In der 18. Runde der 1. Klasse West-Mitte musste sich die USG Alpenvorland zu Hause dem FC Kapelln mit 1:2 geschlagen geben. Nach früher Führung der Hausherren drehten die Gäste durch Yasin Sukapan und Paul Pfeiffer die Partie. Kapelln-Trainer Helmut Marschik sprach von einem „offenen Match“ und lobte die disziplinierte Umsetzung: „Wir waren taktisch sehr gut eingestellt.“ Laut Marschik vergaben die Gastgeber später noch einen Elfmeter – einen, den es aus seiner Sicht gar nicht hätte geben dürfen. Am Ende nahmen seine Kapellner die Zähler mit. „Unterm Strich sind wir froh über die Punkte“, fasste er zusammen.

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Die Begegnung startete schwungvoll, beide Seiten suchten den Weg nach vorne. „Es war ein offenes Match auf beide Seiten“, schilderte Helmut Marschik. Alpenvorland erwischte den besseren Beginn und lag früh vorne: In Minute 12 traf Jakub Stefancin zum 1:0. Kapelln ließ sich davon nicht beirren, blieb im Spiel und kam noch vor der Pause zum Ausgleich. In der 35. Minute stellte Yasin Sukapan auf 1:1, zur Halbzeit war alles offen. Nach Wiederbeginn arbeiteten die Gäste weiter geduldig an ihren Momenten – und bekamen ihn in der 71. Minute: Paul Pfeiffer traf zum 1:2. Marschik ordnete den Siegtreffer klar ein: „Es war ein Corner von Yasin Sukapan an die zweite Stange. Die erste Hereingabe wurde von Paul Pfeiffer wieder direkt zu Yasin Sukapan geklärt, bei der zweiten Hereingabe hat Paul Pfeiffer den Ball halbvolley reingedrückt. Ein schönes Tor.“ Laut dem Kapelln-Coach bot sich Alpenvorland später noch die Chance vom Punkt auf das mögliche 2:2, der Strafstoß ging jedoch über das Tor – „für mich war das überhaupt kein Elfer“, betonte er. So blieb es beim knappen Auswärtssieg.
Der Kapelln-Trainer hob vor allem die Vorbereitung und das taktische Verhalten seiner Elf hervor. „Wir waren heute sehr gut taktisch eingestellt“, sagte Helmut Marschik und ergänzte, dass seine Mannschaft personell nicht aus dem Vollen schöpfen konnte: „Wir haben wieder ein paar Verletzte gehabt, aber jeder Spieler wusste, was er zu machen hat.“ Die Gäste hätten die Stärken des Gegners klar im Blick gehabt: „Wir haben Alpenvorland analysiert, ihre Schlüsselspieler und ihre Stärken – und ich glaube, dass wir das sehr gut umgesetzt haben.“ Nach dem Rückstand sei seine Truppe ruhig geblieben und drangeblieben. „Wir haben nicht aufgegeben, vor der Pause das 1:1 gemacht und nach der Halbzeit das 2:1 nachgelegt“, so Marschik. Sein Fazit zum Spielgefühl passte zum Verlauf: „Im Großen und Ganzen war der Sieg nicht glücklich. Beide Seiten hatten Chancen.“
Während sich Kapelln am Ende über drei Punkte freuen durfte, fand Marschik auch klare Worte zu Stärken und Baustellen. „Wir sind heute sehr kompakt hinten gestanden. Ich glaube, dass wir wenig zugelassen haben“, erklärte er – und hob zugleich den Rückhalt zwischen den Pfosten hervor: „Unser Tormann hat drei, vier sehr gute Bälle gehalten.“ Beim Umschalten habe vieles gepasst, doch im Kampf um die losen Kugeln sieht der Trainer Luft nach oben: „Die zweiten Bälle – da war Alpenvorland um einiges aggressiver als wir. Wir müssen näher am Mann sein und diese Bälle auch gewinnen.“ Gleichzeitig zollte er dem Gegner Respekt: „Man hat gesehen, Alpenvorland wollte unbedingt die Punkte. Sie spielen um den Abstieg, waren sehr aggressiv gegen den Ball, mit guten Leuten im Zentrum und in der Offensive. Sie hatten Chancen, das Spiel genauso zu gewinnen – das bessere Glück am Ende hatten wir.“
Auch die Schiedsrichterleistung bewertete Marschik differenziert. „Die Leistung war sehr okay. Er hat ein bisschen härter spielen lassen, nicht jede Aktion gleich abgepfiffen“, meinte der Kapelln-Coach. Zwei Szenen hob er dennoch hervor – ausdrücklich als seine Sicht: „Es gab eine Abseitsentscheidung gegen Alpenvorland, die für mich keines war; Zuschauer haben das auch so gesehen, und er hat es, glaube ich, selbst zugegeben. Im Gegenzug gab er einen Elfmeter, der für mich keiner war – es war kein Kontakt da, er hat gesagt, er hat etwas gehört.“ Unterm Strich blieb Marschik fair: „Bis auf zwei, drei Kleinigkeiten war das okay – Schiedsrichter machen Fehler wie Trainer und Spieler auch.“ Einordnen lässt sich die Partie auch über die Tabelle: Kapelln hält nach diesem Erfolg bei 26 Punkten und bewegt sich im Mittelfeld, Alpenvorland steckt mit 12 Zählern im Abstiegskampf. „Der Unterschied war heute, dass wir nicht so den Druck hatten wie Alpenvorland“, sagte Marschik. Sein Ausblick bleibt bodenständig: „Die Punkte tun uns gut. Wir arbeiten an den zweiten Bällen und daran, noch näher am Mann zu sein – dann wollen wir wieder nachlegen.“