Nach Rang 12 in der 2. Klasse Marchfeld will der FC Footbao Gänserndorf-Süd vor allem dort zulegen, wo es in der vergangenen Saison gefehlt hat: bei Kaderbreite und Kondition. Dino Hodzic, Trainer des FC Gänserndorf-Süd, spricht im Gespräch mit Ligaportal offen über die Ursachen für das Abschneiden, sechs bereits bekannte Neuzugänge und ein Ziel, das bewusst realistisch formuliert ist: Die Mannschaft soll sich diesmal in der oberen Tabellenhälfte festsetzen.

Foto von Ben Hershey auf Unsplash
Beim Rückblick redet Hodzic nicht lange um den heißen Brei herum. „Der Kader war einfach nicht so breit, und konditionell waren wir schwach“, sagt der Trainer. Damit beschreibt er die beiden Punkte, die aus seiner Sicht den Unterschied ausgemacht haben. Der zwölfte Platz war enttäuschend, da mehr Konstanz möglich gewesen wäre. Vor allem über die Dauer der Saison fehlten dem Team offenbar die personellen Alternativen, um Ausfälle oder Belastungen ohne Qualitätsverlust aufzufangen. Genau dort setzt die Sommerarbeit nun an. Der FC Gänserndorf-Süd will nicht nur quantitativ zulegen, sondern auch körperlich robuster auftreten. Hodzic kündigt an: „Wir werden an der Kondition viel mehr arbeiten als bis jetzt.“ Die Vorbereitung bekommt damit eine klare Richtung. Was im Vorjahr als Schwachpunkt erkannt wurde, soll heuer nicht noch einmal zum Thema werden.
Auch im Kader ist Bewegung drin. Verlassen haben den Verein Ercan Pekgüzel, der als Sechser im Einsatz war, Hasan Bagdu, der sowohl auf der Sechserposition als auch am Flügel spielen konnte, sowie der Reservespieler Alic Denis, der als rechter Verteidiger zu Einsätzen kam. Größer fällt die Liste der Neuzugänge aus – und sie zeigt, dass der Verein mehrere Baustellen gleichzeitig angehen will. Mit Antonio Sucic kommt ein Spieler, der auf beiden Außenbahnen und auch als rechter Verteidiger eingesetzt werden kann. Milan Jankovic ist für die Zehnerposition vorgesehen, Antonio Mlakic für offensive Rollen im Mittelfeld. Dazu stoßen mit Sina Bahrami und Asad Bahrami zwei Spieler aus Dürnkrut. Dario Bijelic ist für die linke Abwehrseite oder die Innenverteidigung gedacht. Hodzic fasst den personellen Umbau knapp zusammen: „Wir kriegen sechs, sieben neue Spieler, also wird sich einiges tun.“
Im Trainerstab oder im Vereinsumfeld gibt es derzeit keine Veränderungen. Auch bei der Verletzungssituation hat sich die Lage weitgehend beruhigt. Mit Medin Halilovic und Davor Krzanovic fallen zwar weiterhin zwei Langzeitverletzte aus, sonst sind laut Hodzic aber alle wieder fit. Gerade mit Blick auf die dünne Personaldecke der vergangenen Saison ist das ein Punkt, der im Alltag spürbar helfen kann.
Große Ansagen vermeidet man in Gänserndorf-Süd trotzdem. Der Verein will sich zunächst stabilisieren und die vorhandenen Mängel abstellen. „Unser Ziel ist auf jeden Fall die obere Tabellenhälfte. Das ist jetzt einmal unser Ziel. Und dann schauen wir weiter, was noch höher geht“, sagt Hodzic. Nach dem Sommer mit mehreren Neuzugängen und einem klaren Fitness-Schwerpunkt ist die Richtung damit vorgegeben: Der FC Gänserndorf-Süd will breiter, belastbarer und konkurrenzfähiger werden. Wie weit das trägt, wird sich nicht an einem einzelnen Spieltag entscheiden, sondern daran, ob die Lehren aus dem Vorjahr diesmal über Monate sichtbar werden.