Im Duell der 2. Klasse Marchfeld zwischen der SG Ulrichskirchen und dem SC Markgrafneusiedl schilderte Richard Petrik ein lange ausgeglichenes Spiel – bis ein Platzverweis die Statik kippte. Sein erstes Fazit: „Sehr unglücklich.“ Aus seiner Sicht hatte Ulrichskirchen etwas mehr Ballbesitz, ohne echte Durchschlagskraft bis auf 2 Chancen wo sein Torhüter gut parierte. Früh ärgerte ihn ein Abseitspfiff, den er als Fehlentscheidung wertete. Dazu kam Pech im Abschluss – unter anderem ein Lattentreffer – sowie zwei Situationen, in denen seine Mannschaft alleine auf den Tormann zulief. Positiv hob Petrik die faire Gangart hervor. Personell traf sein Team ein Innenverteidiger-Ausfall mit der Diagnose Knöchelbruch; zudem nahm er zwei gelbbedingte Wechsel vor. Für die nächste Aufgabe ist der Plan klar: an die starken ersten 67 Minuten anknüpfen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Petrik ordnete die Kräfteverhältnisse so ein: „Spiel auf Augenhöhe, mit ein bisschen mehr Ballbesitz für den Gegner.“ Seine Elf, auswärts beim Favoriten, war dem 1:0 mehrfach nahe: ein Lattentreffer, eine große Möglichkeit und eine Riesenchance, die wegen Abseits zurückgepfiffen wurde – aus seiner Sicht zu Unrecht. Nach der Pause ließen die Markgrafneusiedler zwei hundertprozentige Chancen liegen und liefen zweimal frei auf den Tormann zu. Der Gesamteindruck bis zum Einschnitt blieb für den Trainer positiv.
Der Wendepunkt war für Petrik eindeutig: „Bis zur 67. Minute war ich sehr, sehr zufrieden – die rote Karte hat dann alles auf den Kopf gestellt.“ Betroffen war Michael Oberdorffer (70.), wodurch der SCM in Unterzahl geriet. In der Folge spielte die SG Ulrichskirchen ihre Überzahl effizient aus: Matteo Ausserlechner erzielte alle vier Treffer (67., 77., 80., 88.) für die Hausherren – am Ende stand aus Markgrafneusiedler Sicht ein 0:4. Für Petrik spiegelt dieses Ergebnis nicht den langen, offenen Verlauf wider, der zuvor von Stabilität, Struktur und klaren Umschaltmomenten seiner Mannschaft geprägt war.
In der Zweikampfbewertung blieb der Ton des Trainers sachlich: „Sehr faires Spiel.“ Standards sah er verbessert: „Gegenüber letzter Woche haben wir gut verteidigt; defensiv standen wir viel besser, offensiv hatten wir nicht viele Standardsituationen.“ Personell musste er reagieren: „Wir haben zwei Auswechslungen gelbbedingt vornehmen müssen, und in der 1. Halbzeit bereits verletzungsbedingt einen Wechsel – unser Innenverteidiger hat einen Knöchelbruch erlitten.“ Trotz aller Rückschläge bleibt der Fokus klar: Die Stabilität und Zielstrebigkeit aus der Anfangsphase sollen im nächsten Spiel wieder 90 Minuten lang auf den Platz.