In der 1. Klasse West hat Sportunion Leitner Allhartsberg gegen USV Intersport Winninger Ferschnitz eine wilde Aufholjagd nicht mehr ganz vollendet und 3:4 verloren. Nach einem 0:3 zur Pause und dem schnellen vierten Gegentor war die Partie früh auf die Seite der Gäste gekippt. Trainer Reinhard Mayr machte danach vor allem die schwache erste Hälfte verantwortlich: „Unser Defensivverhalten in der ersten Halbzeit war ausschlaggebend.“

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Allhartsberg fand von Beginn an nicht in die Partie, und genau dort setzte Mayr später auch seine Analyse an. „Wir haben uns für die erste Halbzeit mehr vorgenommen“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Mit einer Systemumstellung wollte seine Mannschaft mehr Zugriff bekommen, doch gerade das gelang in den ersten Minuten nicht. Ferschnitz hatte mehr vom Spiel, kam zu Möglichkeiten und belohnte sich früh. Matus Jorik erzielte in der 17. Minute das 0:1, Bernhard Zehetner legte in der 21. Minute das 0:2 nach, und in der 27. Minute erhöhte Matthias Lehner schon auf 0:3. Für Mayr war diese Pausenführung deshalb auch „nicht unverdient“, weil seine Mannschaft in der Rückwärtsbewegung und im Zweikampfverhalten vor allem vor der Pause zu wenig zeigte.
Nach dem Seitenwechsel bekam Allhartsberg zunächst noch den nächsten Rückschlag. Daniel Sitz traf in der 51. Minute zum 0:4 und schien die Partie damit endgültig entschieden zu haben. Gerade dieser Spielstand machte noch einmal deutlich, wie teuer der verschlafene Beginn geworden war. Trotzdem war das Spiel damit noch nicht vorbei. Mayr sprach davon, dass seine Mannschaft mit zwei Umstellungen nach der Pause „besser in die Gänge gekommen“ sei, und genau das zeigte sich dann auch am Resultat. Marcel Pronegg verkürzte in der 57. Minute auf 1:4, Anes Mahmic stellte mit seinem Treffer in der 65. Minute auf 2:4, und in der Nachspielzeit sorgte Mahmic mit seinem zweiten Tor noch für das 3:4. Aus einer klaren Angelegenheit wurde damit doch noch einmal eine Partie, in der Allhartsberg bis zum Schluss dranblieb.
Mayr trennte seine Beurteilung deshalb sehr klar. „Es waren für mich zwei unterschiedliche Hälften“, sagte der Trainer, der das Spiel in der ersten halben Stunde verloren sah. „Wir haben keinen ordentlichen Zugriff bekommen. Wir haben dem Gegner zu viele Möglichkeiten gelassen.“ Erst nach der Pause änderte sich das Bild. Allhartsberg wurde aktiver, kam selbst besser ins Spiel und brachte den Favoriten doch noch unter Druck. „Wir haben von 0:4 auf 3:4 verkürzen können und noch eine Topchance auf einen möglichen Ausgleich gehabt“, erklärte Mayr. Gerade deshalb fiel sein Gesamturteil am Ende nüchtern aus. „In Summe gesehen war es über 90 Minuten zu wenig.“ Die Schlussphase zeigte zwar, dass seine Mannschaft zurückkommen kann, sie änderte aber nichts daran, dass die Hypothek aus der ersten Hälfte zu groß war.
Unter dem Strich blieb für Allhartsberg trotz der Aufholjagd keine Belohnung. Ferschnitz nahm mit dem 4:3-Auswärtssieg drei Punkte mit und behauptete mit nun 25 Zählern die Spitze der Liga. Allhartsberg hält nach zwölf Spielen bei 18 Punkten und bleibt damit im Mittelfeld. Dass aus dem 0:4 überhaupt noch einmal ein enges Ergebnis wurde, konnte Mayr durchaus einordnen, entscheidend war für ihn aber etwas anderes. „Das Ausschlaggebende für den Ausgang des Spiels war unser Defensivverhalten in der ersten Halbzeit“, sagte er noch einmal deutlich. Genau darin steckt auch der Blick nach vorne: Wenn Allhartsberg von Beginn an so wach auftritt wie später in Hälfte zwei, ist in dieser Liga viel möglich. Mit einem Fehlstart wie diesmal wird es gegen ein Team wie Ferschnitz dagegen sehr schwer.