Im Spitzenspiel der 2. Klasse Marchfeld trennten sich der SC Großengersdorf und die SG Ulrichskirchen mit 0:0. Ein umkämpftes Remis ohne Tore, aber mit Gesprächsstoff: Gleich nach der Pause schepperte es am Aluminium, zuvor reklamierten die Gastgeber einen möglichen Elfmeter. Trainer Herbert Nürnberger sah sein Team mit einem kleinen Plus an Möglichkeiten, ärgerte sich aber über die fehlende Durchschlagskraft: „Uns hat heute die spielerische Linie gefehlt.“ Unterm Strich sprach er von einem „gerechten, typischen Nullnull“ in einem taktisch geprägten Duell.

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Von Beginn an entwickelte sich genau das Spiel, das man im Frühjahr an der Spitze oft sieht: viel Laufarbeit, viel Zweikampf, wenig Raum. Zur Pause stand es 0:0, und viel sprach auch danach nicht für ein Torspektakel. „Es war eher ein ereignisloses, auf Kampf und Taktik bestimmtes Spiel“, ordnete Herbert Nürnberger ein. Chancen gab es, aber nicht in Serie: „Großengersdorf hatte ein leichtes Chancenplus, beide Seiten zwei, zweieinhalb Möglichkeiten, wir vielleicht dreieinhalb.“ Die Beste für die Hausherren kam unmittelbar nach Wiederbeginn: „In der 47. Minute hatten wir einen Lattenschuss“, so Nürnberger. Zuvor sorgte eine Szene im Strafraum für Diskussionen, weil Großengersdorf einen Pfiff reklamierte – das Tor fiel aber nicht, und so blieb es über weite Strecken beim Abnützungskampf zwischen zwei disziplinierten Teams.
In seiner Analyse hob Nürnberger zwei Dinge hervor: „Der Kampf und die Defensive.“ Beides passte aus seiner Sicht, denn Ulrichskirchen kam selten in klare Abschlusssituationen, und Großengersdorf ließ hinten wenig zu. Was fehlte, war der Funke nach vorn: „Nachdem es ein sehr offenes, kampfbetontes Spiel war, hat die spielerische Linie gefehlt.“ Auch der Gegner bekam Lob: „Ulrichskirchen ist eine sehr kompakte, taktisch kluge Mannschaft“, sagte Nürnberger – und ergänzte mit Blick auf die Ausgangslage: „Ulrichskirchen war mit dem Unentschieden zufrieden. Sie mussten nicht gewinnen. Wir mussten's.“ Einen Erklärungsansatz lieferte er gleich mit: „Sowohl bei Ulrichskirchen mit Libiseller als auch bei Großengersdorf mit Pöschl haben zwei tragende Figuren gefehlt. Vielleicht hat deswegen auch die spielerische Linie nicht gepasst.“
Die Elfmeterszene aus Hälfte eins blieb Thema, doch Nürnberger blieb in der Bewertung zunächst moderat: „In der ersten Halbzeit war die Leistung nicht so schlecht. Den Elfmeter kann man geben, muss man aber nicht geben.“ Aus seiner Sicht änderte sich das Bild nach dem Seitenwechsel: „In der zweiten Halbzeit war er sehr, sehr fehleranfällig für einen Landesligaschiedsrichter. Sehr skurrile Entscheidungen auf beiden Seiten.“ Wichtig: Der Trainer betonte ausdrücklich, dass es ihm nicht um eine Einseitigkeit ging, sondern um die Häufung unklarer Pfiffe insgesamt. Am Ergebnis änderte sich nichts – die Null stand, und beide Teams mussten mit dem Punkt leben.
Der Punktgewinn hilft dem Tabellenführer eher als dem Verfolger: Ulrichskirchen führt mit 53 Zählern, Großengersdorf jagt mit 47 Punkten dahinter. Genau diese Ausgangslage zeichnete sich auch am Platz ab. „Ulrichskirchen war mit dem Unentschieden zufrieden. Sie mussten nicht gewinnen. Wir mussten’s“, sagte Nürnberger und brachte damit die Gemengelage auf den Punkt.
Für Großengersdorf bleibt die Erkenntnis eines stabilen Auftritts gegen den Leader, aber auch der Auftrag für die kommenden Wochen: Die solide Abwehrarbeit mit mehr Ideen in der Offensive verbinden. Gelingt das, bleibt Großengersdorf im Titelrennen dran, zumal die Liga weiter eng beieinander liegt.