In der 1. Klasse West-Mitte empfing der SV Ratzersdorf den 1. SV Maria Anzbach – und es wurde ein Nachmittag, der vor allem von Haltung und Reaktion geprägt war. Trainer Martin Parb sprach vom 2:1 als verdientem Erfolg und stellte die Geschlossenheit des Teams über alles. Über weite Strecken der 1. Halbzeit bestimmte seine Mannschaft das Geschehen, ehe ein Rückstand zur Pause die Aufgabe erschwerte. Entscheidend wurde die klare Reaktion nach dem Seitenwechsel: mehr Zweikampfpräsenz, mehr Zielstrebigkeit, mehr Kontrolle. Dass wichtige Kräfte fehlten, schmälerte die Entschlossenheit nicht – vielmehr unterstrich der Auftritt den internen Zusammenhalt und die Breite im Kader. Der Tenor nach Abpfiff: ein Arbeitssieg, getragen von Überzeugung, Konsequenz und einem starken Kollektiv.

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Parb blickte auf 90 intensive Minuten zurück: Früh setzte sein Team Akzente, in der 12. Minute knallte ein Freistoß von Antun Primorac an die Stange. Nach seiner Wahrnehmung hatte Maria Anzbach vor der Pause keine Torabschlüsse, dennoch geriet Ratzersdorf in der 29. Minute nach einer Standardsituation 0:1 in Rückstand (Torschütze: Thomas Helly) – ein Nackenschlag, der bis zur Pause Bestand hatte. Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie: In der 56. Minute fiel der Ausgleich per Kopf, eingeleitet von einer Ecke von Philipp Stockinger, als Adel Cekic nachsetzte. Elf Minuten später veredelte der eingewechselte Baran Caner nach starker Vorarbeit von Lucas-Nicola Sunk den Umschwung zum 2:1. In dieser Phase hatten die Ratzersdorfer laut Parb „Oberhand“, der Gegner stellte auf Viererkette – das öffnete Räume für Konter. Es blieben weitere Chancen, doch am Ende stand ein knapper, aus Sicht des Trainers hochverdienter Heimsieg.
Die Ausgangslage war alles andere als komfortabel. „Ja, wir waren bei Weitem nicht komplett.“ Trotz mehrerer Ausfälle betonte Parb den Schulterschluss im Team und die Tiefe des Kaders: „Wir waren dezimiert, aber wir haben das im Kollektiv und dank der Breite des Kaders wettmachen können.“ Auch bei der Frage nach einem möglichen Mann des Spiels blieb er konsequent: „Nein, ich will da keinen einzelnen Spieler nennen.“ Dass ausgerechnet der eingewechselte Caner den entscheidenden Treffer markierte, passte zu diesem Bild eines Abends, an dem viele kleine Puzzleteile zusammenfanden.
Inhaltlich sah Parb eine steile Lernkurve über die 90 Minuten. „Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer.“ Der Trainer störte sich an einer zu verhaltenen 1. Halbzeit und an mangelnder Konsequenz in den Zweikämpfen – genau dort legte seine Mannschaft nach der Pause sichtbar zu. „Wir haben uns für die 2. Halbzeit extrem viel vorgenommen, sind immer überlegener geworden“, schilderte er die Wende. Besonders hob er die Mischung aus Robustheit und Klarheit im Spiel nach vorne hervor: „Da waren wir extrem zweikampfstark und haben zielstrebig nach vorne gespielt und sind für den Aufwand belohnt worden.“ Diese Entwicklung schlug sich in den Schlüsselmomenten nieder: Ausgleich nach Ecke, Führung nach starker Vorarbeit über die Flügel – und anschließend reife Verwaltung, trotz offener Räume und weiterer, ungenutzter Möglichkeiten. Insgesamt blieb der Eindruck einer Mannschaft, die ihre Ansprüche an Intensität und Zielstrebigkeit nach der Pause konsequent auf den Platz brachte und die Partie gegen Maria Anzbach so in die richtige Richtung lenkte.