In der 1. Klasse West-Mitte hat Peter Wurm, Obmann des FC Kapelln, allen Grund, optimistisch in die Frühjahrssaison 2026 zu blicken. Nach einem bewegten Fußballjahr, das neben sportlichen Herausforderungen umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Vereinsanlage nach dem massiven Hochwasser mit sich brachte, zieht Wurm eine positive Zwischenbilanz. Die Mannschaft liegt derzeit auf einem soliden fünften Tabellenplatz und zeigte zuletzt stabile Leistungen: Auf Niederlagen gegen USV Eichgraben und FC Ober-Grafendorf folgten ein Unentschieden gegen den SV Ratzersdorf, ein Sieg über die TSU Hafnerbach und zuletzt ein weiterer Punktgewinn gegen den USC Mank. Für den Verein, der schwierige Monate durchleben musste, bedeutet diese Entwicklung mehr als nur sportlichen Erfolg – sie steht für Zusammenhalt und Aufbruch.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Der Herbst 2024 war für den FC Kapelln eine Bewährungsprobe. Wie Wurm schildert, stand die gesamte Anlage nach einem Hochwasser „bis zur Decke unter Wasser“. In der Folge mussten Trainings- und Hauptplatz sowie das Sporthaus komplett revitalisiert werden. Unterstützung kam aus der Region – besonders der SC Getzersdorf, GSR Inzersdorf und der SV Würmla stellten ihre Plätze für Training und Spiele zur Verfügung. „Hier hat sich der Zusammenhalt gezeigt, innerhalb der Mannschaft, aber auch im Umfeld“, betont Wurm.
Im Herbst 2025 konnte das Team mit dem zweiten Heimspiel die eigene Anlage wieder nutzen – ein emotionaler Moment, der im Klub neue Energie freisetzte. Die Rückkehr nach Kapelln wurde zum Symbol dafür, dass man gemeinsam durch Schwierigkeiten gewachsen ist.
Auch sportlich hat sich der Verein neu aufgestellt. Nach einer erfolgreichen Vorsaison mit dem Vizemeistertitel folgte ein Trainerwechsel samt gelungenen Kaderumbau im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten. Mehrere Spieler beendeten ihre Karriere oder wagten den Schritt in höhere Ligen, woraufhin die Vereinsführung den Kader gezielt anpasste.
Der aktuelle fünfte Tabellenrang belegt den Erfolg dieser Maßnahmen und ist zugleich das ausgegebene Ziel für das Frühjahr. Trotz einiger Blessuren im Herbst, blieb die Mannschaft von größeren Verletzungssorgen verschont. Lediglich Torjäger Philipp Grassl, der im Frühjahr seine Matura abschließt, wird zeitweise fehlen. Ansonsten reisen nahezu alle Spieler zum Trainingslager ins ungarische Sopron – ein starkes Zeichen für das intakte Gefüge. Wurm betont: „Es wäre nicht gerecht, jemanden besonders hervorzuheben, weil alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten Großartiges leisten.“
Abseits des Rasens blickt der Obmann mit Dankbarkeit auf die Hilfe, die der Verein in den vergangenen Monaten erfahren hat. Zahlreiche Unterstützer halfen beim Wiederaufbau – finanziell, organisatorisch und mit tatkräftigem Einsatz. „Wir sind als Vereinsführung allen sehr dankbar, die uns in dieser schwierigen Situation geholfen haben“, sagt Wurm.
Mit stabilen Strukturen im Betreuerteam und einem auf Kontinuität ausgerichteten Vereinsleben blickt Kapelln nun selbstbewusst nach vorne. Das sportliche Ziel ist klar formuliert: den fünften Tabellenrang halten und den positiven Lauf aus dem Herbst fortsetzen. Wurm hebt hervor, dass neben den Ergebnissen vor allem das Umfeld zählt: „Wir wollen, dass unsere Gegner gerne nach Kapelln kommen, weil sie sich wohlfühlen – genauso wie unsere Zuschauer.“
Für den Verein, der sich über zwei Jahre hinweg von schweren Schäden zu sportlicher Stabilität zurückgekämpft hat, ist das nicht nur ein Wunsch, sondern gelebte Identität. Der FC Kapelln geht gestärkt aus Krisenzeiten hervor – geeint durch Einsatz, Loyalität und eine Leidenschaft, die weit über den Spieltag hinausreicht.