Nachdem Amstetten sehr stark in die Saison gestartet war - 22 Punkte in den ersten acht Spielen - konnten sie in den letzten Runden nicht überzeugen. Nun steht man aber zumindest bis morgen wieder an der Tabellenspitze. Beim heutigen Aufeinandertreffen schien es als wollte Amstetten kurzen Prozess machen. Holzer (3.) und Reikersdorfer L. (7.) markierten sehr bald den 2:0-Zwischenstand. Nach einer, in weiterer Folge von Amstetten kontrollierten Partie, schoss wiederum Reikersdorfer (89.) zum 3:0 ein. Das 3:1 durch Medgyasi (91./Elfmeter) war nur noch Ergebniskorrektur. Herzogenburg - mit 36 Gegentoren die Schießbude der Liga - setzte damit mit der sechsten Niederlage in den letzten sieben Partien seinen Negativlauf fort. Der Abstand zum 16. und letzten Rang beträgt nur noch zwei Punkte.
Blitzstart von Amstetten
Kaum hatte der Schiedsrichter die Begegnung angepfiffen, konnten die
Amstettener Spieler bzw. Zuschauer bereits ausgelassen jubeln. Nach
einem Trkulja-Freistoß, der an die Stange ging, stand Mario Holzer
goldrichtig und staubte bereits in der dritten Spielminute zum 1:0 ab.
Nur vier Minuten später folgte der nächste Dämpfer für Herzogenburg.
Ein langer Ball in den Herzogenburger Strafraum, Tormann Aslan wird von
einem eigenen Spieler behindert und Leopold Reikerdorfer staubt zum 2:0
(7.) ab. In weiterer Folge kontrollierte Amstetten das Spiel, wobei man
jedoch keine zwingenden Chancen herausspielen konnte. Somit ging es mit
der 2:0-Führung für die Gastgeber auch in die Kabinen.
Zwei Tore im Finish
In Halbzeit zwei sahen die 500 Zuschauer das gleiche Bild wie vor dem
Pausenpfiff. Die beiden Mannschaften zeigten sich zwar kämpferisch,
kamen aber nur selten zum Torabschluss, was nicht zuletzt an den
schwierigen Bodenverhältnissen lag. Als die Zuschauer bereits Richtung
Ausgang marschierten, kam es doch noch zu zwei Aufregern. Nach einem
unnötigen Foul an Herzogenburgs Strafraumgrenze krönte sich
Leopold Reikersdorfer (89.) mit einem schönen Direktfreistoß zum
Doppeltorschützen und stellte damit auf 3:0. In der Nachspielzeit
gelang schließlich Laszlo Medgyesi, der nun bei elf Saisontreffern hält, durch
einen Foulelfmeter der 3:1 Ehrentreffer. Eine insgesamt faire und
ruhige Partie, die durch die zwei schnellen Amstetten-Tore und harmlose
Herzogenburger nicht die Brisanz hatte, die sich die Zuschauer
erwarteten.
Johann Wimmer (Sektionsleiter SKU Ertl Glas Amstetten):
"Das Spiel ging im Prinzip 90 Minuten lang auf ein Tor, nämlich jenes
von Herzogenburg. Nach der schnellen 2:0-Führung konnten wir keinen
Druck mehr aufbauen. Insgesamt war es aber ein verdienter Sieg, ohne
dass wir dabei glänzten. Ich hätte mir etwas mehr Temperament von den
Spielern erwartet. Über die drei Punkte bin ich aber froh, lief es doch
in den letzten Wochen für uns nicht nach Wunsch."
Johannes Neumayer (Trainer SC Herzogenburg):
"Zwei Tormannfehler führten zur schnellen 2:0-Führung für Amstetten.
Unser Einsergoalie ist leider verletzt, außerdem fehlten heute zwei
gesperrte und ein kranker Spieler, dagegen kann man leider nichts
machen. Mit dem 0:2 war unsere Konter-Taktik natürlich über den Haufen
geworfen. Man muss aber auch dazu sagen, dass es bei diesem nassen
Wetter und dem tiefen Boden nicht einfach war Fussball zu spielen. In
den letzten Wochen machen wir zu viele Eigenfehler. So kannst du keine
Spiele gewinnen. Im nächsten Spiel ist ein Sieg aber Pflicht, noch dazu
wo es mit Götzendorf gegen eine Mannschaft geht, die ebenfalls im
Tabellenkeller steht. Die Abwehr ist natürlich unsere Achillesferse. 36
Gegentore sind bezeichnend dafür. Hinten fehlt uns der herausragende
Spieler. Einer der erfahren ist und die jungen führen kann. Ich will
keinen Spieler persönlich angreifen, in der Winterpause muss man sich
aber nach Alternativen umsehen."