Ein turbulenter Nachmittag in Obersiebenbrunn endete in der 2. Klasse Marchfeld mit einem 2:1 gegen den SCU Obersdorf/P. – und in spürbarer Erleichterung nach einem kräftezehrenden, körperbetonten Duell. SC Obersiebenbrunn-Trainer Rudolf Kolar ordnete das Geschehen klar ein: starker Start, früher Rückschlag, dann Geduld und Durchhaltevermögen. „Wir mussten ruhig bleiben, die Geduld nicht verlieren und im Kopf klar bleiben – dann werden wir belohnt“, sagte er.

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Nach gutem Beginn kassierte Obersiebenbrunn in der 10. Minute das 0:1: Thomas Neid traf für den SCU Obersdorf/P. nach einem indirekten Freistoß. „Wir haben wirklich sehr schlecht und passiv verteidigt“, ärgerte sich Kolar. Mehrere Spieler standen tief gegen nur einen Gegenspieler, der letztlich unbedrängt abschließen konnte. Der Plan der Gäste war fortan klar: im 4-5-1 kompakt stehen, wenig zulassen und über schnelle Flügel kontern. Obersiebenbrunn antwortete mit hohem Pressing, langen Ballbesitzphasen und viel Druck – „richtiges Powerplay“ in der gegnerischen Hälfte –, doch zur Pause blieb es beim Rückstand.
Nach Wiederbeginn kippte die Partie. In der 55. Minute erzielte Lubos Janik das 1:1 – für Kolar ein „Tor des Willens“: „Wir haben den Ball förmlich reingekämpft, mit ein, zwei Pressbällen, die auf unsere Seite gefallen sind.“ Paradox: Direkt nach dem Ausgleich sah Kolar die stärkste Phase des SCU Obersdorf/P., in der die Gefahr am größten war, erneut in Rückstand zu geraten. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. „Es war ein Spiel auf Messers Schneide, offen in beide Richtungen.“ In Summe verzeichnete Obersiebenbrunn vier bis fünf klare Möglichkeiten, dazu zwei Distanzschüsse ans Aluminium. Die Gäste hatten neben dem Standardtor nur noch eine Riesenchance – der Abschluss ging am beinahe leeren Tor vorbei. Die Entscheidung fiel spät: In der 84. Minute traf Denis Dizdarevic zum 2:1. „Im Endeffekt geht das Ergebnis in Ordnung“, bilanzierte Kolar. Freude und Selbstkritik lagen eng beieinander: beim 0:1 zu passiv, später reifer und zielstrebiger.
Standards prägten das Spielbild – negativ beim 0:1, ansonsten defensiv stabil. Offensiv haderte Kolar mit der Linie des Referees: „Der Schiedsrichter war oft schnell an der Pfeife und hat viele Offensivfouls gepfiffen, die ich nicht immer nachvollziehen konnte.“ Brisant war zudem eine Szene beim Stand von 0:1: Aus seiner Sicht hätte Obersiebenbrunn einen klaren Elfmeter bekommen müssen, nachdem der Stürmer dem Keeper im Pressing den Ball abnahm und von hinten gelegt wurde; stattdessen gab es Freistoß für den Torwart – mit der Begründung, der Angreifer sei vor Ballfreigabe zu früh in den Sechzehner eingelaufen. „Insgesamt war es sicher nicht einfach zu leiten; ich hatte fast das Gefühl, dass der Schiedsrichter etwas überfordert war. Gott sei Dank war das am Ende nicht mehr relevant für das Resultat.“ Das Duell war ruppig und körperlich hart geführt, die Platzverhältnisse erschwerten das Kombinationsspiel – die Technik trat in den Hintergrund. Der Blick voraus gilt dem Auswärtsspiel in Breitensee auf kleinerem Platz; Kolar erwartet ein anderes Anforderungsprofil: „Wahrscheinlich eines der schwersten Spiele im Jahr.“