Nach einer furiosen ersten Hälfte ordnete Christoph Groissböck den Auftritt seines SV Erlauf als deutliche Reaktion auf das 0:11 von zuletzt ein. Gegen SV Kleinpöchlarn geriet seine Elf nach der Pause zwar noch einmal unter Druck, kämpfte sich aber mit viel Leidenschaft über die Distanz und ließ zuvor zahlreiche Großchancen ungenutzt. Der Abend in der 2. Klasse Mostviertel stand damit ganz im Zeichen klarer Botschaften, wachsenden Selbstvertrauens – und eines Teams, das das Momentum ins anstehende Derby mitnehmen will.

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Groissböck zeichnete ein klares Bild der Anfangsphase: „Wir waren in der ersten Halbzeit klar besser. Kleinpöchlarn ist gar nicht ins Spiel gekommen. Das war eine der besten Halbzeiten, die ich als Trainer jemals von der Mannschaft gesehen habe.“ Früh legte Erlauf die Richtung fest: In der 17. Minute traf Fabian Monte zum 1:0, in der 36. Minute erhöhte Ondrej Gabor auf 2:0, ehe Rastislav Vdovjak nach 41 Minuten das 3:0 zur Pause stellte. Die Abläufe passten, der Rhythmus stimmte – allein die Effizienz blieb ein Thema. Der Trainer brachte es auf den Punkt: „Wir hätten in diesem Spiel acht bis neun Tore machen können mit hochkarätigen Chancen, die wir leider nicht genutzt haben.“ So standen einer eindrucksvollen Kontrolle zahlreiche vergebene Möglichkeiten gegenüber – die vermeintlich sichere Führung sollte sich nach dem Seitenwechsel noch als Nervenprüfung erweisen.
Nach Wiederbeginn veränderte ein frühes Ereignis die Statik der Partie. Groissböck beschrieb den Knackpunkt so: „Nach der Pause haben wir ein blödes Gegentor bekommen, dann ist Kleinpöchlarn besser ins Spiel gekommen.“ Der Anschluss durch Manuel Moschinger in der 54. Minute zum 3:1 gab den Gastgebern Rückenwind, die Begegnung kippte in Richtung offener Schlagabtausch. Erlauf kam weiter zu Möglichkeiten, musste aber um die Balance ringen. „Wir hatten noch zwei, drei Großchancen und haben das Match am Ende über die Zeit gebracht“, resümierte der Coach. Spätestens mit dem 3:2 durch Alexander Dirtl in der 72. Minute war klar, dass die Schlussphase zur Nervenfrage werden würde. Gleichwohl blieb Groissböck bei seiner Einordnung: „Bis zur 60., 70. Minute waren wir spielbestimmend. Durch die Tore ist Kleinpöchlarn aufgekommen, insgesamt war es aber ein sehr verdienter Sieg für uns.“ Unterm Strich stand ein reifer Auftritt mit wackliger, aber erfolgreicher Zielgeraden.
In seiner Bewertung setzte Groissböck die große Klammer des Spiels: die Antwort auf das 0:11 der Vorwoche. Entscheidend sei die Umsetzung gewesen: „Die Mannschaft war sehr gut eingestellt und hat genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Es war eine kompakte, geschlossene, super Mannschaftsleistung.“ Einzelne Akteure wollte er nicht herausheben – das Kollektiv stand im Vordergrund. Die spielfreie Runde kommt nun zur Regeneration gelegen, ehe der Fokus auf das Derby fällt. „Diese Runde sind wir spielfrei und dann geht es ins Derby – wir sind schon alle hochmotiviert bis in die Haarspitzen“, sagte Groissböck. Die Gefühlslage nach dem 3:2 ist damit klar umrissen: viel Bestätigung für den eingeschlagenen Weg, die Erinnerung an liegengelassene Chancen – und der feste Wille, die in Kleinpöchlarn gezeigte Mischung aus Intensität und Organisation in Pöchlarn fortzuschreiben.