In der 2. Klasse Ost lieferte sich der SC Edelstal mit dem SC Hof am Leithaberge ein wildes 4:3, das den Heimischen am Ende drei Punkte brachte. Trainer Jürgen Ethofer sprach von einem offenen Schlagabtausch: „Es war sehr intensiv, es ging hin und her.“ Einen klaren Knackpunkt sah er nicht: „So einen richtigen entscheidenden Moment hat es nicht gegeben, bis zum Ende hätte immer etwas passieren können.“ Den Schlusspunkt setzte ein später Elfmeter, den Lukas Garaj sicher verwandelte.

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Der Nachmittag begann schon mit reichlich Zündstoff. In der 16. Minute brachte Noah Christiner Hof mit 0:1 in Front. Die Antwort ließ kaum eine Minute auf sich warten: Imre Lesko stellte unmittelbar darauf auf 1:1. Doch Hof schlug vor der Pause noch einmal zu, Stephan May traf in der 32. Minute zum 1:2, mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel blieb es turbulent: Jakub Petrila glich in Minute 63 zum 2:2 aus, ehe Denis Bolf in der 74. Minute die Partie erstmals drehte und das 3:2 erzielte. Wieder hatte Hof eine schnelle Antwort parat: Kristian Marjanovic egalisierte in Minute 77 zum 3:3. Das letzte Wort gehörte aber den Gastgebern – und zwar vom Punkt: In der 80. Minute übernahm Lukas Garaj die Verantwortung und verwandelte zum 4:3-Endstand. „Es war ein Hin und Her“, fasste Ethofer zusammen, „bis zum Ende hätte alles passieren können.“
In seiner Analyse hob Jürgen Ethofer vor allem die Mentalität seiner Mannschaft hervor: „Gut funktioniert hat die kämpferische Leistung. Wir haben bis zum Ende nicht aufgegeben, sind in dieses flotte, robuste Spiel mit viel Herz gegangen und haben uns den Sieg erarbeitet.“ Gerade in einer Partie, in der beide Teams ständig nachlegen konnten, war dieser Faden nie zu übersehen. Auf der anderen Seite verteilte der Edelstal-Coach auch Respekt für den Gegner: „Hof hat eine sehr starke Mannschaft. Sie haben in der Offensive sehr schnelle Spieler. Die Umschaltsituationen in die Offensive haben sie sehr stark genutzt, da waren sie immer wieder gefährlich.“ Dass Hof als Dritter der Liga anreiste, passte in dieses Bild. Ethofer wollte aber keinen großen Graben zwischen den Teams sehen: „Es hat keinen großen Unterschied gegeben. Es war ein Spiel auf Augenhöhe – wir haben heute auch ein sehr gutes Spiel abgeliefert.“
Diskussionen ganz ohne Schärfe blieben ebenfalls Teil des Nachmittags. „Das eine oder andere Abseits wäre meiner Meinung nach zu pfeifen gewesen, beziehungsweise war es auch mal keins, das trotzdem gepfiffen wurde“, sagte Ethofer, der die Linie des Unparteiischen aber insgesamt akzeptierte: „Nicht zu dramatisch, die Elfmeter waren beide gerechtfertigt.“ Den entscheidenden Moment schilderte der Coach so: „Unser Spieler war im Sechzehner am Ball, wurde niedergestoßen, dadurch gab es Elfmeter für uns – den hat Lukas Garaj verwandelt.“
Viel mehr musste es am Ende gar nicht sein: Edelstal blieb nach dem erneuten Ausgleich ruhig, nutzte die große Chance vom Punkt und brachte den Vorsprung über die Zeit. Der Heimsieg gegen den Tabellendritten tut gut, gibt Rückenwind – und bestätigt eine Mannschaft, die an einem langen Nachmittag genau die Körner fand, die es für drei Punkte brauchte.