In der 1. Klasse Waldviertel haben sich SV Waldhausen (NÖ) und SV Albrechtsberg in der neunten Runde 1:1 getrennt. Für Albrechtsberg war es ein Punkt, der sich nach zwei ganz unterschiedlichen Halbzeiten erklären ließ: erst die verpasste Führung, dann der Rückstand nach der Pause und schließlich noch der späte Ausgleich. Trainer Stefan Erlebach sprach von einem gerechten Remis, ärgerte sich aber vor allem über die ungenutzten Möglichkeiten vor der Pause.

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Erlebach sah seine Mannschaft im ersten Durchgang klar im Vorteil. „Zu Beginn waren wir die bessere Mannschaft“, sagte der Trainer nach dem 1:1 und verwies auf jene Phase, in der Albrechtsberg mehr Spielanteile hatte und sich auch die besseren Möglichkeiten erarbeitete. Gleich am Anfang blieb eine große Chance ungenützt, kurz vor der Pause kam auch noch Pech bei einem Stangenschuss dazu. Weil Waldhausen vor dem Seitenwechsel laut Erlebach im Grunde nur einmal mit einem Kopfball gefährlich wurde, tat ihm das 0:0 zur Pause besonders weh. „Da müssen wir mindestens ein Tor machen, wenn nicht zwei“, meinte er. Aus seiner Sicht hätte sich seine Mannschaft den Vorsprung vor dem Wechsel durchaus verdient gehabt.
Genau diese ausgelassene erste Hälfte bekam nach dem Seitenwechsel noch mehr Gewicht. Albrechtsberg kam schlecht aus der Pause, Waldhausen übernahm das Kommando und ging in der 50. Minute durch Daniel Gutmann mit 1:0 in Führung. Erlebach beschrieb den Treffer als starke Einzelaktion und machte keinen Hehl daraus, was ihn an dieser Phase besonders störte. „Wir haben den Beginn der zweiten Halbzeit verschlafen“, sagte er deutlich. „Wir waren zu unkonzentriert und haben Waldhausen aufkommen lassen.“ Lange fand seine Elf danach kein echtes Mittel, um wieder Druck zu entwickeln. Erst als Albrechtsberg auf zwei Stürmer umstellte, wurde das Spiel der Gäste wieder zwingender. Ab diesem Zeitpunkt kamen sie besser hinein, fanden Torchancen vor und belohnten sich in der 88. Minute, als Petr Matousek per Kopf zum 1:1 traf. Danach war sogar noch der Sieg drin, doch zwei weitere Abschlüsse blieben zu zentral, sodass Waldhausens Torhüter nicht mehr ernsthaft in Bedrängnis geriet.
Trotz des Ärgers über die liegengelassene Führung fand Erlebach nach dem Spiel auch viele positive Worte für seine Mannschaft. „Großes Lob muss ich wieder aussprechen. Die Mannschaft beweist momentan eine super Einstellung und top Moral“, sagte der Albrechtsberg-Trainer. Gerade weil sein Team nach dem 0:1 lange anlaufen musste und erst in der Schlussphase zum Ausgleich kam, war dieser Punkt aus seiner Sicht auch ein Ergebnis von Einsatz und Willen. „Sie geben alles, und das hat sich wieder bezahlt gemacht, dass wir zumindest einen Punkt mitgenommen haben“, so Erlebach. Den Gegner wollte er dabei nicht kleinreden. Waldhausen habe ebenfalls sehr aufopfernd gespielt, „alles versucht“ und sei vor allem vorne mit seiner Schnelligkeit immer wieder gefährlich gewesen. Auch deshalb fiel sein Urteil über den Spielausgang am Ende nüchtern aus.
Unter dem Strich blieb beim Trainer ein klares Fazit. „Über 90 Minuten gesehen ist es sicher ein gerechtes Unentschieden“, sagte Erlebach. Der späte Ausgleich rettete Albrechtsberg einen Punkt, der sich wegen des Spielverlaufs vor allem aus Sicht der ersten Halbzeit wichtig anfühlte. Denn genau dort lag für den Coach auch der größte Unterschied zwischen einem Remis und vielleicht noch mehr: vorne fehlte vor der Pause die Konsequenz, nach Wiederbeginn zunächst die nötige Aufmerksamkeit. Dass seine Mannschaft trotzdem zurückkam, passte wiederum zu jener Moral, die Erlebach ausdrücklich hervorhob. Für Albrechtsberg bedeutet das 1:1 jedenfalls, dass der Spitzenreiter der Liga auch nach der neunten Runde vorne bleibt.