In der 2. Klasse Ost-Mitte hat der SV Mitterndorf den 1. SVG Gumpoldskirchen mit 2:1 bezwungen. Für Gästetrainer Bernhard Krautz war es eine Niederlage, die sich aus seiner Sicht kaum mit dem Spielverlauf deckte. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase habe seine Mannschaft die Partie klar an sich gezogen, viele Chancen liegen gelassen und sich am Ende durch ein Eigentor sowie den späten Treffer in der Nachspielzeit um den Ertrag gebracht.

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Bernhard Krautz schilderte eine Partie, die aus seiner Sicht nach einer kurzen Abtastphase klar in Richtung seiner Mannschaft lief. „Die ersten zwanzig Minuten war es ein Abtasten beider Seiten. Ab Minute zwanzig gehört uns ganz klar das Spiel“, sagte der Trainer nach der Partie. Gumpoldskirchen sei danach sehr dominant gewesen, habe das Spiel kontrolliert und sich etliche Möglichkeiten herausgespielt. Gerade deshalb wog das 0:0 zur Pause für Krautz schon schwerer, als es ein gewöhnlicher Halbzeitstand vermuten lässt. Seine Mannschaft habe über weite Strecken die aktivere Rolle übernommen, sei am Drücker geblieben und habe sich dennoch nicht belohnt. Weil die Gäste aus diesem Übergewicht nichts Zählbares machten, blieb Mitterndorf im Spiel, obwohl Krautz die Vorteile klar bei seinem Team sah.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild aus Sicht der Gäste zunächst ähnlich, ehe die Partie in der Schlussphase plötzlich gegen Gumpoldskirchen kippte. In der 72. Minute fiel das 1:0 für Mitterndorf durch ein Eigentor der Gäste. Fabian Pukal wird als Torschütze angeführt. Krautz sprach dabei von einem bitteren Gegentor nach einem Corner. Noch komplizierter wurde es in der 81. Minute, als Gumpoldskirchen einen Ausschluss gegen Filipp Matuschkowitz hinnehmen musste. Umso höher bewertete der Trainer die Reaktion seiner Mannschaft. Nur vier Minuten später traf Maximilian Sostar zum 1:1. „Dann haben wir mit einem Mann weniger das 1:1 geschossen“, hielt Krautz fest. Dass am Ende trotzdem nichts blieb, lag aus seiner Sicht an einer weiteren Standardsituation: In der 94. Minute rutschte ein Corner an den Sechzehner durch, dort kam Marco Srba zum Abschluss und erzielte das 2:1 für die Gastgeber.
Der Kern von Krautz’ Analyse lag trotzdem nicht nur in den beiden Gegentoren, sondern vor allem in der fehlenden Konsequenz davor. „Wir haben den Sack einfach nicht zugemacht“, sagte er und sprach von fünf bis sechs guten Möglichkeiten, die seine Mannschaft ungenützt ließ. Für ihn war das der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Teams. „Dass wir unsere Chancen nicht gemacht haben und den Vorteil im Spiel, den wir über neunzig Minuten gehabt haben, nicht in drei Punkte umsetzen konnten“, nannte er als Hauptgrund für die Niederlage. Gleichzeitig nahm er seine Spieler ausdrücklich in Schutz. „Ich kann der Mannschaft zu dem Spiel gar nichts vorwerfen. Wir waren die dominierende Mannschaft. Wir waren die Mannschaft, die einen Plan hatte. Wir waren die Mannschaft, die Torchancen hatte“, so Krautz. Eine Diskussion über den Unparteiischen wollte er ebenfalls gar nicht erst aufmachen: „Am Schiedsrichter ist es nicht gelegen. Der Schiedsrichter war in Ordnung.“
So blieb am Ende vor allem das Gefühl einer verpassten Gelegenheit zurück. Krautz formulierte seine Sicht sehr deutlich, ohne sich hinter Ausreden zu verstecken. „Mitterndorf hat nur lange Bälle gespielt, war lange nicht torgefährlich, ist mit dem Eigentor 1:0 in Führung gegangen und hat in der 94. Minute mit einem Schuss das 2:1 gemacht“, sagte er. Trotz dieser klaren Worte gratulierte er dem Gegner fair zu den drei Punkten. „Nichtsdestotrotz müssen wir gratulieren. Sie haben drei Punkte gemacht, wir fahren ohne Punkte heim“, meinte der Trainer. Für Gumpoldskirchen war dieses 1:2 damit mehr als nur eine knappe Niederlage. Es war ein Spiel, in dem aus Sicht des Trainers über weite Strecken vieles stimmte, vor dem Tor aber die letzte Konsequenz fehlte. Genau dieses Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag stand in seiner Analyse im Mittelpunkt.