In der 2. Klasse Marchfeld geht SG Ulrichskirchen als Tabellenzweiter in die nächste Arbeitsphase, und Trainer Roman Fankhauser blickt mit einem insgesamt positiven, aber keineswegs sorgenfreien Gefühl auf die vergangene Saisonhälfte zurück. Viele gewonnene Spiele, zwei besonders ärgerliche Partien und nun ein größerer personeller Umbruch bestimmen die Lage. Vor allem bei Konstanz und taktischem Verhalten sieht Fankhauser den Ansatzpunkt, damit enge Spiele künftig öfter auf die eigene Seite fallen.

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Der Grundton beim Rückblick ist klar positiv, weil SG Ulrichskirchen über längere Phasen geliefert hat. Fankhauser sagt selbst: "Gut funktioniert hat, dass wir viele Spiele gewonnen und im Großen und Ganzen eine gute, beachtliche Saisonhälfte gespielt haben." Trotzdem bleibt bei ihm nicht nur das Gute hängen. Vor allem eine Niederlage nach eigener Führung beschäftigt ihn weiter. "Was mich noch heute wurmt, ist die Niederlage, bei der wir die Führung hergegeben und dann 2:3 verloren haben", sagt der Trainer. Dazu kommt das 0:0 im Spitzenspiel gegen SC Großengersdorf, das für ihn ebenfalls nicht einfach als Punktgewinn stehen bleibt. "Das war für mich eher ein Spiel, das wir hätten gewinnen müssen", ordnet Fankhauser ein und erinnert an eine "Hitzeschlacht", in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Gerade an solchen Tagen, wenn es knapp wird und Kleinigkeiten entscheiden, sieht er den nächsten Entwicklungsschritt seiner Mannschaft.
Dass SG Ulrichskirchen ganz vorne mitgespielt hat, ist für Fankhauser kein Zufall. Gleichzeitig macht der Trainer keinen Hehl daraus, woran er weiter arbeiten will. "Grundsätzlich bin ich mit der Saisonhälfte zufrieden, aber wir müssen an der Konstanz arbeiten und auch an unserem taktischen Verhalten, um solche Spiele, wenn es eng wird, für uns zu entscheiden", sagt er. Genau dieser Satz beschreibt die Lage derzeit wohl am besten. Sportlich ist die Basis da, die Tabelle unterstreicht das, aber der Kader verändert sich deutlich. Emanuel Libiseller, Marco Buichl und Matteo Ausserlechner gehören zu den Abgängen, Raphael Thimler hat seine Karriere beendet und Jeton Tairi legt eine Pause ein. Fankhauser spricht deshalb offen von einem größeren Umbruch: "Wir haben viele Stammspieler verloren. Wir sind gerade unter Hochdruck dran, einen neuen Kader zusammenzustellen." Immerhin gibt es bei den Verletzungen Entwarnung, denn laut Trainer sind inzwischen alle Spieler aus ihren Verletzungspausen zurück.
Parallel zum Abgang mehrerer Stammkräfte arbeitet SG Ulrichskirchen bereits an der neuen Gruppe. Mit Alexander Kukaleja vom USV Schrick kommt ein Spieler für das offensive Mittelfeld, Velko Jevtic stößt für die Innenverteidigung dazu und Stefan Siminovic soll auf der rechten Außenbahn helfen. Dazu holt der Verein mit Stefan Fürst vom ASKÖ Strasshof SV einen Rückkehrer für den Angriff zurück. Fankhauser hat aber nicht nur auf die Neuen geschaut, sondern im Rückblick auch hervorgehoben, wer sich in den vergangenen Monaten besonders gezeigt hat. Den eigenen Tormann nennt er sportlich als einen ganz entscheidenden Faktor und sagt: "Er hat zahlreiche Glanzparaden gehabt und uns dadurch auch im Meisterrennen gehalten." Menschlich hebt er James Miller hervor. "James Miller war für mich menschlich gesehen einer der stärksten Akteure in dieser Saison", sagt der Trainer. Auch Jeton Tairi erwähnt er in diesem Zusammenhang ausdrücklich, weil er aus seiner Sicht sportlich wie menschlich viel eingebracht hat. Beeindruckt hat Fankhauser außerdem ein Konkurrent aus der Liga, der laut seiner Einschätzung am Ende fast gegen alle Spitzenteams gewinnen konnte.
Rund um den Verein selbst gibt es derzeit keine personellen Änderungen im Funktionsteam, was in einer Phase mit so viel Bewegung im Kader durchaus ein Vorteil sein kann. Fankhauser beschreibt das Umfeld damit als stabil, während sportlich bereits mit Hochdruck an der Zukunft gearbeitet wird. Diese Vorbereitung soll nach seinen Worten ligaunabhängig laufen, entscheidend ist für ihn vor allem, dass SG Ulrichskirchen wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz bringt. Das Ziel formuliert er dabei durchaus ambitioniert, aber nicht abgehoben: Die Mannschaft soll auch in der kommenden Spielzeit wieder im oberen Bereich mitmischen können. Dazu kommt im Herbst mit dem großen Wandertag auch ein fixer Termin im Vereinsleben, bei dem die Spieler mithelfen. Auf dem Platz wird nun aber vor allem wichtig sein, dass aus dem Umbruch rasch wieder eine stabile Einheit wird. Denn die zurückliegende Saisonhälfte hat gezeigt, dass SG Ulrichskirchen vorne dabei sein kann, wenn Leistung und Konstanz über längere Zeit zusammenpassen.