Nach intensiven 90 Minuten sprach Martin Parb, Trainer des SV Ratzersdorf, offen über die Partie gegen USG Alpenvorland in der 1. Klasse West-Mitte. Seine Bilanz fiel klar aus: In Halbzeit eins sah er ein ausgeglichenes Spiel mit den besseren Möglichkeiten für seine Mannschaft, nach der Pause aber kippte die Begegnung komplett. „Wir konnten offensiv keine Akzente mehr setzen“ und wurden, wie er es beschrieb, „mit einem Doppelschlag bestraft“. Zur Pause hatte es noch 0:0 gestanden, ehe der Gegner in der Schlussphase binnen weniger Minuten entschied. Parb hob zudem die Mentalität des Gegners hervor: Man habe gesehen, „dass der Gegner mit dem Rücken zur Wand steht“, und er attestierte ihm den verdienten Sieg.

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Parb zeichnete ein differenziertes Bild der Anfangsphase: „Erste Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel, wobei meine Mannschaft mehr Chancen hatte, speziell durch Lukas Mitterwachauer und Thomas Baumann, die wir leider nicht genützt haben.“ Aus seiner Sicht verfügte Ratzersdorf in dieser Phase auch über mehr Spielanteile: „Ich bin der Meinung, dass wir mehr Ballbesitz und die besseren Chancen gehabt haben.“ Dass es trotz der Gelegenheiten beim 0:0 blieb, prägte für ihn den weiteren Verlauf – denn die verpasste Führung sollte sich nach dem Seitenwechsel rächen.
Mit Wiederanpfiff kippte die Statik der Partie deutlich, so die Einschätzung des Ratzersdorfer Trainers: „In der zweiten Halbzeit hatte der Gegner viel mehr Ballbesitz und auch mehr Torschüsse als wir.“ Er beschrieb die Gastgeber als „sehr dominant“, sein Team sei „in die Defensive gezwungen“ worden. In dieser Druckphase fiel die Entscheidung durch den von Parb benannten Doppelschlag: Jakub Stefancin traf in kurzer Abfolge zum 0:1 (77.) und 0:2 (79.). Parb ordnete das Ergebnis klar ein: „Aufgrund der zweiten Halbzeit war es absolut verdient, dass Alpenvorland als Sieger vom Platz gegangen ist.“
Besonders beeindruckte Parb der unbedingte Wille des Gegners nach der Pause: „Man hat gesehen, dass der Gegner mit dem Rücken zur Wand steht und einfach mehr investiert hat als meine Mannschaft.“ Als herausragenden Akteur hob er den zweifachen Torschützen hervor – Jakub Stefancin entschied die Partie. Taktische Mängel wollte Parb nicht in den Vordergrund rücken („Ich glaube nicht, dass es am taktischen Bereich gelegen ist“), vielmehr verwies er auf die fehlenden Offensivmomente nach der Pause. Personell blieb die Lage angespannt: Im Vergleich zur Vorwoche fehlten weiterhin mehrere Akteure, zudem kam mit Philipp Stockinger ein weiterer Ausfall hinzu. Auf die Frage nach einzelnen Schlüsselszenen blieb Parb knapp: „Nein, gab es nicht.“