus Sicht der Gäste ein wichtiger Punkt gewesen, weil Vitis zwar immer wieder versucht habe, seine Qualität einzubringen, Schwarzenau aber in den entscheidenden Momenten dagegenhielt und selbst gefährlich wurde. Dorr sprach davon, dass seine Mannschaft zwei- bis dreimal mit schnellen Vorstößen in den Strafraum kam. Einer dieser Angriffe brachte dann auch die Führung. In der 34. Minute traf Jozef Rejdovian zum 0:1, und Dorr hob die Entstehung dieses Tores ausdrücklich hervor: „Unser Tor war eine tolle Aktion über die Seite mit viel Tempo. Der Ball wurde dann zurückgelegt, und vor etwa zehn Metern hat sich Jozef Rejdovian das nicht nehmen lassen und den Ball unter die Latte gehämmert.“ Weil Schwarzenau diesen Treffer mit in die Pause nahm, war die Ausgangslage für die zweite Hälfte entsprechend ordentlich.

Nach der Pause wurde Vitis aktiver, der Ausgleich fiel vom Punkt

Mit Wiederbeginn veränderte sich die Partie dann aber spürbar. Dorr sagte klar, dass Vitis mehr und mehr das Kommando übernommen habe. Schwarzenau kam aus seiner Sicht nicht mehr so gut in die Offensivaktionen wie vor der Pause und konnte den Ballbesitz der Gastgeber nicht mehr im selben Maß in offene Räume ummünzen. Trotzdem war es für ihn keine Phase, in der seine Mannschaft auseinanderfiel. „Wir sind nicht mehr so gefährlich oder so gut zu Offensivaktionen gekommen, haben aber auch nicht die großen Chancen zugelassen“, meinte Dorr. Genau diese Einschätzung erklärt auch, warum der Ausgleich zwar folgerichtig wirkte, aber nicht aus einer langen Serie klarster Möglichkeiten entstand. In der 71. Minute war es dann soweit: Vitis kam zum 1:1, Torschütze war Dominik Sibal. Der Treffer fiel nach einem Elfmeter, der laut Dorr aus einem Laufduell entstand. „Das war ein Laufduell zwischen unserem Innenverteidiger und dem Vitis-Stürmer. Er ist dann zu Boden gegangen, und ich sage: Den Elfmeter kann man geben.“ Damit blieb Schwarzenau zwar nicht ohne Gegentor, stellte den Pfiff im Grundsatz aber auch nicht grundsätzlich infrage.

„Es war ein Spiel auf Augenhöhe“

Dass es am Ende beim 1:1 blieb, begründete Dorr vor allem mit der Arbeit gegen den Ball und mit einer insgesamt geschlossenen Leistung seiner Mannschaft. „Wir sind defensiv sehr gut gestanden, haben wenig Chancen zugelassen oder wenig zwingende“, sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass Schwarzenau nicht nur über Kampf ins Spiel fand, sondern auch spielerisch Lösungen suchte. „Wir haben Fußball spielen probiert, und das hat eigentlich funktioniert. Spielerisch und kämpferisch war die Leistung sehr in Ordnung“, so Dorr. Den Gegner schilderte er als Mannschaft, die immer wieder ihre tschechischen Spieler gesucht habe, „die eine sehr hohe Qualität haben“. Gerade deshalb wertete er es als ordentlich, dass Schwarzenau das „weitestgehend in den Griff bekommen“ habe. Sein Gesamturteil fiel entsprechend nüchtern, aber positiv aus: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe.“ Nur ein Punkt störte ihn etwas, ohne dass er daraus ein großes Thema machte: In der zweiten Hälfte seien Gelbe Karten „vielleicht etwas leichtfertig“ verteilt worden, „aber im Großen und Ganzen war es in Ordnung“.

Ein Punkt, der für Schwarzenau zum Spiel passt

Unterm Strich blieb für die Gäste ein Remis, das gut zum Spielverlauf passt. Schwarzenau nutzte in der ersten Hälfte seine Möglichkeiten konsequent, verlor nach der Pause zwar an Entlastung, ließ sich vom zunehmenden Druck der Gastgeber aber nicht mehr entscheidend bezwingen. Genau so fasste es Dorr auch zusammen: „In der zweiten Hälfte sind wir zu keinen zwingenden Torchancen mehr gekommen. Vitis hat mehr und mehr den Druck erhöht, dem haben wir aber bis zum Schluss standgehalten.“ Das ist nicht mehr als ein Satz, als Einordnung dieses Abends sagt er aber viel aus. Schwarzenau hat in Vitis keinen wilden Schlagabtausch geliefert, sondern einen Punkt über mannschaftliche Geschlossenheit abgesichert. Für ein Auswärtsspiel bei einem Gegner aus dem oberen Tabellenbereich war das aus Sicht der Gäste eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt.

1. Klasse Waldviertel: Vitis : Schwarzenau - 1:1 (0:1)

  • 71
    Dominik Sibal 1:1
  • 34
    Jozef Rejdovian 0:1