In der 2. Klasse Ost-Mitte hat der FSV Velm am Sonntag ein wildes 5:3 gegen FSV Fortuna Mödling gedreht. Nach dem 2:3 zur Pause lag die Elf von Trainer Alexander Stiglitz bereits 0:2 und später 1:3 zurück, kämpfte sich aber eindrucksvoll zurück. Für den Velm-Coach war vor allem das 2:3 kurz vor dem Seitenwechsel der Moment, der seiner Mannschaft wieder neuen Glauben gab.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Dass Velm am Ende noch mit zwei Toren Unterschied gewann, hätte nach der ersten halben Stunde kaum jemand erwartet. Stiglitz sprach sehr offen darüber, dass die Gäste zunächst klar den Ton angaben: „Mödling hat sehr aggressiv begonnen und ist hochverdient in Führung gegangen.“ Muhammed Bayram stellte schon in der 9. Minute auf 0:1, Alexander Marjanovic erhöhte in der 21. Minute auf 0:2. Velm kam durch Serkan Ciftci in der 29. Minute zwar auf 1:2 heran, doch auch darauf hatte Mödling eine Antwort, weil Bayram in der 36. Minute das 1:3 nachlegte. Erst dann kam bei den Gastgebern etwas zurück. Sebastian Spanel verkürzte nur zwei Minuten später auf 2:3, und genau dieses Tor bekam aus Sicht des Trainers besondere Bedeutung. „Das war wichtig vor der Pause, dadurch haben wir wieder ein bisschen mehr Hoffnung geschöpft“, sagte Stiglitz. Gleichzeitig ließ er keinen Zweifel daran, wie er die ersten 45 Minuten einordnete: „Mödling war wesentlich besser als wir, wesentlich aggressiver, wesentlich williger. In den Zweikämpfen waren sie besser präsent, wir waren viel zu ängstlich und zurückhaltend.“
Der zweite Durchgang begann zunächst nicht mit einer Velmer Drangphase, sondern mit zwei Momenten, in denen die Partie auch endgültig hätte kippen können. Stiglitz verwies auf einen Lattenschuss und einen Stangenschuss der Gäste und ordnete diese beiden Szenen als ganz entscheidend ein: „Ich glaube, wenn einer von den beiden reingeht und es 4:2 steht, dann wäre es für uns sehr, sehr schwer geworden, dass wir wieder rankommen.“ Weil keiner dieser Abschlüsse den Weg ins Tor fand, blieb Velm im Spiel. Danach veränderte sich das Bild deutlich. „Dann war das Spiel viel offener und ist in unsere Richtung gekippt“, so der Trainer. In der 77. Minute gelang Serkan Ciftci der Ausgleich zum 3:3. Fünf Minuten nach dem Ausgleich drehte Marcel Ebinger die Partie mit dem 4:3 endgültig, ehe Ciftci in der Nachspielzeit mit seinem dritten Tor zum 5:3 alles klar machte.
Dass Velm dieses Spiel noch zog, erklärte Stiglitz weniger mit spielerischer Klasse als mit einer klaren Veränderung in Haltung und Auftreten. „Es war sicher nicht spielerisch unser bester Tag, aber der Wille hat dann in der zweiten Halbzeit entschieden, ob wir das Spiel gewinnen oder eben nicht“, sagte der Trainer. Gerade deshalb hatte sein Respekt vor dem Gegner nach dem Schlusspfiff spürbar Gewicht. „Die waren sehr stark, sehr aggressiv“, meinte er über Mödling und hob außerdem zwei Offensivspieler besonders hervor: „Sie haben mit der Nummer sieben und der Nummer 99 zwei Spieler gehabt, die uns das Spiel richtig schwer gemacht haben.“ Für Velm war dieser Nachmittag also kein lockerer Heimsieg, sondern ein Spiel, in das man sich erst hineinbeißen musste. Dass am Ende Serkan Ciftci mit drei Treffern, Sebastian Spanel mit dem wichtigen Anschluss vor der Pause und Marcel Ebinger mit dem Führungstor in der Schlussphase im Mittelpunkt standen, passt genau zu diesem Verlauf. Velm hatte lange Probleme, fand aber noch rechtzeitig die richtige Antwort.