Nach einem intensiven Duell zwischen USV Intersport Winninger Ferschnitz und SU Weise Raika Aschbach in der 1. Klasse West ordnete Martin Flatzelsteiner die 90 Minuten als Spiel mit zwei Gesichtern ein. Der Trainer sprach von einer passiven, nervösen ersten Hälfte und einer klaren Reaktion nach der Pause, lobte Moral und Mentalität und blickte nach dem späten Ausgleich optimistisch voraus. Seine Eindrücke kreisten um Kontrolle, Intensität und das wiederholte Zurückkommen – bis hin zum 3:3, das die Stimmung nach dem Schlusspfiff prägte.

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Flatzelsteiner fasste die Kräfteverhältnisse prägnant zusammen: „In der ersten Halbzeit hatte Aschbach mehr Kontrolle, waren gefährlicher, nach der Pause sind wir besser ins Spiel gekommen und hatten den nötigen Zugriff. Es war ein sehr intensives Spiel.“ Der Beginn wirkte aus Ferschnitzer Sicht fahrig, mit Passivität und Nervosität, bevor in der Kabine bezüglich Zugang nachjustiert wurde – vor allem auch verbal, mit klaren Vorstellungen, um die es geht. Auf dem Platz setzten die Gäste die ersten Marken: In der 13. Minute traf Eduard Zele zum 0:1, die Führung hielt bis zum Seitenwechsel. Unmittelbar nach Wiederbeginn erhöhte Konstantin Platzer auf 0:2 (48.) – die kalte Dusche für die Hausherren. Die offensive Wucht Aschbachs verlangte höchste Aufmerksamkeit, sichtbar in Tempo, Zielstrebigkeit und der Konsequenz in den entscheidenden Momenten.
Die Antwort der Hausherren folgte entschlossen. Kilian Bachler verkürzte in der 54. Minute auf 1:2, nur sechs Minuten später glich Matthias Lehner zum 2:2 aus. Aschbach legte durch Roland Caprnka in der 71. noch einmal vor – 2:3. Doch Ferschnitz ließ nicht locker: In der 76. Minute traf Bachler zum 3:3 und schnürte damit den Doppelpack. Damit egalisierten die Gastgeber zweimal einen Rückstand – das Kernmotiv dieses Abends. Der Trainer sah zwar spielerisches Verbesserungspotenzial, entscheidend war jedoch der gesteigerte Zugriff nach der Pause: mehr Präsenz in den Zweikämpfen, mutigere Laufwege und ein besseres Gefühl für zweite Bälle. In den torreichen Phasen gingen beide Seiten bewusst Risiken ein – Ferschnitz, um Druck aufzubauen, Aschbach, um vertikal zu bleiben. Das Remis spiegelt den offenen Schlagabtausch treffend wider.
„Es war in Summe, auf die beiden Halbzeiten aufgeteilt gesehen, auf Augenhöhe und sehr intensiv – wie derzeit fast jedes Spiel in dieser Liga“, bilanzierte Flatzelsteiner. Man habe gewusst, dass Aschbach eine gute Mannschaft sei und jeder um Punkte kämpfe. Nach der Niederlage der Vorwoche habe man die Verunsicherung in Hälfte eins noch gespürt, „doch in der zweiten Halbzeit haben wir das vergessen lassen – darauf können wir sehr wohl aufbauen“. Am Ende stand mehr als nur ein Punkt: eine Bestätigung der Haltung, die Flatzelsteiner mit Nachdruck hervorhob – Moral, Mentalität und das Beharren darauf, immer wieder zurückzukommen.