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„Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt“ – SC Obersiebenbrunn holt den Sieg erst spät

Fortuna Untersiebenbrunn
Obersiebenbrunn

Zum Auftakt der 2. Klasse Marchfeld hat sich Fortuna Untersiebenbrunn lange gewehrt, musste sich am Ende aber dem SC Obersiebenbrunn mit 0:2 geschlagen geben. Nach torlosen 45 Minuten fiel die Entscheidung erst ganz spät, als Alexius Kliwert und Petrut-George Epure zuschlugen. Trainer Matthias Gagula sah keinen Glanzauftritt seiner Mannschaft, dafür aber genau das, was ihm am ersten Spieltag besonders wichtig war: Überzeugung, Wille und den Glauben an die drei Punkte bis zum Schluss.

Torwart in Neongelb spielt den Ball

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Ein zähes Spiel bei schwierigen Bedingungen

Matthias Gagula machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft an diesem Nachmittag einiges investieren musste. „Es war ein sehr schwieriges Spiel“, sagte der Trainer des SC Obersiebenbrunn und verwies dabei nicht nur auf den Gegner, sondern auch auf die äußeren Umstände. „Es war unglaublich heiß, der Rasen war sehr trocken und somit lief der Ball sehr langsam.“ Dazu kam, dass Fortuna Untersiebenbrunn laut Gagula genau das auf den Platz brachte, womit seine Mannschaft rechnen musste: eine kompakte Defensive, viele gewonnene Zweikämpfe und immer wieder Konteransätze nach Ballgewinnen. Der Coach beschrieb das Spiel deshalb als Geduldprobe über die gesamten 90 Minuten. Seine Mannschaft habe praktisch durchgehend gegen einen tiefen Block gespielt, also viel anlaufen, viel arbeiten und immer wieder Lösungen suchen müssen. „Wir hatten dafür auch die richtigen Lösungen im Werkzeugkasten, aber die entscheidende Intensität am Ball und um den Ball herum hätte besser sein müssen“, erklärte Gagula. Gerade darin sah er auch den Grund, warum seine Elf über weite Strecken zwar das aktivere Team war, sich aber lange nicht belohnen konnte.

Geduld statt Glanz: Die Entscheidung fiel erst ganz spät

Dass es zur Pause noch 0:0 stand, passte genau zu diesem Spielbild. SC Obersiebenbrunn hatte laut seinem Trainer zwar mehr vom Spiel und drückte die Partie über weite Strecken in Richtung des Tores der Heimmannschaft, doch Fortuna Untersiebenbrunn verteidigte hartnäckig und ließ sich nicht früh knacken. Erst in der Schlussphase kam dann Bewegung auf die Anzeigetafel. In der 87. Minute brachte Alexius Kliwert den SC Obersiebenbrunn mit 1:0 in Führung. Gagula schilderte den Treffer knapp, aber klar: „Schönes Tor nach einer schönen Flanke.“ Damit war der Widerstand der Gastgeber endgültig gebrochen und die Gäste hatten sich endlich für ihren Aufwand belohnt. Nach dem 1:0 blieb der SC Obersiebenbrunn weiter dran, und der Trainer betonte, dass seine Mannschaft danach sogar noch viele Chancen auf das zweite Tor hatte. „Wir hätten nach dem 1:0 auch noch einige Chancen gehabt, um früher das 2:0 zu machen, die wir leider nicht genutzt haben“, sagte er. Dieses zweite Tor fiel dann doch noch tief in der Nachspielzeit, als Petrut-George Epure zum 0:2-Endstand traf. Gagula sprach davon, dass seine Mannschaft am Ende „ein bisschen die Brechstange ausgepackt“ habe, weil sie die drei Punkte unbedingt mitnehmen wollte. Genau dieser Druck und dieser unbedingte Wille zahlten sich aus.

„Nicht unser bester Tag“ – aber genau die Mentalität wollte Gagula sehen

Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff vor allem, wie nüchtern Matthias Gagula den Auftritt seiner Mannschaft einordnete. Trotz des Auswärtssieges sprach er nicht von einem runden Spiel und auch nicht davon, dass der SC Obersiebenbrunn den Gegner spielerisch einfach überrollt hätte. „Heute haben wir nicht gewonnen, weil wir bessere Spieler hatten, die besser kicken können“, stellte er klar. Für ihn lag der Unterschied an diesem Tag woanders. „Der Grund, wieso wir heute gewonnen haben, war vor allem der, dass wir wirklich bis zum Schluss dran geglaubt haben und Mentalität bewiesen haben.“ Genau diesen Gedanken zog der Trainer immer wieder durch seine Analyse. Er lobte die Mentalität seiner Mannschaft, den Willen, mit den Herausforderungen umzugehen, und den Glauben daran, dass es am Ende gut ausgehen würde. Gleichzeitig beließ er es nicht beim Lob. „Ich sehe Luft nach oben in allen Bereichen“, sagte Gagula und erinnerte daran, dass es erst der 15. August sei, seine Mannschaft neu zusammengestellt wurde und mit einem neuen Trainer im Umbruch steckt. Deshalb war für ihn nicht entscheidend, dass schon alles rund läuft, sondern dass seine Mannschaft in einem schweren Spiel standhielt und die Aufgabe annahm.

Respekt für den Gegner und ein Auftakt, auf dem sich aufbauen lässt

Dass Fortuna Untersiebenbrunn am Ende leer ausging, schmälert aus Sicht des Gästetrainers die Leistung des Heimteams nicht. Gagula sprach dem Gegner ausdrücklich Anerkennung aus. „Hut ab. Die waren individuell auf der Höhe, waren unglaublich motiviert“, sagte er. Er habe gespürt, dass Fortuna Untersiebenbrunn das Spiel unbedingt annehmen wollte, sich in jeden Ball hineingeworfen habe und auch am Ball ruhig geblieben sei. Gerade diese Mischung aus Einsatz, Zweikampfführung und Konteransätzen habe den SC Obersiebenbrunn vor echte Aufgaben gestellt. Umso mehr wertete Gagula den 2:0-Erfolg als Arbeitssieg, der vor allem über den Kopf entschieden wurde. Zum Schluss richtete er den Blick nicht auf sich, sondern auf seine Mannschaft: „Ich möchte unbedingt meiner Mannschaft und meinen Spielern heute gratulieren. Das haben sie sich verdient.“ Für den SC Obersiebenbrunn ist dieser Auftakt damit einer, aus dem man Selbstvertrauen ziehen kann. Nicht, weil schon alles gepasst hätte, sondern weil die Mannschaft in einem unangenehmen Spiel dranblieb, sich spät belohnte und genau jene drei Punkte mitnahm, an die sie laut ihrem Trainer bis zur letzten Sekunde geglaubt hatte.

2. Klasse Marchfeld: Fortuna Untersiebenbrunn : Obersiebenbrunn - 0:2 (0:0)

  • 94
    Petrut-George Epure 0:2
  • 87
    Alexius Kliwert 0:1